Was ist die GSG 9?
Die GSG 9 (Grenzschutzgruppe 9) ist die Spezialeinheit der Bundespolizei. Sie wurde am 26. September 1972 als direkte Konsequenz aus dem gescheiterten Befreiungsversuch bei den Olympischen Spielen in München gegründet. Bereits 1977 erlangte sie internationale Bekanntheit durch die erfolgreiche Geiselbefreiung der Lufthansa-Maschine 'Landshut' in Mogadischu.
Die GSG 9 untersteht dem Bundespolizeipräsidium und ist für die Bekämpfung von Terrorismus, Schwerstkriminalität und Geiselnahmen zuständig. Im Gegensatz zu SEK-Einheiten der Landespolizeien operiert die GSG 9 bundesweit und international. Die Einheit war bisher in über 2.000 Einsätzen weltweit tätig.
Rund 300 bis 400 Beamte gehören zur GSG 9. Sie gliedert sich in vier spezialisierte Einsatzeinheiten sowie mehrere Unterstützungseinheiten: CBRN (Schutz vor chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Bedrohungen), KFU (Kriminaltechnische Forensische Untersuchung), IuK (Informations- und Kommunikationstechnik), Aufklärung, OEM (Operative Einsatzmittel) und Entschärfer. Seit 2019 ist die vierte Einheit in Berlin aktiv und hat eine Motorrad-Spezialisierung.
Das GSG 9 Auswahlverfahren (EAV) erstreckt sich über fünf Tage (Montag bis Freitag) und zählt zu den anspruchsvollsten in Europa. Es prüft physische Leistungsfähigkeit, kognitive Belastbarkeit, Schießfertigkeit, Höhentauglichkeit und psychologische Eignung. Durchschnittlich bestehen nur 10 bis 15 Prozent der Bewerber.
Der größte Irrtum bei der Vorbereitung auf das GSG9-EAV: Wer körperlich stark genug ist, besteht. Das stimmt nicht. Der Hauptausscheidegrund an Tag 4 ist kein Kraft- oder Ausdauertest, sondern ein 4,5-stündiger Konzentrationstest unter totaler körperlicher Erschöpfung. Bis dahin haben drei Tage Belastung, Schlafentzug und Stresssituationen das Nervensystem bereits so weit runtergefahren, dass kognitive Leistung für die meisten schlicht zusammenbricht. Wer nicht gezielt trainiert hat, kognitive Aufgaben unter Erschöpfung zu lösen, erlebt das in diesem Moment zum ersten Mal. Der Test lässt sich nicht durch Willenskraft kompensieren. Er lässt sich nur durch ein klares Trainingsdesign vorbereiten: schwere Einheiten direkt vor Konzentrationsübungen, Merkaufgaben nach langen Läufen, Entscheidungstraining unter Sauerstoffschuld. Wer mit einem reinen Sportplan antritt, hat das Wichtigste nicht trainiert.
Nachts um 3 Uhr, nach zwei Tagen Auswahlverfahren, beginnt der Belastungslauf. Keine Ankündigung, kein Aufwärmen. Platzpatronen, Nebel, Dunkelheit. Das ist kein Hindernislauf, sondern eine gezielte Stresssituation: Die GSG9 testet, wie jemand handelt, wenn Erschöpfung und Orientierungslosigkeit gleichzeitig eintreten. Wer nicht geübt hat, sich in diesem Zustand zu orientieren, Befehle aufzunehmen und körperlich zu funktionieren, wird dort aufhören. Unmittelbar danach folgt ein Merkfähigkeitstest in einer nachgestellten Wohnung. Was man dort sieht und hört, muss man sich merken. Wer in diesem Moment glaubt, er sei einfach müde, hat nicht verstanden, was geprüft wird. Die Vorbereitung muss Nachttraining, Schlafentzugseinheiten und Konzentrationsaufgaben direkt nach physischer Belastung enthalten. Alles andere ist Lücke.
Wer das EAV besteht, beginnt eine neunmonatige Grundausbildung in zwei Blöcken. In der Mitte liegt die Härtewoche: fünf Tage, circa 250 Kilometer Fußmarsch, 30 Kilogramm Gepäck, kein Essen. Das ist kein Übungsmarsch. Wer diese Woche nicht besteht, wird entlassen. Nicht zurückgestellt. Entlassen. Das unterscheidet die GSG9-Grundausbildung von vergleichbaren Programmen bei anderen Einheiten: Es gibt keine zweite Chance innerhalb des laufenden Lehrgangs. Die Härtewoche prüft das, was im EAV noch nicht vollständig sichtbar war: wie jemand über mehrere Tage hinweg unter absoluter Mangelversorgung stabil bleibt. Wer dort besteht, hat bewiesen, dass er nicht nur belastungsfähig ist, sondern auch dann noch funktioniert, wenn der Körper längst aufgehört hat mitzumachen. Diese Woche hat im Kontext der GSG9-Ausbildung keine Entsprechung bei der regulären Bundespolizei.
