Ein Glossar ist die schnelle Antwort auf "Was bedeutet eigentlich … ?" — 251 Fachbegriffe aus dem Polizei-, Bundeswehr- und Spezialeinheiten-Kosmos. Jeder Eintrag hat eine eindeutige URL und strukturierte Daten (DefinedTerm-Schema) für Suchmaschinen und AI-Assistenten.
Das Einstellungsauswahlverfahren (EAV) ist das mehrstufige Auswahlverfahren der deutschen Polizei für die Einstellung in den Vollzugsdienst. Es umfasst Sporttest, kognitiven Test, medizinischen Test und Assessment-Center. Je nach Bundesland dauert es 1 bis 3 Tage.
PFV hat je nach Kontext zwei Bedeutungen: Bei der Polizei die körperliche Prüfung im Rahmen des EAV. Beim KSK und den Bundeswehr-Spezialkräften steht PFV für das Potenzialfeststellungsverfahren, das mehrwöchige Auswahlverfahren mit Bestehensquote unter 10 Prozent.
Der Deutsche Polizei-Test ist ein kognitiver Leistungstest, den viele Landespolizeien im Einstellungsverfahren nutzen. Er prüft sprachliches Verständnis, logisches Denken, räumliches Vorstellungsvermögen und Merkfähigkeit, meist 90 bis 120 Minuten, papier- oder computerbasiert.
Die Polizeidiensttauglichkeit (PDT) ist die medizinische Eignungsprüfung für den Polizeivollzugsdienst. Geprüft werden Sehkraft, Hörvermögen, BMI (unter 30), Blutbild, orthopädische Checks und eine psychologische Anamnese.
Ein mehrstündiger Testtag mit Gruppendiskussion, Einzelinterview, Rollenspiel und teils Postkorbübung. Bewertet werden Kommunikationsstärke, Stressresistenz, Entscheidungsfähigkeit und Teamfähigkeit, der verhaltensbezogene Teil des Auswahlverfahrens.
Sammelbegriff für sämtliche Prüfungen im EAV. Häufig synonym mit EAV verwendet, umfasst aber streng genommen auch die medizinischen und psychologischen Einzelprüfungen.
Das Wiener Testsystem (WTS) ist eine computerbasierte kognitive Testbatterie der Schuhfried GmbH mit über 100 Einzeltests, darunter DLT (Determinationstest), RT (Reaktionstest), LVT (Lernvermögen) und INSBAT (Intelligenz-Struktur). Seit etwa 2020 Standard bei Polizei, Bundeswehr und SEK.
Der Determinationstest (DLT) ist ein multimodaler Reaktionstest im Wiener Testsystem: optische und akustische Reize müssen gleichzeitig per Tasten, Pedalen und Schaltern beantwortet werden. Er bewertet selektive Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit unter Dauerstress.
Der Reaktionstest (RT) im Wiener Testsystem misst die einfache Reaktionszeit, wie schnell ein Bewerber motorisch und kognitiv auf einen einzelnen Reiz reagiert. Zielwert ist ein Median unter etwa 400 Millisekunden.
Anteil der Bewerber, die ein Auswahlverfahren erfolgreich abschließen. Bei regulären Polizei-Laufbahnen je nach Bundesland 20 bis 50 Prozent, bei Spezialeinheiten oft unter 15 Prozent, beim KSK unter 10 Prozent.
Eine Anforderung, deren Nichterfüllen zum sofortigen Ausscheiden führt, unabhängig von der Gesamtleistung. Typische K.O.-Kriterien sind das Seilklettern, eine Mindest-Sehkraft oder das Bestehen der medizinischen Tauglichkeit.
Erste Filterstufe vor dem eigentlichen Auswahlverfahren: Prüfung der formalen Voraussetzungen (Schulabschluss, Alter, Führungszeugnis) und teils ein Online-Test. Wer die Vorauswahl nicht besteht, wird gar nicht erst eingeladen.
Auswahlverfahren ist der Oberbegriff für jedes mehrstufige Prüfverfahren, mit dem Polizei, Bundeswehr oder Spezialeinheiten Bewerber testen und vergleichen. Typische Bausteine sind Sporttest, kognitiver Test, medizinische Untersuchung und Interview. Die konkrete Bezeichnung variiert je nach Organisation, etwa EAV bei der Polizei oder PFV beim KSK.
Viele Auswahlverfahren rechnen Einzelleistungen über eine Bewertungsmatrix in Punkte um: Jede Disziplin bringt je nach Ergebnis eine Punktzahl, die Summe entscheidet über Bestehen und Ranglistenplatz. Wichtig für die Vorbereitung: Wer weiß, welche Disziplinen wie stark gewichtet werden, kann sein Training gezielt auf die Punktebringer ausrichten.
Die Mindestanforderung ist der Wert, den ein Bewerber in einer Disziplin mindestens erreichen muss, um nicht auszuscheiden. Sie wirkt wie ein K.O.-Kriterium: Wer den Sollwert verfehlt, fliegt raus, egal wie gut die anderen Disziplinen laufen. Für die Vorbereitung gilt: Erst alle Mindestwerte sicher abdecken, dann Punkte maximieren.
Einstellungsvoraussetzungen sind die formalen Bedingungen, die ein Bewerber erfüllen muss, bevor er überhaupt zum Auswahlverfahren eingeladen wird. Typisch sind Staatsangehörigkeit, Altersgrenzen, Schulabschluss, gesundheitliche Eignung und ein einwandfreies Führungszeugnis. Die Details unterscheiden sich je nach Behörde und Land, deshalb gehört der Abgleich mit der offiziellen Ausschreibung an den Anfang jeder Bewerbung.
Die taktische Spezialeinheit der Landespolizeien für hochriskante Festnahmen, Geisellagen und Terrorlagen. Jedes Bundesland unterhält ein eigenes SEK. Voraussetzung ist in der Regel mindestens zwei Jahre Polizeidienst im Wach- und Wechseldienst.
Eine verdeckt arbeitende Spezialeinheit der Landeskriminalämter (und des BKA auf Bundesebene). Schwerpunkt sind verdeckte Observation, Ermittlungen und Zugriffe auf Observationsobjekte, weniger taktisch-athletisch als das SEK, stärker tarnungs- und observationsbasiert.
Das Unterstützungskommando der bayerischen Polizei, eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit mit ausgeprägter taktischer Ausbildung. Schwerpunkt sind Versammlungs- und Veranstaltungslagen sowie der Lückenschluss zwischen Streifendienst und SEK.
Eine geschlossene Einheit der Bereitschaftspolizei für Großdemonstrationen, Fußballspiele und qualifizierte Festnahmen in Großlagen. In mehreren Bundesländern eine Vorstufe für spätere SEK-Karrieren. Die BFE+ der Bundespolizei schließt die Lücke zwischen regulärer Bundespolizei und GSG 9.
Die Spezialeinheit der Bundespolizei, gegründet 1972 nach dem Olympia-Attentat von München. Zuständig für Terrorlagen auf Bundesebene, Schienen-, Flug- und Seeverkehr sowie Geiselbefreiung. Rund 400 Einsatzkräfte, Hauptstandort Sankt Augustin bei Bonn.
Die bundesweite Vollzugspolizei (ehemals Bundesgrenzschutz / BGS). Zuständig für Bahn-, Luft- und Seeverkehr, Grenzschutz und den Schutz von Bundesorganen. Eigenes Einstellungsauswahlverfahren, Ausbildung an den Bundespolizeiakademien.
Die AFEU (Aus- und Fortbildungseinheit) ist der Ausbildungsabschnitt innerhalb der GSG 9, der erfolgreichen Bewerbern nach bestandenem Eignungsauswahlverfahren bevorsteht. Dauer rund neun Monate, mit Schießen, Taktik, Klettern, Sprengen und Sanitätsausbildung als Schwerpunkten.
