MilitärischAktualisiert: 7. September 20269 Min. Lesezeit

KSK Trainingshandbuch: Was das offizielle Handbuch leistet und wo es dich in der PFV-Vorbereitung allein lässt

KSK Trainingshandbuch: Was das offizielle Handbuch leistet und wo es dich in der PFV-Vorbereitung allein lässt
© Bundeswehr

Kurze Antwort: Ja, das Trainingshandbuch existiert. Das Heer gibt unter dem Titel „Trainingshandbuch Bewerber KSK" ein 56-seitiges PDF heraus, frei abrufbar über die offizielle KSK-Seite auf bundeswehr.de. Es enthält deutlich mehr, als die meisten Bewerber erwarten: einen Selbsttest aus sieben Disziplinen (7D-Test), eine Einstufung in drei Leistungsgruppen, für jede Gruppe einen Musterplan über 12 beziehungsweise 18 Wochen, eine Matrix aus 16 Trainingsmitteln und einen über zwanzigseitigen Übungskatalog. Es nennt außerdem Werte, die sonst kaum irgendwo stehen, etwa mindestens 20 Sit-ups und 22 Liegestütze in je 30 Sekunden in Phase 1 und einen 7-km-Gepäcklauf mit 20 kg unter 45 Minuten als Richtwert für Phase 2. Was es nicht leistet: Individualisierung über drei Gruppen hinaus, Periodisierung auf deinen konkreten PFV-Termin, Vorbereitung auf den Computertest, Training für die Härtephase, Umgang mit einer Verletzung mitten im Aufbau und jede Form von Korrektur von außen.

Das Handbuch ist damit ehrlicher und fachlich sauberer als vieles, was im Netz als „KSK-Trainingsplan" verkauft wird. Bevor du es herunterlädst und drauflos trainierst, lohnt sich eine Einordnung: Was deckt es ab, was setzt es voraus und wo hört es auf. Wenn du zuerst wissen willst, worauf du dich überhaupt vorbereitest, findest du das Anforderungsprofil und den Zugangsweg auf unserer KSK-Einheitenseite, das komplette Verfahren kompakt im kostenlosen KSK-Guide.

Was das KSK-Trainingshandbuch ist und wo es liegt

Herausgeber ist das Heer, das Vorwort stammt vom Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte. Verlinkt wird es auf der offiziellen KSK-Seite im Kontaktbereich mit dem Satz, dass du dort erfährst, wie du dich zielgerichtet auf das Potenzialfeststellungsverfahren vorbereiten kannst. Das Dokument trägt im Fließtext kein Stand-Datum. Die PDF-Metadaten weisen als Erstellungsdatum August 2023 aus. Prüfe vor deiner Bewerbung also immer, ob auf bundeswehr.de inzwischen eine neuere Fassung liegt.

Der Aufbau folgt einer klaren Logik: erst das Ziel, dann die Standortbestimmung, dann die Werkzeuge, dann die Pläne.

KapitelInhaltUmfang
1 EinleitungMotto „Facit omnia voluntas", Grundhaltung, Langfristigkeit1 Seite
2 Das ZielTestdisziplinen PFV Phase 1, Anforderungen und Richtwerte Phase 22 Seiten
3 Allgemeine HinweiseTrainingsanforderungen, Gesundheit, Equipment, realistische Planung1 Seite
4 Der Abholpunkt7D-Test, Punktetabelle, Leistungsgruppen A, B und C mit Wochenplänen6 Seiten
5 Die WerkzeugeTrainingsprinzipien, Ernährung, Methoden, 16 Trainingsmittel mit Kürzeln12 Seiten
6 Der MarschStreckenlänge, Gepäck, Orientierung, Marschtabelle zur Selbstbewertung1 Seite
7 MustertrainingspläneJe ein Wochenplan für Leistungsgruppe C, B und A3 Seiten
ÜbungskatalogKrafttraining mit Ausführungsbeschreibungen, Langhantel bis Eigengewichtüber 20 Seiten