GSG9 Auswahlverfahren im Detail (GSG9 EAV BPol)
Aufbau & Einsatzeinheiten
011. Einsatzeinheit (Präzisionsschützen)
Spezialisiert auf Scharfschützenoperationen und Langstrecken-Präzisionsschießen. Verantwortlich für Deckung und Aufklärung bei Zugriffseinsätzen.
022. Einsatzeinheit (Taucher)
Spezialisierung auf maritime und amphibische Operationen. Einsätze auf See, an Küsten und auf Schiffen, einschließlich Unterwasseroperationen.
033. Einsatzeinheit (Fallschirmspringer)
Spezialisiert auf luftgestützte Operationen und Fallschirmeinsätze. Einsatz bei Lagen, die eine schnelle Infiltration aus der Luft erfordern.
044. Einsatzeinheit Berlin (Motorrad-Spezialisierung)
Seit 2019 in Berlin stationiert, um die Reaktionszeit im Großraum Berlin-Brandenburg zu minimieren. Die vierte Einheit hat eine Spezialisierung auf Motorrad-Operationen, z.B. für Zugriffe auf bewegliche Ziele und schnelle Verlegung im urbanen Raum.
Standorte
Sankt Augustin (Hauptquartier)
Die GSG 9-Kaserne in Sankt Augustin bei Bonn ist das Hauptquartier und Ausbildungszentrum. Hier befinden sich die 1. bis 3. Einsatzeinheit, die Ausbildungsabteilung und die Führung. Das Gelände umfasst ein Schießausbildungszentrum mit einem Holzflugzeug in Originalgröße, Übungsgebäude, eine Kletterwand und Trainingseinrichtungen.
Berlin
Die 4. Einsatzeinheit ist in Berlin stationiert. Der Standort wurde eingerichtet, um die Reaktionszeit für den Raum Berlin-Brandenburg deutlich zu verkürzen.
Neustadt in Holstein (geplant)
Geplanter dritter Standort der GSG 9 an der Ostsee. Der Standort befindet sich in der Aufbauphase und soll die norddeutsche Küstenregion abdecken.
Anforderungen & Voraussetzungen
- Aktiver Bundespolizist (Bewerbung ist nach bestandener Laufbahnprüfung und etwas Berufserfahrung möglich)
- Polizeibeamte aus Landespolizeien können sich ebenfalls bewerben (Versetzung zur Bundespolizei)
- Höchstalter: 34 Jahre zum Beginn der Ausbildung
- Polizeidiensttauglichkeit (PDV 300) ohne Einschränkungen
- Bereitschaft zur Versetzung nach Sankt Augustin oder Berlin
- Hohe körperliche Fitness: Ausdauer, Kraft, Schwimmen, Klettern
- Psychische Belastbarkeit und Teamfähigkeit
- Keine Vorstrafen, einwandfreier dienstlicher Leumund
GSG 9 EAV: Prüfungsbestandteile
Ablauf des GSG 9 Auswahlverfahrens im Detail
Tag 1 (Montag): Sporttest & Kognitive Tests
Der erste Tag beginnt mit dem Sporteignungstest: Cooper-Test (3.000m in 12 Min.), 10 Bankdrücken bei 75% Körpergewicht, 10 strikte Klimmzüge, 100m Sprint unter 13,4 Sekunden und 2,40m Standweitsprung. Wer die Mindestanforderungen nicht erfüllt, scheidet sofort aus. Im Anschluss folgen IQ- und Persönlichkeitstest sowie ein schriftlicher Englischtest.
Tag 2 (Dienstag): Koordination, Schießen & Interview
Am Dienstag stehen Koordinationstest, praktisch-technische Prüfung und Reaktionstest an. Es folgt ein erstes strukturiertes Interview mit den Psychologen. Danach der Schießleistungstest mit Pistole sowie ein mündlicher Englischtest. Tag 2 prüft die Vielseitigkeit der Bewerber.