Das Landeskriminalamt (LKA) ist die zentrale Kriminalpolizeibehörde eines Bundeslands. Schwerpunkte sind Kapitaldelikte, organisierte Kriminalität, Staatsschutz und Cybercrime. Die meisten MEK-Einheiten (Mobile Einsatzkommandos) sind am LKA angesiedelt.
Die Polizeilichen Schutzaufgaben Ausland (PSA) sind die Personenschützer der Bundespolizei an deutschen Botschaften in Krisengebieten. Das interne Auswahlverfahren enthält einen Höhentest als K.O.-Kriterium und eine Englischprüfung.
Der Militärische Abschirmdienst (MAD) ist der Nachrichtendienst der Bundeswehr. Er prüft Bewerber für sicherheitsrelevante Positionen, etwa KSK, Kommando Heer oder Nachrichtenkräfte, im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung.
Drei Stufen der militärischen Sicherheitsüberprüfung. Ü1 = einfache Überprüfung (Standardsoldat), Ü2 = erweiterte (KSK-Bewerber, Operatoren in sicherheitsrelevanten Funktionen), Ü3 = erweiterte mit Sicherheitsermittlungen (z. B. Zugang zu Kryptogerätschaften).
Die Allgemeine Grundausbildung (AGA) ist die rund dreimonatige Grundausbildung, die jeder Soldat der Bundeswehr durchläuft. Inhalte: Schießausbildung, Gefechtsdienst, Marschtraining, Sanitätsgrundlagen und Wehrrecht.
Die Spezifische Grundausbildung (SGA) folgt auf die Allgemeine Grundausbildung (AGA) und vermittelt die Fähigkeiten der jeweiligen Truppengattung. Dauer je nach Verwendungsreihe rund 3 bis 9 Monate.
Bewerber für die Offizierslaufbahn. Hat ein anderes Auswahlverfahren als Mannschaftsdienstgrade: Assessment mit INSBAT, Führungskompetenz-Tests, Eignungs-Feststellungs-Verfahren (EFV) in Köln.
Soldat auf Zeit (SaZ) ist ein befristetes Dienstverhältnis bei der Bundeswehr, typischerweise 2 bis 25 Jahre, meist als SaZ 4, 8, 12 oder 25. Es ist der Standard-Status für die meisten Berufssoldaten-Laufbahnen vor der etwaigen Verbeamtung auf Lebenszeit.
Die Landstreitkräfte der Bundeswehr und größte Teilstreitkraft. Umfasst Infanterie, Panzertruppe, Artillerie sowie die Division Schnelle Kräfte mit KSK, Fallschirmjägern und Gebirgsjägern.
Die Teilstreitkraft der Bundeswehr für den Luftraum: Kampfjets, Transportflugzeuge, Hubschrauber, Flugabwehr und Objektschutzkräfte. Eigene Laufbahnen vom fliegerischen Dienst bis zur Luftsicherung.
Die Seestreitkräfte der Bundeswehr: Fregatten, U-Boote, Minenjäger und die Spezialeinheit KSM (Kampfschwimmer). Stationiert vor allem in Wilhelmshaven, Kiel und Eckernförde.
Teilstreitkraft-übergreifender Unterstützungsbereich der Bundeswehr: Logistik, Feldjäger, ABC-Abwehr, Sanitätslogistik und militärisches Nachrichtenwesen. Sorgt dafür, dass Heer, Luftwaffe und Marine einsatzfähig bleiben.
Die Militärpolizei der Bundeswehr. Aufgaben sind Verkehrs- und Begleitdienst, Ermittlungen, Personenschutz und Sicherungsaufgaben im In- und Ausland. Teil der Streitkräftebasis.
Ehemaliger Soldat oder freiwillig Verpflichteter, der nach der aktiven Dienstzeit für Übungen und im Spannungs- oder Verteidigungsfall herangezogen werden kann. Die Reserve ergänzt die aktive Truppe personell.
Ärztliche und psychologische Eignungsuntersuchung vor dem Eintritt in die Bundeswehr. Festgestellt wird die Wehrdiensttauglichkeit über die Tauglichkeitsgrade T1 bis T3. In Österreich heißt das Pendant Stellung.
Das Eignungsfeststellungsverfahren ist das zentrale Auswahlverfahren der Bundeswehr für Bewerber. Es findet in einem Karrierecenter statt und kombiniert computergestützte Eignungstests, ärztliche Untersuchung und Interview. Offizierbewerber durchlaufen ein erweitertes, mehrtägiges Assessment mit zusätzlichen Prüfstationen.
Der Eliteverband der Bundeswehr für Spezialoperationen, stationiert in Calw. Aufträge: Bekämpfung von Terrorzellen, Geiselbefreiung im Ausland, strategische Spezialaufklärung und Schutz deutscher Staatsangehöriger in Krisengebieten.
Spezialisierte Kräfte des Heeres mit erweiterten Grundbefähigungen, die Zwischenebene zwischen klassischer Infanterie und dem KSK. EGB-Kräfte übernehmen Spezialaufklärung, Fernspäh-Aufträge und unterstützen Spezialoperationen.
Die Spezialeinheit der Deutschen Marine, stationiert in Eckernförde. Die Kampfschwimmer des KSM führen amphibische Operationen, Bordeinsatz-Kommandos (Boarding) und Unterwassereinsätze durch.
Das Kommando Cyber- und Informationsraum (KdoCIR) ist die Teilstreitkraft der Bundeswehr für digitale Kriegsführung, gegründet 2017. Laufbahnen umfassen Cyber-Operator, IT-Fachdienst und elektronische Kampfführung.
Die Division Schnelle Kräfte (DSK) ist der Heeresverband, dem das KSK, die Fallschirmjäger und die Heeresflieger unterstellt sind. Sie ist die kommandierende Division für Spezial- und Krisenreaktionskräfte des deutschen Heeres.
Die Fallschirmjäger sind die Luftlandeverbände des Heeres mit Sprungausbildung und Gefechtsdienst unter extremen Bedingungen. Viele Fallschirmjäger-Kräfte sind EGB-fähig, Standorte sind unter anderem Seedorf und Saarlouis.
Die Gebirgsjäger sind die Gebirgsinfanterie der Bundeswehr, stationiert in Bad Reichenhall und Mittenwald. Spezialisiert auf Gebirgs- und Wintergefecht, Hochgebirgsbeweglichkeit und Einsätze unter extremen klimatischen Bedingungen.
Das Kommandoaufnahmeverfahren ist das Auswahlverfahren für KSK-, KSM- und EGB-Verwendungen der Bundeswehr-Spezialkräfte. Es erstreckt sich über mehrere Wochen bis Monate, die Durchfallquote liegt regelmäßig bei rund 90 Prozent.
Die Eignungsfeststellung ist der erste Abschnitt des KSK-Auswahlverfahrens, rund drei Wochen extrem belastender Parcours mit Ausdauer, Kraft, Orientierungsmärschen und Schlafentzug. Hier scheidet der Großteil der Bewerber aus.
Die Potenzialanalyse ist der zweite Abschnitt des KSK-Auswahlverfahrens nach der Eignungsfeststellung (EF). Im Fokus stehen taktische Führung und Entscheidungen unter Druck, geprüft wird, wer nicht nur durchhält, sondern auch führen kann.
Spezialisierte Aufklärungskräfte des Heeres, die weit hinter den feindlichen Linien Informationen gewinnen. Verdecktes Bewegen, Langzeitbeobachtung und präzise Meldung sind ihre Kernfähigkeiten. Teil der EGB-fähigen Kräfte.
Die Operateure des KSM (Kommando Spezialkräfte Marine). Sie operieren aus dem und im Wasser: Aufklärung von See, verdecktes Anlanden, Boarding und Tauchoperationen. Eines der härtesten Auswahlverfahren Deutschlands mit unter 13 Prozent Bestehensquote.