Die Phase-1-Werte, die im Handbuch schwarz auf weiß stehen

Das KSK kommuniziert bewusst nicht jede Grenze öffentlich. Im Trainingshandbuch stehen die Testdisziplinen der Phase 1 aber vollständig als Liste, und dort sind einige Werte präziser genannt als in fast jeder anderen Quelle. Besonders die Sekundenfenster bei Sit-ups und Liegestützen und das Zeitlimit für den Marsch übersehen viele Bewerber. Bei diesen beiden Kraftstationen ist der Unterschied am größten: Viele Übersichten führen sie als „Mindestanzahl nicht öffentlich kommuniziert", auch unser älterer Artikel zum KSK-PFV, während das Handbuch mit 20 Bauchaufzügen und 22 Liegestützen in je 30 Sekunden konkret wird.

Testdisziplin Phase 1Angabe im Trainingshandbuch
Computer Assisted Testing (CAT)Psychologische Auswahltests, durchgeführt vom Psychologischen Dienst KSK
5 × 1.000-m-Intervalllauf4:30 min/km bis 3:50 min/km, 3 min Intervallpause
Psycho-Motorik-TestKoordinative Prüfung, keine Zeitangabe veröffentlicht
KoordinationsbahnTeil des Psycho-Motorik-Blocks
VerwundetentransportTeil des Psycho-Motorik-Blocks, keine Distanz veröffentlicht
Klimmzügemindestens 7, Ristgriff, ausgehängt
Bauchaufzüge (Sit-ups)mindestens 20 in 30 Sekunden
Liegestützemindestens 22 in 30 Sekunden
Nahkampf2 Minuten Sparring
Schwimmen200 m im Kampfanzug in max. 7:30 min, danach Entkleidung im Wasser
Marsch20 km in durchschnittenem Gelände, 20 kg Gepäck, max. 3,5 Stunden

Wie diese Stationen im Ablauf zusammenhängen, welche davon sofort zum Ausscheiden führen und warum der Intervalllauf der häufigste Ausscheidegrund ist, haben wir im Detail in unserem Artikel zum KSK-PFV und Sporttest aufgeschlüsselt.

Phase 2: die Richtwerte, die kaum jemand kennt

Der interessanteste Abschnitt des Handbuchs ist Kapitel 2.2. Dort beschreibt das KSK, welche Ausdauerleistungsfähigkeit du für die Härtephase anstreben solltest. Das sind keine Mindestwerte zum Bestehen einer Station, sondern erklärte Zielgrößen für den Zustand, in dem du antreten solltest:

  • 7-km-Gepäcklauf mit 20 kg Zusatzlast unter 45 Minuten
  • 3.000-m-Lauf unter 12 Minuten
  • Anaerobe Schwelle von 13 km/h oder höher
  • VO2max über 50 ml/min/kg
  • Ein 40-km-Marsch sollte keine Herausforderung darstellen

Vergleiche das ehrlich mit den Phase-1-Mindestwerten. Wer nur die 7 Klimmzüge und die 20 km in 3,5 Stunden im Blick hat, bereitet sich auf die Eintrittskarte vor, nicht auf das Verfahren. Das Handbuch empfiehlt dafür ausdrücklich auch nichtlineare Bewegungsfelder: Ballsportarten, Parcours, Kampfsport, Klettern sowie Kleider- und Rettungsschwimmen. Wie eine Ausdauerbasis auf diesem Niveau überhaupt entsteht und warum klassische Wochenpläne dabei scheitern, beschreiben wir in Trainingsplanung für Einsatzkräfte.

Der 7D-Test: wie das Handbuch dich einstuft

Bevor dir das Handbuch einen Plan gibt, verlangt es eine Standortbestimmung. Der 7D-Test besteht aus sieben Disziplinen, jede wird mit 1, 3 oder 5 Punkten bewertet. Je niedriger die Summe, desto höher deine Leistungsfähigkeit. Aus der Summe ergibt sich die Leistungsgruppe.