Tag 3 (Mittwoch): Hindernisparcours, MP5, Höhentest & Belastungslauf
Mittwoch ist der härteste Tag. Zunächst der Indoor-Hindernisparcours (14 Hindernisse in max. 3:30 Min.), dann MP5-Schießen, gefolgt vom Höhentest mit Klettern und Abseilen. Höhenangst ist ein sofortiger Ausschlussgrund. Nachts gegen 3 Uhr morgens folgt der Belastungslauf unter realistischen Einsatzbedingungen: Platzpatronen, Nebel und Dunkelheit. Im Anschluss der Merkfähigkeitstest unter totaler Erschöpfung.
Tag 4 (Donnerstag): Konzentrationstest & Abschlussgespräch
Der Konzentrationstest dauert rund 4,5 Stunden und prüft Merkfähigkeit, Konzentration, logisches Denken und Reaktionsfähigkeit unter Zeitdruck. Er ist der häufigste Ausscheidegrund im gesamten EAV, auch für Bewerber, die körperlich ohne Probleme bestanden haben. Wer kognitives Training unter Erschöpfung vernachlässigt hat, trifft diesen Test unvorbereitet. Im Anschluss folgen abschließende Gespräche mit Psychologen und Trainern.
Tag 5 (Freitag): Ergebnis & Einweisung
Am letzten Tag erfahren die Bewerber, ob sie bestanden haben. Erfolgreiche Kandidaten erhalten eine Informations- und Vorbereitungssession für den Start der Grundausbildung bei der GSG 9. Nicht bestandene Bewerber können sich nach einer Wartezeit erneut bewerben.
→GSG9 Spezialprogramm
9 Monate systematische Vorbereitung auf das GSG9 EAV, mit spezialisierten Trainern, Einzel- und Gruppen-Calls, kognitiver Vorbereitung und EAV-Simulationen. 5x höhere Besteherquote als der Durchschnitt.
Ausbildung nach bestandenem EAV
Nach bestandenem Auswahlverfahren beginnt die Grundausbildung bei der GSG 9, die insgesamt rund 9 Monate dauert (aufgeteilt in zwei Blöcke von je 4,5 Monaten mit Urlaub dazwischen). Die erste Phase (Basisausbildung) umfasst Zugriffstechniken, Schießausbildung (Glock 17, MP5, G36C), Nahkampf, Sprengmittelkunde, Seil- und Klettertechnik, Erste Hilfe unter taktischen Bedingungen und Einsatzplanung. Bestandteil der Ausbildung ist die sogenannte Härtewoche: 5 Tage, ca. 250 km Fußmarsch mit 30 kg Gepäck, kein Essen. Wer die Härtewoche nicht besteht, wird entlassen. Die zweite Phase (Spezialausbildung) umfasst Geiselbefreiung in Flugzeugen, Bussen, Schiffen und Gebäuden, Personenschutz und abschließende Prüfungswochen. Die GSG 9 führt rund 50 bis 60 Einsätze pro Jahr durch. Die Altersgrenze für den aktiven Einsatzdienst liegt bei 45 Jahren. Auch nach der Grundausbildung trainieren GSG 9-Beamte permanent weiter.
→Kognitive Vorbereitung ist entscheidend
Der 4,5-stündige Konzentrationstest an Tag 4 ist der häufigste Ausscheidegrund im GSG 9 Auswahlverfahren. Trainiere Merkfähigkeit, Konzentration und Reaktionsfähigkeit gezielt mit unserer App und erfahre mehr über den Wiener Test in unserem Blog.
→Spezialeinheit Vorbereitung: Der komplette Guide
SEK, KSK, GSG9, BFE+ und ZUZ, in einem Artikel. Was wirklich gefordert wird, wie du die Vorbereitung strukturierst und welche Fehler die meisten Bewerber machen.
Besoldung & Vergütung
GSG 9-Beamte werden nach dem Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) entlohnt, üblicherweise in den Besoldungsgruppen A9–A13 je nach Laufbahn und Dienstjahren. Zusätzlich erhalten sie eine Stellenzulage von rund 500€ monatlich als Gefahrenzulage für den Spezialeinsatzdienst. Hinzu kommen Zuschläge für Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst sowie Auslandseinsätze.
GSG 9 Vorbereitung: Tipps
- →Ausdauer systematisch aufbauen: Der 5.000m-Lauf und Cooper-Test sind zentrale Hürden, trainiere mindestens 6 Monate vorher mit progressivem Laufplan.