Die Division Schnelle Kräfte ist der Großverband des Heeres für luftbewegliche und spezialisierte Kräfte. Unter ihrem Dach stehen unter anderem das Kommando Spezialkräfte, die Fallschirmjägertruppe und Heeresflieger, zudem ist eine niederländische Luftlandebrigade eingegliedert. Sie ist die Nachfolgestruktur der früheren Division Spezielle Operationen.
Die Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll (ZUZ) ist die taktische Spezialeinheit des deutschen Zolls, vergleichbar mit einem SEK, zuständig für gefährliche Zugriffe im Bereich Schwerstkriminalität, Drogen- und Schmuggelbekämpfung.
Das Technische Hilfswerk (THW) ist die Zivilschutzbehörde des Bundes. Es leistet technische Hilfe bei Katastrophen, Unfällen und im Verteidigungsfall, von Hochwasser über Stromausfälle bis Auslandseinsätze. Hauptamtliche Stellen sind selten; die Mehrheit der THW-Kräfte sind Ehrenamtliche.
Das Bundeskriminalamt ist die Kriminalpolizeibehörde des Bundes mit Sitz in Wiesbaden. Schwerpunkte sind Terrorismus, organisierte Kriminalität und Kapitaldelikte. Aus dem BKA gehen mehrere Spezialkomponenten hervor, MEK BKA und ASE BKA.
Inlandsnachrichtendienst des Bundes mit Sitz in Köln. Beobachtet extremistische und verfassungsfeindliche Bestrebungen sowie Spionage. Eigene Laufbahnen im gehobenen und höheren Dienst, kein Vollzugsdienst.
Auslandsnachrichtendienst der Bundesrepublik mit Sitz in Berlin. Gewinnt Informationen über das Ausland, die für die Sicherheit Deutschlands von Bedeutung sind. Vielfältige Laufbahnen von der Analyse bis zum technischen Dienst.
Uniformierter, bewaffneter Teil des Schweizer Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG). Aufgaben sind Grenzkontrolle, Bekämpfung von Schmuggel und grenzüberschreitender Kriminalität. Schweizer Pendant zur Bundespolizei im Grenzbereich.
Die Observationseinheit Zoll (OEZ) ist die verdeckte Observationseinheit des deutschen Zolls. Das Auswahlverfahren umfasst neben dem Sporttest einen ausgeprägten kognitiven Teil; statt eines 12-Minuten-Cooper-Tests wird ein 5.000-m-Lauf verlangt.
Die Auslands- und Spezialeinsätze (ASE) sind die Spezialkräfte des Bundeskriminalamts für Personenschutz und Einsätze in Hochrisikoregionen im Ausland.
Der Cooper-Test ist ein 12-Minuten-Lauf auf Bahn oder Laufband, bei dem es darum geht, eine möglichst große Distanz zurückzulegen. Er misst die aerobe Grundlagenausdauer und ist in fast jedem Polizei- und Spezialeinheiten-Auswahlverfahren Standard.
Ein Festdistanz-Lauf über 3.000 Meter, im Polizei-EAV je nach Bundesland gesetzt oder optional zum Cooper-Test. Richtwerte: Männer unter 12:30 Minuten, Frauen unter 14:00 Minuten.
Ein 20-Meter-Pendellauf mit von Tonsignalen vorgegebenem, stufenweise steigendem Tempo. Man läuft, bis man dem Tempo nicht mehr folgen kann. Richtwerte: ab Level 10 SEK-tauglich, ab Level 12 GSG-9-Niveau.
Eine komplette Klimmzug-Wiederholung geht vom voll gestreckten Arm bis das Kinn über die Stange kommt. Minimum-Richtwerte: Polizei 5–10, SEK 12–15, KSK rund 10 im Ristgriff. Eine der häufigsten Auswahlverfahren-Disziplinen für Oberkörper-Kraftausdauer.
Maximale Anzahl sauberer Liegestütze in zwei Minuten, Körper gerade, definierte Tiefe, volle Streckung. Richtwerte: SEK 40+, KSK 50–60 in zwei Minuten. Prüft Kraftausdauer des Oberkörpers.
Ein Lauf oder Eilmarsch mit Zusatzlast (10–25 kg). Beim KSK und in der EGB-Auswahl eine Kerndisziplin, etwa 30 km mit 15 kg unter 4 Stunden. Beim EGB ist der 7.000-Meter-Gepäcklauf zentral.
Schwimmprüfung im Auswahlverfahren, meist 500 m Freistil auf Zeit, bei SEK/KSM zusätzlich Streckentauchen (z. B. 25 m ohne Luftholen) und teils Retten eines Dummies. Beim KSM ist Schwimmen die zentrale Disziplin.
Ein taktischer Parcours aus Sprints, Sprüngen, Klettern, Kriechen und Lasten-Tragen, meist auf Zeit absolviert (60–240 Sekunden). Bestandteil fast aller Spezialeinheiten-Auswahlverfahren und gezielt zur Prüfung von Kraft, Schnelligkeit und Koordination unter Ermüdung.
Ein Weitsprung aus dem Stand ohne Anlauf, gemessen an der Ferse des hinteren Fußes bei der Landung. Prüft die Schnellkraft der Beine. SEK-Richtwerte: 2,30 m+ (Männer), 1,90 m+ (Frauen).
Bankdrücken prüft die Maximal- oder Kraftausdauer des Oberkörpers, meist relativ zum Körpergewicht bewertet. Beim USK Bayern und KSM ist es Teil des Sporttests, etwa 70 Prozent des Körpergewichts für mehrere Wiederholungen.
Der Basis-Fitness-Test der Bundeswehr besteht aus drei Disziplinen: 11×10-Meter-Sprinttest, Klimmhang und 1000-Meter-Lauf. Aus jeder Disziplin ergeben sich Punkte, deren Mindest-Soll je nach Verwendung steigt.
Statische Haltübung: Kinn über der Stange halten, so lange wie möglich. Wird als Alternative oder Ergänzung zu Klimmzügen geprüft, besonders wenn die isometrische Haltekraft gemessen werden soll.
Lauf mit wiederholtem Richtungswechsel zwischen zwei Markierungen. Prüft Antrittsschnelligkeit, Wendigkeit und Koordination. Der bekannteste ist der Beep-Test (20-m-Pendellauf) zur Ausdauermessung.
Maximale Menge Sauerstoff, die der Körper unter Belastung aufnehmen und verwerten kann. Der zentrale Marker für aerobe Ausdauer. Cooper-Test und Beep-Test schätzen die VO2max indirekt.
Lauf abseits befestigter Wege über unebenes Gelände, oft mit Steigungen und Hindernissen. Prüft Ausdauer, Trittsicherheit und Belastbarkeit unter realitätsnahen Bedingungen. Verbreitet bei Bundeswehr-Spezialkräften.
Marsch mit Karte und Kompass zu vorgegebenen Punkten, oft bei Nacht und mit Gepäck. Beim KSK-PFV ein zentrales Selektionselement: Hier scheitern regelmäßig Bewerber an der Orientierungsleistung unter Erschöpfung.
Kombinierter Test der Basiskraft, meist aus Liegestützen, Klimmzügen, Sit-ups und teils Bankdrücken. Prüft, ob das Kraftniveau für die Ausbildung ausreicht, bevor spezifische Disziplinen trainiert werden.
Koordinations- und Schnelligkeitstest aus mehreren Polizei-Sporttests: ein festgelegter Parcours aus Sprint, Rolle, Übersteigen und Unterkriechen von Kastenteilen wird auf Zeit absolviert.
Test der Rumpfkraftausdauer: möglichst viele korrekt ausgeführte Sit-ups, oft in einem festen Zeitfenster (z. B. 60 Sekunden). Standarddisziplin in mehreren Polizei- und Bundeswehr-Sporttests.