Disziplin1 Punkt3 Punkte5 Punkte
4 × 9 m Pendellaufunter 9 s9 bis 9,9 slänger als 10 s
Standweitsprungüber 245 cm215 bis 245 cmunter 215 cm
Bankdrücken (75 % Körpergewicht)über 20 Wdh.10 bis 20 Wdh.unter 10 Wdh.
Klimmzüge in 90 süber 12 Wdh.5 bis 12 Wdh.unter 5 Wdh.
Jump-Over-Burpees in 90 süber 20 Wdh.12 bis 20 Wdh.unter 12 Wdh.
12-Minuten-Laufüber 2.900 m2.400 bis 2.900 munter 2.400 m
100 m Kleiderschwimmenunter 2:30 min2:30 bis 3:30 minüber 3:30 min

7 bis 14 Punkte bedeuten Leistungsgruppe A, 15 bis 25 Punkte Gruppe B, 26 bis 35 Punkte Gruppe C. Gruppe C bekommt einen 12-Wochen-Plan mit dem Auftrag, mindestens drei Monate Grundlagentraining zu absolvieren. Gruppe B ebenfalls 12 Wochen, ergänzt um Schwellen- und Intervalltraining sowie Muskelaufbauwochen. Gruppe A durchläuft drei individuelle Trainingsblöcke à sechs Wochen, also 18 Wochen, wobei jede sechste Woche eine Regenerationswoche ist. Nach jedem Durchlauf wiederholst du den 7D-Test. Reicht die Punktsumme nicht für den Aufstieg, beginnst du denselben Plan mit leicht gesteigerter Intensität erneut.

Was das Handbuch richtig gut macht

  • Der 7D-Test steht bewusst vor dem ersten Trainingsplan. Du misst dich in sieben Disziplinen und trägst deine Punkte ein, bevor du die erste Einheit trainierst. Diese Reihenfolge findet sich in kaum einem frei verfügbaren Plan.
  • Die Trainingsmittel-Matrix ist das eigentliche Werkzeug. 16 Kürzel von TB1 (langer, langsamer Dauerlauf) über TB4 (anaerobe Intervalle, Bergsprints, Treppenläufe) bis MT3 (20 bis 25 km mit 15 bis 20 kg) sind jeweils mit Intensität, Dauer und Satzzahl hinterlegt. Damit lässt sich jede Wochenzeile im Musterplan sauber übersetzen.
  • Regeneration ist eingeplant, nicht nur erwähnt. In jedem Plan ist eine Regenerationswoche fest gesetzt, dazu heißt es klar: mindestens ein komplett trainingsfreier Tag pro Woche.
  • Die Belastungsreihenfolge steht als Faustformel drin: Schnelligkeit und Koordination vor Kraft vor Ausdauer. Wer das umdreht, trainiert Technik im ermüdeten Zustand.
  • Dauermethode 60 bis 120 Minuten bei 135 bis 150 Schlägen pro Minute, Laufband mit 1,5 Prozent Steigung, 10 bis 15 Minuten Aufwärmen, rund 15 Minuten Abwärmen, 1 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, mindestens 2 Liter Flüssigkeit: In dieser Auflösung stehen die Vorgaben im Handbuch. Allgemeinplätze wie „ausreichend trinken" sucht man dort vergeblich.
  • Wie gut war dein letzter Marsch tatsächlich? Die Marschtabelle beantwortet das ohne Interpretationsspielraum: 20 km mit 20 kg in 3 bis 3,5 Stunden gilt als gut, über 4,5 Stunden oder ein Abbruch als schwach, und beim 7-km-Eilmarsch mit 20 kg liegt die Grenze zwischen unter 45 Minuten und über 52 Minuten.