- →Schwimmen nicht unterschätzen: Viele Bewerber scheitern am 300m-Schwimmen in Kleidung. Trainiere regelmäßig in Klamotten und achte auf Effizienz im Wasser.
- →Kraftausdauer priorisieren: Klimmzüge, Liegestütze und Bankdrücken werden in Wiederholungstests geprüft, trainiere auf hohe Wiederholungszahlen, nicht nur Maximalkraft.
- →Mental vorbereiten: Die GSG 9 testet psychische Belastbarkeit unter Schlaf- und Nahrungsentzug. Simuliere anstrengende Situationen bei Müdigkeit und Hunger.
- →Kampfsport-Grundlagen erarbeiten: Der kontrollierte Zweikampf ist Teil des EAV. Grundkenntnisse in Ringen, Judo oder MMA helfen enorm.
- →Teamfähigkeit zeigen: Die GSG 9 beobachtet Gruppenverhalten durchgehend. Zeige dich als zuverlässiger Teamplayer, nicht als Einzelkämpfer.
- →Höhenangst überwinden: Abseil- und Kletteraufgaben gehören zum EAV. Wer Höhenangst hat, sollte frühzeitig mit Klettern oder Industrieklettern beginnen.
- →Trainiere Konzentrations- und Merkaufgaben direkt im Anschluss an schwere Einheiten, nicht nach der Erholung. Nur so gewöhnst du dein Gehirn daran, unter Ermüdung präzise zu arbeiten.
- →Ziele auf 3.200 Meter im Cooper-Test und 15 Klimmzüge, nicht auf das Minimum. Der Puffer ist kein Komfort, sondern Sicherheit für den Tag, an dem nicht alles optimal läuft.
- →Plane gezielte Einheiten in den späten Abend- oder Nachtstunden ein, inklusive kurzer Merkaufgaben danach. Der Belastungslauf um 3 Uhr ist keine Überraschung, wenn du deinen Körper bereits daran gewöhnt hast, in diesem Zeitfenster zu funktionieren.
Videos zur GSG 9 Vorbereitung
GSG9 Spezialprogramm: Start der 2026 Pipeline
Wie du ein Auswahlverfahren trotz 80% Ausfallquote bestehst (SEK, KSK, GSG9 und mehr)
Wie die GSG 9-Realität von Insidern geschildert wird
Auszüge aus öffentlich verfügbaren Interviews mit ehemaligen Operatoren — Rolle und Dienstzeit dokumentiert.
„Die Vorbereitung, die ich selbst gewählt habe, war zielführend. Ein bisschen professioneller, gerade im Hinblick auf das, was später auf einen zukommt in der Ausbildung und den Einsatzeinheiten, könnte man die eine oder andere Verletzung vermeiden."
„Wechsel von der Landespolizei oder vom BKA zur GSG 9 ist auf jeden Fall möglich. Zu meiner Zeit kamen viele Beamte diesen Weg. Man braucht einen Tauschpartner zwischen Land und Bund, dann geht das jederzeit."
„Vormittags Taktik- und Trupptraining bis zur Mittagszeit. Schießen ist Schwerpunkt. Nachmittag oft individueller Sport, die Ansprüche sind hoch, sportlich muss man fit bleiben. Dazu kommen Schwerpunktwochen: Maritime Woche, Flugzeugwoche, spezielle Taktiken, und Auslandsaufenthalte bei befreundeten Einheiten."
„Bei längeren Auslandseinsätzen ist Kontaktaufnahme nach Hause oft komplett untersagt, um keine Taktiken oder Positionen über abgehörte Telefone preiszugeben. Für Angehörige ist das natürlich sehr schwierig. Das gehört zur Realität des Dienstes."
Wie ein GSG 9-Bewerber das Auswahlverfahren bestanden hat
Bundespolizeibeamter im Schichtdienst, fünf Jahre aktiver Dienst. Klare GSG-9-Ambition seit der Polizeiausbildung. Im Training festgefahren, wiederholt identische Kraft- und Ausdauerwerte trotz konstantem Volumen.