Der Basis-Fitness-Test ist der standardisierte Fitnesstest der Bundeswehr. Er besteht aus drei Disziplinen: einem 11x10-Meter-Sprinttest (Pendellauf mit Ablegen), dem Klimmhang und einem 1.000-Meter-Lauf. Der BFT prüft damit Schnelligkeit, Kraftausdauer im Oberkörper und Grundlagenausdauer in kompakter Form.
Der Polizei-Sporttest ist der körperliche Teil des Einstellungsauswahlverfahrens. Jedes Bundesland prüft eigene Disziplinen, verbreitet sind Ausdauerläufe wie Cooper-Test oder Beep-Test, Kraftübungen wie Liegestütze oder Klimmzüge, Sprint- und Koordinationsdisziplinen wie Pendellauf oder Kasten-Bumerang-Test. Entscheidend ist, die exakten Disziplinen des Ziel-Bundeslands zu kennen und kombiniert unter Ermüdung zu trainieren.
Der Wendelauf ist eine Sprintdisziplin mit engen Richtungswechseln: Der Bewerber sprintet eine kurze Strecke, wendet an einer Markierung und sprintet zurück, meist über mehrere Wiederholungen. Geprüft werden Antritt, Abbremsen und Agilität. Die Disziplin taucht in verschiedenen Varianten in Sporttests im deutschsprachigen Raum auf.
Ein Einzelinterview unter bewusstem psychischem Druck, mit rhetorischer Provokation, schnellen Themenwechseln und gezielten Reizfragen. Bei SEK- und Spezialeinheiten-Verfahren ein fester Bestandteil, um Stressresistenz und Selbststeuerung zu prüfen.
Eine bewertete Diskussion von 4 bis 8 Bewerbern zu einem vorgegebenen Thema. Beobachtet werden Gesprächsbeitrag, Führungspotenzial, Sozialkompetenz und die Fähigkeit, andere einzubinden, ein Standard-Baustein im Assessment-Center.
Prüft die Fähigkeit, über längere Zeit fehlerfrei und schnell auf Reize zu reagieren. Klassiker sind Durchstreichtests (z. B. d2) und computerbasierte Varianten im Wiener Testsystem. Standard in nahezu jedem Polizei- und Bundeswehr-Auswahlverfahren.
Einzelgespräch mit einer Auswahlkommission. Geprüft werden Motivation, Selbstreflexion, Auftreten und Authentizität. Anders als das Stressinterview ist es sachlich gehalten, bewertet aber ebenfalls die Eignung für den Polizei- oder Soldatenberuf.
Standardisiertes Auswahlgespräch mit festgelegten Fragen und Bewertungsankern, damit alle Bewerber vergleichbar beurteilt werden. Verbreitet in Assessment-Centern von Polizei und Bundeswehr.
Aufgabe, bei der mehrere Bewerber gemeinsam ein Problem lösen oder eine Lage bewältigen. Beobachtet werden Teamfähigkeit, Führungsverhalten und Kommunikation unter Zeitdruck.
Fragebogen zur Erfassung von Charaktereigenschaften, Belastbarkeit und Verhaltenstendenzen. Bei Polizei und Bundeswehr Teil der psychologischen Eignungsdiagnostik. Wichtig ist konsistentes, ehrliches Antworten, da Validitätsskalen Beschönigung erkennen.
Subtest des Wiener Testsystems zur Messung von Aufmerksamkeit und Konzentration. Der Proband vergleicht eine Figur mit Vergleichsfiguren und entscheidet auf Übereinstimmung. Misst Tempo und Genauigkeit zugleich.
Daueraufmerksamkeitstest: Über lange Zeit muss ein seltenes, unregelmäßiges Signal (ein größerer Zeiger-Sprung) erkannt werden. Prüft die Vigilanz, also die Wachsamkeit bei monotonen Aufgaben.
Subtest des Wiener Testsystems zur Messung von Reaktionsfähigkeit und Belastbarkeit unter Dauerstress. Auf Farb-, Ton- und Lichtreize muss schnell und korrekt mit Tasten und Pedalen reagiert werden, das Tempo passt sich dem Probanden an.
Prüfung des Allgemein- und Aktualitätswissens im Polizei- und Bundeswehr-Einstellungstest: Politik, Geschichte, Geografie, Recht, aktuelle Ereignisse und teils naturwissenschaftliche Grundlagen.
Test der Grundrechenarten, Prozent-, Dreisatz- und Textaufgaben unter Zeitdruck, meist ohne Taschenrechner. Standardbestandteil von Polizei- und Bundeswehr-Einstellungstests.
Rechtschreib- und Konzentrationsprüfung im Polizei-Einstellungstest: ein vorgelesener oder einzusetzender Text prüft Orthografie, Grammatik und Zeichensetzung. Oft als Lückendiktat am Computer.
Prüfung der sprachlichen Kompetenz: Wortschatz, Grammatik, Textverständnis und sprachlogisches Denken. Teil vieler Polizei- und Behörden-Einstellungstests, oft kombiniert mit dem Diktat.
Der Body Mass Index (BMI) ist ein Verhältnis aus Körpergewicht und Körpergröße. Bei der Polizei gilt meist ein maximaler BMI von 30 (in einigen Bundesländern 28). Er ist nicht alleiniges Ausschlusskriterium, aber ein Triggerwert für vertiefte Untersuchung.
Der AU-Test (Audiometrie) misst die Hörschwelle in verschiedenen Frequenzen, typischerweise zwischen 250 Hz und 8 kHz. Für den Einsatzdienst gilt meist ein maximaler Hörverlust von 20 dB im Sprachbereich (0,5–3 kHz). Standardteil der polizeiärztlichen Untersuchung.
Die Sehkraft-Anforderungen für den Polizeidienst variieren je Bundesland, verlangt wird meist Vollvisus (100 %) entweder unkorrigiert oder mit Korrektur bis zu einer bestimmten Dioptrienzahl. LASIK-Operationen werden in der Regel nach 12 Monaten Karenzzeit akzeptiert.
Medizinische Eignungsprüfung durch den Polizeiarzt: Sehkraft, Hörvermögen, Blutbild, Belastungs-EKG, orthopädische Funktion und psychologische Anamnese. Entscheidet über die Polizeidiensttauglichkeit (PDT).
Regelt, welche Tätowierungen für den Polizei- oder Soldatenberuf zulässig sind. Je nach Bundesland und Behörde gelten unterschiedliche Vorgaben, häufig untersagt sind sichtbare Tattoos an Hals, Kopf und Händen sowie verfassungsfeindliche oder diskriminierende Motive.
Körpergröße, die für eine Einstellung verlangt wird. Bei der Polizei je nach Bundesland zwischen 155 und 165 cm, teils geschlechtsabhängig, teils ganz abgeschafft. Bei der Bundeswehr gibt es keine starre Mindestgröße mehr.
Test auf Drogen- und Medikamentenrückstände, meist über eine Urin- oder Haaranalyse im Rahmen der Tauglichkeitsuntersuchung. Ein positiver Befund führt in der Regel zum Ausschluss.
Spezielle medizinische Eignung für Tauch- und Unterwassereinsätze, relevant für KSM-Kampfschwimmer und maritime Einheiten. Geprüft werden Lungenfunktion, Druckausgleich, Herz-Kreislauf und Trommelfell.
Der Mittlere Dienst (mD) ist die ursprüngliche Polizeikommissar-Laufbahn ab Mittlerer Reife. Inzwischen haben die meisten Bundesländer den mD abgeschafft und stellen nur noch für den Gehobenen Dienst (gD) ein.
Der Gehobene Dienst (gD) ist heute die Standard-Laufbahn der Polizei in fast allen Bundesländern. Drei Jahre Bachelor-Studium an einer Polizeihochschule, kombiniert mit Praktikumsphasen, Einstiegsdienstgrad meist Polizeikommissar.