Wo es dich allein lässt

Das Folgende sind unsere Beobachtungen aus der Coaching-Praxis, keine Kritik an der fachlichen Qualität des Dokuments und keine offiziellen Aussagen der Bundeswehr. Ein Handbuch für alle Bewerber kann bestimmte Dinge schlicht nicht leisten:

  • Individualisierung endet bei drei Gruppen. Zwei Bewerber mit 20 Punkten können völlig unterschiedliche Profile haben: der eine läuft 3.000 m in 11:40 und schafft vier Klimmzüge, der andere umgekehrt. Beide bekommen denselben B-Plan. Das Handbuch sagt zwar, die schwächeren Disziplinen sollten im Fokus stehen, sagt aber nicht, wie viel Volumen du dafür wovon abziehst.
  • Es periodisiert nicht auf deinen Termin. Die Pläne laufen im Kreis, trainieren, testen, aufsteigen oder wiederholen, und diese Logik funktioniert so lange, wie du kein Datum im Kalender hast. Ein PFV hat aber eines, und Rückwärtsplanung, ein Formaufbau auf genau diese Woche sowie ein Tapering davor kommen im Handbuch an keiner Stelle vor. Wer im falschen Blockabschnitt antritt, tritt müde an.
  • Für den Computertest gibt es kein einziges Kapitel. Das CAT steht als erste Testdisziplin in Kapitel 2.1, und Phase 1 startet damit ohne Erholungspuffer nach der Anreise. Auf 56 Seiten findest du dazu keine Übung und keinen Hinweis zum Training von Konzentration, Merkfähigkeit oder räumlichem Vorstellungsvermögen. Wer nur körperlich trainiert, trifft die erste Selektionsstufe kalt.
  • Die Härtephase kommt nur als Beschreibung vor. Kapitel 2.2 nennt Schlafdefizit, wenig Nahrung, Kälte, Dunkelheit, Enge und Höhe als Rahmenbedingungen. Das Trainingsprogramm dahinter besteht aus Laufen, Kraft, Marsch und Schwimmen. Entscheiden unter Erschöpfung, Teamverhalten nach zwei Nächten ohne Schlaf und der Umgang mit Kälte lassen sich nicht aus einem Wochenplan lernen.
  • Verletzungsmanagement fehlt fast vollständig. Das Handbuch empfiehlt vor Trainingsbeginn eine ärztliche Untersuchung mit Belastungs-EKG. Das ist gut. Was passiert aber, wenn du in Woche 9 eine Schienbeinkantenreizung bekommst? Wie du das Volumen umbaust, ohne den Aufbau zu verlieren, steht nirgends. Genau an dieser Stelle brechen Vorbereitungen ab.
  • Es gibt kein Fremdbild. Marschtechnik, Lauftechnik, Kreuzheben unter Last und zwei Minuten Nahkampf-Sparring sind Fertigkeiten, die von außen korrigiert werden müssen. Der Übungskatalog beschreibt Ausgangs- und Endposition sauber. Ob du sie triffst, siehst du selbst nicht.

Prüf dich selbst: sechs Fragen an deinen Handbuch-Plan

Wenn du bereits nach dem Handbuch trainierst, beantworte diese sechs Fragen ehrlich. Jedes Nein ist eine offene Baustelle, keine Katastrophe.

  • Hast du den 7D-Test tatsächlich absolviert und die Punkte notiert, oder hast du deine Gruppe geschätzt?
  • Kennst du dein PFV-Zieldatum und weißt du, in welcher Woche welchen Blocks du an diesem Tag stehen wirst?
  • Liegen deine 3.000-m-Zeit und dein 7-km-Gepäcklauf mit 20 kg in Reichweite der Phase-2-Richtwerte, oder nur die Phase-1-Mindestwerte?
  • Hast du in den letzten vier Wochen einen Marsch über 15 km mit mindestens 15 kg absolviert und die Zeit gestoppt?
  • Trainierst du irgendetwas für das CAT, oder ist der kognitive Teil deiner Vorbereitung eine Leerstelle?
  • Hat in den letzten drei Monaten jemand deine Lauf- und Hebetechnik von außen angesehen?