Ausgangslage
- —Cooper-Test seit zwei Jahren bei 2.700 m, kein Fortschritt trotz täglichem Eigenversuch
- —Schichtdienst (Wechsel zwischen Früh, Spät, Nacht) machte konventionelle Periodisierung unmöglich
- —Fehlende Struktur für GSG-9-Spezifika, kognitive Belastung nach Sport, Schießen unter Druck
- —Klares Ziel GSG 9, kein realistisches zweites Karrierezeitfenster
- —Hohe innere Disziplin, aber bisher ohne externe Steuerung oder Datenbasis
Coaching-Verlauf
Trainings-Periodisierung an Schichtwechsel anpassen, Belastungs-Diagnostik, Schlaf-Hygiene
Lauf-Volumen-Aufbau im G1-Bereich, strukturiertes Kraftprogramm 3×/Woche, Recovery-Pattern
Cooper-Test-Spezifik, 5-km-Tempohärtung, kognitive Belastung nach Sport-Sessions, Schießen unter Vorermüdung
Vollständige EAV-Tag-Simulation, mentale Stress-Inokulation, Tagesabläufe in originaler Reihenfolge
Fortschritt
| Metrik | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Cooper-Test | Plateau bei 2.700 m | über 3.250 m |
| 5 km Zeit | 22:30 min | unter 19:00 min |
| G1-Pace | 6:15 min/km | unter 5:30 min/km |
| Bankdrücken | 75 kg (1RM) | 100 kg (1RM) |
| Kniebeuge | 100 kg (1RM) | 130 kg (1RM) |
| Schlafqualität | schwankend, oft unter 6 h | stabil 7 h trotz Schichtwechsel |
Nach Monat 6 hat Daniel den ersten Cooper-Test über 3.000 m absolviert. Bis dahin war die 2.700er-Marke seit zwei Jahren fixiert, der Durchbruch hat sein Vertrauen in das System komplett verändert. Ab da hat er auch die letzten Eigen-Modifikationen aus dem Plan herausgenommen.
GSG-9-EAV über fünf Tage in Sankt Augustin. Sport, Schießen und Lagebewältigung in den ersten drei Tagen, kognitiver Block am vierten Tag. Daniel war auf den Sportteil bestens vorbereitet, die Überraschung war der kognitive Test nach drei harten Tagen, aber genau diese Reihenfolge hatten wir in den letzten Wochen mehrfach simuliert.
„Trotz Schichtdienst hat das strukturierte Programm funktioniert. Der Cooper-Wert war das, was ich am wenigsten erwartet hätte, und genau das hat im EAV den Unterschied gemacht.“
„Am letzten EAV-Tag wusste ich noch nicht, ob es reicht. Als der Bescheid kam, war klar: die 44 Wochen waren jeden einzelnen Lauf wert. Auch jeden in der Nachtschicht.“
Schichtdienst ist kein Hindernis, die Periodisierung muss nur an den Schichtwechsel angepasst werden. Wer das ignoriert, verliert die Hälfte der Trainingsanpassung an Müdigkeit und schlechte Erholung.
Anonymisiert nach DSGVO: Pseudonym, Region statt Standort, Alters-Range. Echte Werte aus dokumentierter PPF-Coaching-Reise.
Häufig gestellte Fragen zum GSG 9 Auswahlverfahren
Kann ich mich direkt nach der Ausbildung bei der GSG 9 bewerben?
Ja, eine Bewerbung ist nach bestandener Laufbahnprüfung bei der Bundespolizei möglich. Eine feste Mindestdienstzeit gibt es nicht, etwas Berufserfahrung wird jedoch empfohlen. Auch Beamte der Landespolizeien können sich bewerben.
Wie alt darf ich bei der Bewerbung sein?
Das Höchstalter liegt bei 34 Jahren zum Beginn der Basis- und Spezialausbildung. Da zwischen Bewerbung und Ausbildungsbeginn mehrere Monate liegen können, sollte man sich rechtzeitig bewerben.
Muss ich nach Sankt Augustin umziehen?
Ja, GSG 9-Beamte müssen in der Nähe des Standorts wohnen, da sie innerhalb kurzer Zeit (ca. 45–60 Minuten) einsatzbereit sein müssen. Je nach Einheit ist das Sankt Augustin oder Berlin-Spandau.
Ist die GSG 9 familienfreundlich?
Die GSG 9 arbeitet im Bereitschaftssystem mit rotierendem Dienst. Es gibt dienstfreie Phasen, aber während der Bereitschaft muss man jederzeit abrufbar sein. Viele GSG 9-Beamte haben Familien, es erfordert jedoch Organisation und Verständnis des Partners.
Ist eine Laser-Augenoperation erlaubt?
Ja, eine Laser-Augenoperation (z.B. LASIK) ist grundsätzlich kein Ausschlussgrund, sofern sie mindestens 2 Jahre zurückliegt und komplikationslos verlaufen ist. Die Sehfähigkeit muss nach der OP den Anforderungen entsprechen. Eine augenärztliche Bescheinigung wird benötigt.