Der Höhere Dienst (hD) ist die Führungsebene der Polizei, zwei Jahre Master-Studium an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster-Hiltrup. Voraussetzung ist meist mehrjährige Praxis im Gehobenen Dienst.
Karriereprogramm der Panzergrenadiertruppe: ein verkürzter, planbarer Weg vom Einstieg bis zum Feldwebel als Unteroffizier mit Portepee. Es bündelt Grundausbildung, Truppenverwendung und Unteroffizierausbildung in einem festen Werdegang.
Eingangsdienstgrad der Unteroffiziere mit Portepee. Der Feldwebel führt einen Trupp oder eine Gruppe und ist die erste echte Führungsebene zwischen Mannschaften und Offizieren.
Unteroffiziersdienstgrad mit Portepee, eine Stufe über dem Feldwebel. Typischerweise als Zugführer-Stellvertreter oder in verantwortungsvollen Fach- und Ausbilderfunktionen eingesetzt.
Erfahrener Unteroffiziersdienstgrad mit Portepee. Oft als Kompaniefeldwebel (der sogenannte Spieß) eingesetzt, der das innere Gefüge und die Organisation einer Kompanie verantwortet.
Eingangsdienstgrad der Offiziere. In der Regel nach abgeschlossener Offizierausbildung und meist einem Studium an einer Universität der Bundeswehr erreicht. Typische erste Verwendung ist der Zugführer.
Die unterste Dienstgradgruppe der Bundeswehr (z. B. Schütze, Gefreiter, Obergefreiter). Einstieg ohne Unteroffiziers- oder Offizierslaufbahn, oft als Soldat auf Zeit für 2 bis 12 Jahre.
Bewerber und Soldat in der Offizierslaufbahn der Bundeswehr. Durchläuft Offizierausbildung, meist ein Studium an einer Bundeswehr-Universität und Truppenverwendung. Eingangsdienstgrad nach Abschluss ist der Leutnant.
Freiwillig Wehrdienst Leistende sind Soldaten, die sich für einen befristeten freiwilligen Wehrdienst verpflichten, ohne direkt Soldat auf Zeit zu werden. Der FWD ist ein verbreiteter Einstieg, um die Bundeswehr kennenzulernen und sich anschließend für eine SaZ-Laufbahn oder eine zivile Richtung zu entscheiden.
Feldwebelanwärter sind Soldaten auf Zeit, die für die Laufbahn der Feldwebel eingeplant sind, also für die Unteroffiziere mit Portepee. Der Weg führt über Grundausbildung, Dienstposten- und Laufbahnlehrgänge bis zur Beförderung zum Feldwebel. Die Laufbahn ist das militärische Pendant zur mittleren Führungsebene.
Unteroffizieranwärter durchlaufen die Laufbahn der Fachunteroffiziere, also der Unteroffiziere ohne Portepee. Sie übernehmen nach Grundausbildung und Laufbahnlehrgängen fachliche Verantwortung in ihrer Truppengattung. Wer höher hinaus will, kann später in die Feldwebellaufbahn wechseln.
Die Dienstgradgruppe der Unteroffiziere teilt sich in zwei Ebenen: Unteroffiziere ohne Portepee (Unteroffizier, Stabsunteroffizier) und Unteroffiziere mit Portepee, also die Feldwebeldienstgrade vom Feldwebel aufwärts. Das Portepee, historisch eine Degenquaste, markiert bis heute die höhere Unteroffiziersebene mit mehr Führungsverantwortung.
Close Quarters Battle bezeichnet den Kampf auf kürzeste Distanz in Gebäuden und engen Räumen. CQB ist Standardausbildung bei KSK, SEK und GSG 9, die Grundlage für Geiselbefreiung und Zugriffe.
Nahkampf und Gefecht auf kürzeste Distanz, etwa beim Häuserkampf oder beim Betreten von Räumen. Weitgehend synonym zu CQB (Close Quarters Battle), wobei CQC häufiger in der US-Terminologie verwendet wird.
Schutz und Abwehr gegen chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren, im deutschen Sprachgebrauch lange als ABC-Abwehr bezeichnet. Bei der Bundeswehr eine eigene Truppengattung mit spezialisierten Verbänden.
VBSS (Visit, Board, Search and Seizure) bezeichnet das Aufbringen und Durchsuchen von Schiffen, eine Kernfähigkeit der Marine-Spezialkräfte, in Deutschland des KSM (Kampfschwimmer).
HALO (High Altitude Low Opening) ist ein Fallschirmsprung aus großer Höhe mit später, niedriger Schirmöffnung, eine Methode für das verdeckte Einsickern von Spezialkräften. Teil der KSK-Freifall-Ausbildung.
HAHO (High Altitude High Opening) ist ein Fallschirmsprung aus großer Höhe mit früher Schirmöffnung. Der Springer gleitet anschließend über weite Distanzen lautlos zum Ziel, ideal, um die Landezone vom Absetzpunkt zu trennen.
Anspruchsvolle Überlebens- und Durchhalteausbildung der Bundeswehr. EKL 1 ist der Standard für die Kampftruppe, EKL 2 ist die fortgeschrittene Stufe und ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu Spezialkräften.
Höllenwoche ist die inoffizielle Bezeichnung für die härteste Phase des KSK-Potenzialfeststellungsverfahrens: mehrtägige Dauerbelastung mit langen Märschen, Schlafentzug, Orientierungsaufgaben und permanentem Leistungsdruck. Hier scheitern die meisten Kandidaten, nicht an einer Einzeldisziplin, sondern an der Summe aus Erschöpfung und mentalem Druck.
Periodisierung ist die Strukturierung von Training in aufeinander aufbauende Zyklen: Makrozyklus (3–12 Monate), Mesozyklus (2–8 Wochen) und Mikrozyklus (1 Woche). Sie verhindert Übertraining und steuert die Form gezielt auf einen Stichtag.
Der Taktische Athlet (Tactical Athlete) ist ein Konzept aus der US-Militär-Sportwissenschaft: Training orientiert sich an realen Einsatzprofilen statt an Sportart-Ästhetik oder Bodybuilding-Optik. Ziel ist einsatzfähige Allround-Leistungsfähigkeit.
Tapering ist die gezielte Reduktion des Trainingsvolumens in den Tagen vor einem Wettkampf oder Test, während die Intensität teils erhalten bleibt. So wird Ermüdung abgebaut und die Bestform auf den Stichtag gelegt. Bei Spezialeinheiten-Auswahlverfahren typisch 7–14 Tage.
Grease the Groove (GtG) ist eine Trainingsmethode nach Pavel Tsatsouline: häufige Sätze mit niedriger Wiederholungszahl über den Tag verteilt, statt weniger Maximalsätze. Besonders effektiv zur Steigerung von Klimmzügen und Liegestützen.
Mental Toughness (mentale Härte) ist die Fähigkeit, unter Stress, Erschöpfung und Unsicherheit leistungsfähig und entscheidungsfähig zu bleiben. Bei SEK-, KSK- und KSM-Auswahlverfahren ist sie ein zentraler Bewertungspunkt, oft der eigentliche Trennfaktor.
Aerobe Basis-Ausdauer, trainiert durch lange, niedrigintensive Läufe (GA1). Das Fundament für jeden Cooper-Test und Gepäckmarsch. Wer hier zu wenig Volumen hat, plateaut schnell, egal wie hart die Intervalle sind.
Wie stark sich eine Leistung durch gezieltes Training verbessern lässt. Kognitive Testformate und Disziplinen wie Tauchen oder Klimmzüge sind hoch trainierbar, reine Reaktionszeit dagegen kaum. Entscheidend für die Vorbereitungs-Priorisierung.
Zwei unterschiedliche Kraftqualitäten: Maximalkraft ist die höchstmögliche Kraft bei einer Wiederholung, Kraftausdauer die Fähigkeit, submaximale Kraft über viele Wiederholungen zu halten. Auswahlverfahren testen fast immer Kraftausdauer.