Wie wir auf dem Handbuch aufbauen

Wir ersetzen das Trainingshandbuch nicht, wir nutzen es als Gerüst. Der 7D-Test ist ein guter Einstiegstest, die Trainingsmittel-Matrix ist eine saubere gemeinsame Sprache, und die Marschtabelle ist ein ehrlicher Maßstab. Darauf legen wir das, was ein Dokument für alle nicht leisten kann: eine Rückwärtsplanung auf deinen Termin, eine Volumenverteilung nach deinem konkreten Schwachpunkt statt nach Gruppenzugehörigkeit, kognitives Training für das CAT, Belastungssimulationen für die Härtephase und ein Verletzungsprotokoll für den Fall, dass etwas dazwischenkommt.

Markus, unser Coach und ehemaliger Kommandosoldat, sagt zur Vorlaufzeit dasselbe wie das Handbuch, nur konkreter: Nur ein langfristiger Aufbau über Monate oder Jahre ist stabil, und wer ernsthaft antreten will, fängt zwölf bis achtzehn Monate vorher an, nicht sechs. Die Musterpläne im Handbuch decken 12 bis 18 Wochen ab. Das ist ein Trainingsblock, keine Vorbereitung. Wie ein solcher Aufbau strukturiert aussieht, zeigen wir im KSK-Trainingsplan, die typischen Stolperstellen sammeln wir in den häufigsten Fehlern der KSK-Vorbereitung.

Deinen Handbuch-Plan auf deinen PFV-Termin bringen

Im [KSK-Spezialprogramm](/coaching/ksk-spezialprogramm) arbeiten wir mit Bewerbern genau an den Stellen, die das offizielle Handbuch offenlässt: Rückwärtsplanung auf den Termin, individuelle Schwerpunkte statt Gruppenplan, kognitive Vorbereitung und Belastungssimulation für die Härtephase. Im Erstgespräch schauen wir uns deine 7D-Werte an und sagen dir ehrlich, wo du stehst.

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Quellen und Stand

Stand: September 2026. Dieser Artikel ist eine redaktionelle Aufbereitung von PPF Germany und keine offizielle Veröffentlichung des Kommandos Spezialkräfte, des Heeres oder der Bundeswehr. Alle Werte, Kapitelangaben und Testbeschreibungen stammen aus dem verlinkten Originaldokument; die als Coaching-Beobachtung gekennzeichneten Abschnitte sind unsere Trainingspraxis, keine amtlichen Vorgaben. Der Artikel ersetzt weder einen individuellen Trainingsplan noch medizinische oder rechtliche Beratung. Anforderungen können sich ändern, verbindlich sind die Angaben des KSK-Personalwerbetrupps und die jeweils aktuelle Fassung auf bundeswehr.de.

Häufige Fragen

Gibt es ein offizielles KSK-Trainingshandbuch als PDF?

Ja. Das Heer gibt das „Trainingshandbuch Bewerber KSK" als PDF mit 56 Seiten und rund 5 MB heraus. Es ist frei über die offizielle KSK-Seite auf bundeswehr.de erreichbar, verlinkt im Kontaktbereich der Seite „Werden Sie Teil des Kommandos Spezialkräfte". Du brauchst dafür keinen Zugang und keine Bewerbung. Im Fließtext steht kein Stand-Datum, die PDF-Metadaten weisen August 2023 aus, prüfe also vor der Bewerbung, ob eine neuere Fassung online ist.

Was steht im KSK-Trainingshandbuch drin?