Können sich Soldaten bei der GSG 9 bewerben?
Nein, die GSG 9 gehört zur Bundespolizei, nicht zur Bundeswehr. Soldaten müssten zunächst in den Polizeidienst wechseln. Das militärische Pendant ist das KSK (Kommando Spezialkräfte) der Bundeswehr.
Wie oft findet das Auswahlverfahren statt?
Das Auswahlverfahren der GSG 9 findet mehrmals im Jahr statt, üblicherweise zwei mal im Herbst. Genaue Termine werden über die Bundespolizei bekanntgegeben.
Was ist der häufigste Ausscheidegrund beim GSG9 Auswahlverfahren?
Nicht der Sporttest, sondern der 4,5-stündige Konzentrationstest an Tag 4 ist der häufigste Ausscheidegrund. Er wird unter kumulativer körperlicher Erschöpfung durchgeführt, nachdem Bewerber bereits drei Tage intensive Belastung absolviert haben, darunter einen nächtlichen Belastungslauf mit Stresssimulation ab 3 Uhr morgens. Wer die kognitive Vorbereitung vernachlässigt, scheitert hier, auch wenn der Sporttest problemlos war.
Warum scheitern körperlich fitte Bewerber am GSG9 Auswahlverfahren?
Weil der Auswahlprozess nicht den stärksten Körper sucht, sondern den stabilsten Kopf unter extremer Belastung. Der 4,5-stündige Konzentrationstest an Tag 4 ist der Hauptausscheidegrund. Zu diesem Zeitpunkt haben drei Tage Schlafentzug und physische Belastung das Gehirn bereits so weit ermüdet, dass kognitive Leistung messbar einbricht. Wer das EAV nur sportlich vorbereitet hat, trifft diesen Test unvorbereitet. Die 10 bis 15 Prozent Besteherquote erklärt sich nicht durch körperliche Schwäche der Ausgeschiedenen, sondern durch kognitive Ermüdung, die ohne gezieltes Training nicht kontrollierbar ist.
Wie hoch sind die Zielwerte, um das GSG9 EAV sicher zu bestehen?
PPF-Kandidaten trainieren auf Werte, die über den offiziellen Anforderungen liegen: 3.200 Meter im Cooper-Test, 15 Klimmzüge, 20 oder mehr Wiederholungen im Bankdrücken bei 75 Prozent Körpergewicht. Diese Puffer sind kein Luxus. Am Tag des EAV sind Reisestress, schlechter Schlaf und Nervosität Faktoren, die Leistung messbar drücken. Wer exakt an der Grenze trainiert hat, landet darunter. Wer mit Abstand antritt, bleibt darüber. In 2024 und 2025 hatten PPF-Kandidaten eine fünffach höhere Besteherquote als der Durchschnitt.
Was verdient ein GSG-9-Beamter?
Grundbesoldung als Polizeivollzugsbeamter der Bundespolizei, mittlerer Dienst A8–A9, gehobener Dienst A9–A13. Hinzu kommen die Polizeizulage (rund 132 € brutto), die GSG-9-Erschwerniszulage nach § 22 EZulV (etwa 350 € brutto) und Einsatzzulagen je nach Belastungslage. Bei Auslandseinsätzen weitere Auslandsverwendungszuschläge.
Welche Waffen führt die GSG 9?
Standardbewaffnung Pistole (HK P30, HK USP, Glock 17), Maschinenpistolen (HK MP7, HK MP5), Sturmgewehre (HK416, HK G36) sowie Präzisionsgewehre für Scharfschützen (HK PSG1, Accuracy AX). Hinzu kommen Spezialwaffen, Sprengmittel zum Türöffnen, Drohnen, Schutzwesten, ballistische Helme und Spezialfahrzeuge bis zum gepanzerten Transporter.
Wie viele GSG-9-Beamte gibt es?
Die GSG 9 hat eine Personalstärke von etwa 400 Einsatzkräften (genaue Zahlen unterliegen der Geheimhaltung). Sie gliedert sich in mehrere Einsatzeinheiten, Boden, Wasser, Luft und Sondereinsatzkommandos. Erweiterungen der Personalstärke wurden in den letzten Jahren mehrfach politisch angekündigt.
Weitere Spezialeinheiten
BFE+
Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit Plus
BundespolizeiPSA
Polizeiliche Schutzaufgaben Ausland
PolizeiSEK
Spezialeinsatzkommando
BundeswehrKSK
Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr
BundeswehrEGB
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