Trainingsprinzip für Auswahlverfahren: Disziplinen werden nicht ausgeruht und isoliert geübt, sondern in Kombination und mit bereits ermüdeter Muskulatur, so wie sie am Testtag tatsächlich abgeprüft werden. Wer seinen Cooper-Test nur frisch trainiert, unterschätzt, wie stark vorherige Kraftdisziplinen die Laufleistung drücken. Deshalb gehören Kombi-Einheiten in jede seriöse EAV-Vorbereitung.
Das Strafgesetzbuch (StGB) ist das zentrale deutsche Strafrechtsgesetz. Es definiert, welche Handlungen strafbar sind und welche Strafen sie nach sich ziehen, von Beleidigung über Diebstahl und Körperverletzung bis Mord. Im Polizei-EAV ist StGB-Grundwissen oft Teil des Allgemeinwissen-Blocks.
Die Strafprozessordnung (StPO) regelt den Ablauf des deutschen Strafverfahrens, von der Anzeige über die Ermittlung bis zum Urteil. Sie definiert die Befugnisse von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht und die Rechte des Beschuldigten.
Ernennung in ein Beamtenverhältnis. Polizisten durchlaufen die Stufen Beamter auf Widerruf (Ausbildung), auf Probe (nach Abschluss) und auf Lebenszeit. Voraussetzung sind Verfassungstreue, gesundheitliche Eignung und ein einwandfreies Führungszeugnis.
Pflicht jedes Beamten und Soldaten, sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung (FDGO) zu bekennen und für sie einzutreten. Wird bei der Einstellung geprüft, bei Spezialeinheiten zusätzlich über die Sicherheitsüberprüfung.
Behördliche Auskunft über strafrechtliche Eintragungen einer Person. Für Polizei und Bundeswehr ist ein einwandfreies (erweitertes) Führungszeugnis Einstellungsvoraussetzung. Auch eingestellte Verfahren können relevant sein.
Prüfung der Zuverlässigkeit einer Person für sicherheitsempfindliche Tätigkeiten, gestuft in Ü1, Ü2 und Ü3. Bei der Bundeswehr durchgeführt vom MAD. Für KSK, KSM und vergleichbare Verwendungen ist mindestens die Ü2 erforderlich.
Beamter auf Widerruf ist der Status während des Vorbereitungsdienstes, also während Ausbildung oder Studium bei der Polizei. Der Dienstherr kann das Beamtenverhältnis in dieser Phase vergleichsweise einfach beenden, etwa bei Nichtbestehen von Prüfungen. Nach erfolgreichem Abschluss folgt in der Regel die Ernennung zum Beamten auf Probe.
Nach bestandener Ausbildung wird der Polizist zum Beamten auf Probe ernannt. In der Probezeit muss er sich in der Praxis bewähren, bevor die Verbeamtung auf Lebenszeit folgt. Die Dauer der Probezeit richtet sich nach dem jeweiligen Landes- oder Bundesrecht.
Der Endstatus der Beamtenlaufbahn: Nach erfolgreicher Probezeit wird der Polizeibeamte auf Lebenszeit verbeamtet. Damit verbunden sind besondere Absicherung, Alimentationsprinzip und die im Beamtenrecht verankerte Treuepflicht gegenüber dem Dienstherrn. Für viele Bewerber ist dieser Status ein zentrales Argument für den Polizeiberuf.
Anwärterbezüge sind das monatliche Gehalt während des Vorbereitungsdienstes bei der Polizei. Anders als in vielen zivilen Studiengängen wird die Ausbildung oder das duale Studium also von Anfang an bezahlt. Die Höhe hängt vom angestrebten Eingangsamt und vom Dienstherrn ab, teils kommen Zulagen für den Polizeivollzugsdienst dazu.
Beamte werden nicht nach Tarif, sondern nach Besoldungsordnungen bezahlt. Für den Polizeivollzugsdienst ist die Besoldungsordnung A relevant: Sie ordnet jedem Amt eine Besoldungsgruppe zu, innerhalb derer das Gehalt mit Erfahrungsstufen steigt. Welches Eingangsamt ein Bewerber erreicht, hängt von der Laufbahn ab, etwa mittlerer, gehobener oder höherer Dienst.
Der Vorbereitungsdienst ist die formale Bezeichnung für die Polizeiausbildung beziehungsweise das duale Studium nach bestandenem Auswahlverfahren. Er wird im Beamtenverhältnis auf Widerruf absolviert und endet mit der Laufbahnprüfung. Inhalte sind Recht, Einsatztraining, Schießausbildung, Sport und Praktika in den Dienststellen.
Die Wehrdisziplinarordnung regelt das Disziplinarrecht der Bundeswehr: Welche Dienstvergehen es gibt, welche Disziplinarmaßnahmen möglich sind und wie Disziplinarverfahren gegen Soldaten ablaufen. Für Soldaten ist sie das Gegenstück zum Disziplinarrecht der Beamten.
Die Polizeidienstvorschrift 300 (Ärztliche Beurteilung der Polizeidiensttauglichkeit) ist die klassische Grundlage für die polizeiärztliche Untersuchung im Auswahlverfahren. Sie definiert, welche gesundheitlichen Befunde gegen eine Einstellung sprechen. Mehrere Bundesländer haben die PDV 300 inzwischen durch eigene, teils weniger starre Beurteilungsregeln ersetzt oder ergänzt.
Die Landespolizei ist die Polizei eines Bundeslandes. Polizei ist in Deutschland Ländersache: Jedes der 16 Bundesländer hat eine eigene Polizei mit eigenem Auswahlverfahren, eigener Ausbildung und eigenem Polizeigesetz. Daneben existieren mit Bundespolizei und Bundeskriminalamt zwei Polizeien des Bundes.
Die Bereitschaftspolizei umfasst die geschlossenen Einheiten der Länderpolizeien und der Bundespolizei, die bei Großlagen wie Demonstrationen, Fußballeinsätzen oder Katastrophen als Hundertschaften eingesetzt werden. Für viele Polizisten ist sie die erste Verwendung nach der Ausbildung, bevor der Wechsel in den Einzeldienst oder zu Spezialverwendungen folgt.
Warrior Ethos beschreibt eine Haltung aus Pflichterfüllung, Disziplin, Teamgeist und kompromissloser Einsatzbereitschaft. Der Begriff stammt aus dem US-Militär und wird in Assessment-Centern und Vorstellungsgesprächen bei Spezialeinheiten häufig direkt oder indirekt abgefragt.
Esprit de Corps (französisch für „Geist des Verbandes“) bezeichnet das Einheits- und Zugehörigkeitsgefühl innerhalb militärischer Truppen und Spezialeinheiten, den Korpsgeist, der ein Team zusammenhält und über persönliche Interessen stellt.
Combat Readiness (Einsatzbereitschaft) ist die Fähigkeit einer Spezialeinheit oder eines einzelnen Operators, jederzeit voll einsatzfähig zu sein. Sie wird durch periodische Leistungs- und Lagetests aufrechterhalten, wer durchfällt, verliert den operativen Status bis zur erneuten Qualifikation.
Operator ist die international gebräuchliche Bezeichnung für ein voll ausgebildetes, einsatzfähiges Mitglied einer Spezialeinheit. Der Status wird erst nach Abschluss der kompletten Ausbildung erreicht, nicht schon nach bestandenem Auswahlverfahren.
Bei der Bundeswehr ist der Recruiter (offiziell Karriereberater) der Erstansprechpartner für Interessenten. Karriereberater arbeiten in den Karrierecentern der Bundeswehr und informieren über Laufbahnen, Verwendungsmöglichkeiten und Einstellungsvoraussetzungen.