Sieben Kapitel plus Übungskatalog: die Testdisziplinen von PFV Phase 1 und die Richtwerte für Phase 2, allgemeine Hinweise zu Gesundheit und Equipment, den 7D-Test zur Selbsteinstufung, eine Punktetabelle mit drei Leistungsgruppen, Trainingsprinzipien und Ernährungshinweise, eine Matrix aus 16 Trainingsmitteln mit Kürzeln, ein Kapitel zum Marsch mit Bewertungstabelle sowie je einen Musterwochenplan für die Gruppen A, B und C. Der Übungskatalog beschreibt auf über zwanzig Seiten Krafttrainingsübungen von der Langhantel bis zum Eigengewicht.

Welche Werte nennt das Trainingshandbuch für PFV Phase 1?

Das Handbuch listet unter anderem einen 5 × 1.000-m-Intervalllauf in 4:30 bis 3:50 min/km mit 3 Minuten Pause, mindestens 7 Klimmzüge im Ristgriff aus dem ausgehängten Zustand, mindestens 20 Sit-ups in 30 Sekunden, mindestens 22 Liegestütze in 30 Sekunden, 2 Minuten Nahkampf-Sparring, 200 m Schwimmen im Kampfanzug in maximal 7:30 Minuten mit anschließender Entkleidung im Wasser und einen 20-km-Marsch in durchschnittenem Gelände mit 20 kg Gepäck in maximal 3,5 Stunden. Dazu kommen das Computer Assisted Testing und der Psycho-Motorik-Test mit Koordinationsbahn und Verwundetentransport.

Was ist der 7D-Test beim KSK?

Der 7D-Test ist der Selbsttest aus dem Trainingshandbuch, mit dem du deine Ausgangslage bestimmst. Er besteht aus 4 × 9 m Pendellauf, Standweitsprung, Bankdrücken mit 75 Prozent des Körpergewichts, Klimmzügen in 90 Sekunden, Jump-Over-Burpees in 90 Sekunden, dem 12-Minuten-Lauf und 100 m Kleiderschwimmen. Jede Disziplin bringt 1, 3 oder 5 Punkte, wobei weniger besser ist. 7 bis 14 Punkte ergeben Leistungsgruppe A, 15 bis 25 Gruppe B, 26 bis 35 Gruppe C. Nach jedem Planzyklus wiederholst du den Test.

Reicht das offizielle Trainingshandbuch als KSK-Vorbereitung aus?

Als Trainingsgerüst ist es solide, als vollständige Vorbereitung nicht. Es individualisiert nur über drei Leistungsgruppen, periodisiert nicht auf deinen konkreten PFV-Termin, bereitet das Computer Assisted Testing mit keinem einzigen Kapitel vor, trainiert die Härtephase nicht und sagt nichts darüber, wie du deinen Aufbau umbaust, wenn du dich verletzt. Außerdem kann kein PDF deine Lauf-, Marsch- oder Hebetechnik korrigieren. Nach unserer Erfahrung sind genau diese Punkte die häufigsten Abbruchgründe in der Vorbereitung.

Wie lange dauern die Trainingspläne im KSK-Handbuch?

Leistungsgruppe C und B bekommen je einen 12-Wochen-Plan, Leistungsgruppe A drei individuelle Trainingsblöcke à sechs Wochen, also 18 Wochen, mit jeder sechsten Woche als Regenerationswoche. Das Handbuch selbst betont allerdings, dass nur ein langfristiger Aufbau über mehrere Monate oder Jahre stabil ist. Aus unserer Coaching-Praxis rechnen wir für eine ernsthafte PFV-Vorbereitung mit zwölf bis achtzehn Monaten. Die Musterpläne sind also ein Block innerhalb der Vorbereitung, nicht die Vorbereitung selbst.

Niklas Voss

Niklas Voss

Gründer PPF Germany · Ehemaliger Soldat

Niklas ist ehemaliger Soldat und Gründer von PPF Germany. Seit 2017 hat er mit seinem Team aus aktiven Spezialeinheitsangehörigen über 738 Athleten erfolgreich durch militärische und polizeiliche Auswahlverfahren begleitet.

Experte für Auswahlverfahren seit 2017Autor-Profil →Alle Trainer

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