Der Laufbahnberater ist das Polizei-Äquivalent zum Bundeswehr-Recruiter. Er berät Interessenten zu Karrierewegen, Einstellungsvoraussetzungen und Bewerbungsablauf bei der jeweiligen Landespolizei oder Bundespolizei.
Schweizer Rekrutierungsverfahren für die Armee: zweitägige Abklärung von medizinischer, körperlicher, psychologischer und intellektueller Eignung im Rekrutierungszentrum. Entscheidet über Diensttauglichkeit und Funktionszuteilung.
Grundausbildung der Schweizer Armee, vergleichbar mit der deutschen AGA. Dauert je nach Funktion 18 bis 23 Wochen und vermittelt militärische Grundfertigkeiten. Voraussetzung für weiterführende Kader- und Spezialausbildungen.
Milizarmee der Schweiz mit allgemeiner Wehrpflicht für Männer. Spezialkräfte sind im Kommando Spezialkräfte gebündelt, darunter das Aufklärungsdetachement 10 (AAD 10). Einstieg über Aushebung und Rekrutenschule.
Die Streitkräfte Österreichs. Spezialeinheit ist das Jagdkommando, die Militärpolizei-Spezialeinheit das MP Spez Det. Einstieg über die Stellung (Musterung) und den Grundwehrdienst.
Österreichisches Pendant zur Musterung: mehrtägige Eignungsfeststellung für den Wehrdienst mit medizinischen, sportlichen und psychologischen Tests. Grundlage für Tauglichkeit und Verwendungseignung im Bundesheer.
Das Einsatzkommando Cobra (EKO Cobra) ist die nationale Anti-Terror- und Sondereinheit Österreichs, angesiedelt beim Bundesministerium für Inneres. Das Aufnahmeverfahren umfasst vier körperliche K.O.-Übungen (Seilklettern, Bauchaufzug am Medizinball, Kletterturm, Streckenschwimmen mit gefesselten Händen) sowie eine psychologische Eignungsprüfung. Konkrete Leistungszeiten werden offiziell nicht veröffentlicht.
Die Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) ist die Sondereinheit der Wiener Polizei für Zugriffe und Hochrisikolagen im Großraum Wien. Der Aufnahmetest umfasst einen 3.000-m-Lauf, einen Schießtest, einen mehrteiligen Sporttest und einen Taktikparcours; der psychologische Teil hat im Verfahren hohes Gewicht.
Die Schnellen Interventionsgruppen (SIG) sind regionale Sondereinheiten der österreichischen Landespolizeidirektionen. Sie bilden die erste robuste Antwort vor Ort, unterhalb der national zuständigen EKO Cobra.
Jagdkommando— Spezialeinsatzkräfte des österreichischen Bundesheeres
Das Jagdkommando ist die Spezialeinsatzkraft des österreichischen Bundesheeres. Der Zugang führt über einen mehrwöchigen Grundkurs mit hoher Marsch-, Kraft- und Ausdauerbelastung und einer hohen Abbruchquote.
Das Armeeaufklärungsdetachement 10 (AAD 10) ist die militärische Spezialeinheit der Schweizer Armee für Aufklärung und Spezialoperationen. Die Selektion ist mehrstufig mit Sporttest, psychologischer Abklärung und einem fordernden Selektionskurs.
Grenadiere sind die Durchhalte- und Sturmsoldaten der Schweizer Armee. Die Eignungsprüfung in Isone umfasst fünf Sport-Disziplinen (Liegestützen, dorsale und seitliche Rumpfkraft, Klimmzüge, 5-km-Lauf mit 20 kg) und läuft über zwei Tage mit ärztlicher und psychologischer Prüfung. Für die Selektion sind laut offizieller Armee-Broschüre mindestens 90 Rekrutierungs-Punkte nötig.
Die Einsatzgruppe Diamant (EGD) ist die Sondereinheit der Kantonspolizei Zürich für Zugriffe, Geiselnahmen und Personenschutz bei Großlagen. Die rund 75 Mitglieder üben die Funktion im Nebenamt aus. Die Selektion folgt einem Rangliste-Prinzip nach Sporttest und mehrtägiger Selektionsphase.
Das Militärpolizei Spezialdetachement (MP Spez Det) ist die Spezialeinheit der Schweizer Militärpolizei für Personenschutz und militärpolizeiliche Spezialaufgaben.
Die Direktion für Spezialeinheiten im österreichischen Innenministerium führt die polizeilichen Spezial- und Sondereinsatzkräfte des Bundes, allen voran das EKO Cobra. Sie bündelt Auswahl, Ausbildung und Einsatzsteuerung der Spezialkräfte zentral, statt sie den einzelnen Landespolizeidirektionen zu überlassen.
Der Jagdkommando-Grundkurs ist die mehrmonatige Basisausbildung zum Jagdkommandosoldaten des österreichischen Bundesheeres. Vorgeschaltet ist ein hartes Auswahlverfahren mit Sport-, Wasser- und Belastungsprüfungen, der Kurs selbst kombiniert Dauerbelastung, taktische Ausbildung und Härtephasen. Die Ausfallquote ist traditionell hoch, entscheidend sind Ausdauergrundlage und mentale Stabilität.
Das Kommando Spezialkräfte der Schweizer Armee führt die militärischen Spezial- und spezialisierten Kräfte der Schweiz. Dazu gehören das Armee-Aufklärungsdetachement 10, die Grenadiere und die Fallschirmaufklärer. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen deutschen KSK, das ist die Spezialeinheit des deutschen Heeres.
Die Fallschirmaufklärer der Schweizer Armee sind eine kleine spezialisierte Truppe für Aufklärung aus der Luft und hinter feindlichen Linien, organisiert in der Fallschirmaufklärer Kompanie 17. Die Selektion beginnt bereits vor der Rekrutenschule über das Eignungsprogramm SPHAIR und gilt als einer der anspruchsvollsten Wege im Schweizer Militär.
Interventionseinheiten sind die polizeilichen Sondereinheiten der Schweizer Kantons- und Stadtpolizeien für Hochrisikolagen wie Geiselnahmen, Zugriffe auf bewaffnete Täter und Personenschutz. Anders als in Deutschland gibt es keine einheitliche Bezeichnung, die Korps führen eigene Namen wie Diamant (Kantonspolizei Zürich), Enzian (Kantonspolizei Bern) oder Skorpion (Stadtpolizei Zürich).
Die Interventionseinheit Skorpion ist die Sondereinheit der Stadtpolizei Zürich für Hochrisikoeinsätze wie Zugriffe, Geiselnahmen und den Schutz gefährdeter Personen. Die Aufnahme erfolgt intern aus dem Polizeikorps über ein Auswahlverfahren mit hohen sportlichen, schießtechnischen und mentalen Anforderungen.
Enzian ist die Interventionseinheit der Kantonspolizei Bern. Wie die anderen Schweizer Sondereinheiten übernimmt sie Zugriffe, Lagen mit bewaffneten Tätern und Schutzaufgaben im eigenen Kantonsgebiet und im Verbund mit anderen Korps. Der Zugang führt über den regulären Polizeidienst und ein internes Auswahlverfahren.
Tigris ist die Interventionseinheit des Bundesamts für Polizei (fedpol). Sie wird bei Lagen im Zuständigkeitsbereich des Bundes eingesetzt, etwa bei organisierter Kriminalität oder Terrorismusverfahren, und arbeitet eng mit den kantonalen Sondereinheiten zusammen. Die Mitglieder rekrutieren sich aus erfahrenen Polizisten.
Das Aufnahmeverfahren der österreichischen Polizei ist mehrstufig: ein computergestützter schriftlicher Test (unter anderem Rechtschreibung und kognitive Aufgaben), ein Sporttest, eine polizeiärztliche Untersuchung und ein Aufnahmegespräch mit psychologischem Anteil. Wer besteht, startet in die Polizeigrundausbildung an einem Bildungszentrum der Sicherheitsakademie.
Exekutivdienst ist in Österreich der Sammelbegriff für den uniformierten Polizeidienst, die Angehörigen heißen Exekutivbedienstete. Der Begriff entspricht in etwa dem deutschen Polizeivollzugsdienst und taucht in Ausschreibungen, Gesetzen und Dienstgraden der Bundespolizei auf.
Die Sicherheitsakademie ist die Bildungseinrichtung des österreichischen Innenministeriums. Sie verantwortet die Polizeigrundausbildung sowie die Fort- und Führungskräfteausbildung und betreibt dafür Bildungszentren in den Bundesländern. Jeder österreichische Polizist durchläuft seine Grundausbildung im System der SIAK.
Die Polizeigrundausbildung ist die rund zweijährige Ausbildung österreichischer Polizisten an den Bildungszentren der Sicherheitsakademie. Sie kombiniert Rechtsfächer, Einsatztraining, Schießausbildung und Praktika in Polizeiinspektionen und endet mit der Dienstprüfung. Danach beginnt der Dienst als Exekutivbediensteter.
Die Landespolizeidirektionen sind die Sicherheitsbehörden der österreichischen Bundespolizei auf Landesebene, eine pro Bundesland, also neun insgesamt. Ihnen unterstehen die Stadt- und Bezirkspolizeikommanden sowie die Polizeiinspektionen. Auch die Bewerbung zur Polizei läuft über die jeweilige LPD.
Die österreichische Exekutive gliedert sich in Verwendungsgruppen: E2b sind eingeteilte Beamte nach der Grundausbildung, E2a dienstführende Beamte nach einem weiteren Ausbildungslehrgang, E1 leitende Beamte, also die Offiziersebene. Der Aufstieg von E2b nach E2a ist der klassische Karriereschritt im Exekutivdienst.
Wachkörper ist der österreichische Verfassungsbegriff für bewaffnete, uniformierte und nach militärischem Muster organisierte Formationen des Staates. Die bekanntesten Beispiele sind die Bundespolizei und die Justizwache. Der Begriff erklärt, warum Dienstgrade und Struktur der österreichischen Polizei militärisch geprägt sind.
Das Bundesministerium für Inneres ist die oberste Sicherheitsbehörde Österreichs. Ihm unterstehen die Bundespolizei mit den Landespolizeidirektionen, das Bundeskriminalamt, die DSN und die Direktion für Spezialeinheiten mit dem EKO Cobra. Nicht zu verwechseln mit der Abkürzung BMI für den Body-Mass-Index in der medizinischen Eignungsprüfung.
Das Bundeskriminalamt in Wien ist die zentrale Dienststelle für die bundesweite Kriminalitätsbekämpfung in Österreich, zuständig unter anderem für organisierte Kriminalität, Cybercrime und internationale Polizeikooperation. Es ist das österreichische Pendant zum deutschen BKA.
Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst ist der zivile Staatsschutz- und Inlandsnachrichtendienst Österreichs im Innenministerium. Sie ging aus dem früheren Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) hervor und bearbeitet Extremismus, Terrorismus und Spionageabwehr.
Die Justizwache ist der uniformierte und bewaffnete Wachkörper des österreichischen Strafvollzugs. Sie sorgt für Sicherheit und Ordnung in den Justizanstalten und hat ein eigenes Aufnahmeverfahren mit Eignungstests und eigener Grundausbildung. Für Bewerber ist sie eine Alternative zum Polizeidienst im Bereich der inneren Sicherheit.
Grundwehrdiener sind die Wehrpflichtigen, die beim österreichischen Bundesheer ihren sechsmonatigen Grundwehrdienst leisten. Der Weg dorthin führt über die Stellung, bei der Tauglichkeit und Eignung festgestellt werden. Für viele ist der Grundwehrdienst der erste Kontakt mit dem Militär und das Sprungbrett Richtung Kaderlaufbahn oder Jagdkommando.
In Österreich gilt die allgemeine Wehrpflicht für männliche Staatsbürger. Sie beginnt mit der Stellung und wird durch Grundwehrdienst oder alternativ Zivildienst erfüllt. Anders als Deutschland, wo die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, hat Österreich sie per Volksbefragung beibehalten.
Das österreichische Bundesheer ist verfassungsrechtlich nach den Grundsätzen eines Milizsystems organisiert: Neben dem Berufskader bilden Milizsoldaten, die nach dem Grundwehrdienst freiwillig Übungen leisten, die Aufwuchsfähigkeit des Heeres. Die Milizlaufbahn ist ein eigener Karriereweg mit Funktionen bis in Führungsverwendungen.
Kaderpräsenzeinheiten sind Verbände des Bundesheeres aus Berufs- und Zeitsoldaten in erhöhter Bereitschaft, primär vorgesehen für Auslandseinsätze im Rahmen der Kräfte für internationale Operationen (KIOP). Der Dienst in einer KPE gilt als anspruchsvoller Karriereschritt und als übliches Sprungbrett Richtung Jagdkommando.
Die Militärstreife & Militärpolizei ist das polizeiliche Element des österreichischen Bundesheeres. Sie übernimmt Ordnungsdienst, Ermittlungen im militärischen Bereich, Schutzaufgaben und Verkehrsdienst. Das Aufgabenprofil entspricht in etwa den Feldjägern der Bundeswehr.
Die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt bildet die Offiziere des österreichischen Bundesheeres aus. Sie gilt als eine der ältesten durchgehend bestehenden Militärakademien der Welt. Der Abschluss führt zur Ausmusterung als Leutnant.
Die Heeresunteroffiziersakademie in Enns ist die zentrale Ausbildungsstätte für die Unteroffiziere des österreichischen Bundesheeres. Hier durchlaufen angehende Kadersoldaten ihre Laufbahnlehrgänge bis zum Wachtmeister und darüber hinaus. Sie ist das Unteroffiziers-Pendant zur Theresianischen Militärakademie.
Die Rekrutierung ist das mehrtägige Eignungsverfahren der Schweizer Armee in einem Rekrutierungszentrum. Geprüft werden medizinische Tauglichkeit, Sport, Psyche und Kognition, am Ende steht die Zuteilung zu einer militärischen Funktion. Wer eine anspruchsvolle Funktion wie Grenadier anstrebt, sollte hier vorbereitet und mit klarem Funktionswunsch antreten.
Der Orientierungstag ist der obligatorische Informationstag vor der Rekrutierung: Stellungspflichtige Schweizer Männer werden über Armee, Zivildienst und Zivilschutz informiert, für Schweizerinnen ist die Teilnahme freiwillig. Er ist der erste formale Schritt der Dienstpflicht und die Gelegenheit, Wunschfunktionen wie Grenadier früh anzumelden.
Durchdiener leisten ihre gesamte Militärdienstpflicht in der Schweizer Armee an einem Stück, statt nach der Rekrutenschule jährlich in Wiederholungskurse einzurücken. Das Modell ist kontingentiert und beliebt bei allen, die den Dienst kompakt hinter sich bringen oder durchgehend in anspruchsvollen Funktionen dienen wollen.
Der Wiederholungskurs ist der jährliche Truppendienst der Schweizer Milizarmee: Nach der Rekrutenschule rücken Armeeangehörige regelmäßig für mehrere Wochen ein, um Ausbildung und Einsatzbereitschaft zu erhalten. Das WK-System ist der Kern des Schweizer Milizprinzips.
Neben der Miliz kennt die Schweizer Armee hauptamtliches Personal: Berufsmilitärs machen die Armee zur dauerhaften Karriere, Zeitmilitärs verpflichten sich befristet. Berufsoffiziere werden an der Militärakademie an der ETH Zürich ausgebildet, Berufsunteroffiziere an einer eigenen Schule. Das ist das Schweizer Pendant zu Berufssoldat und Soldat auf Zeit.
Die Militärakademie an der ETH Zürich bildet die Berufsoffiziere der Schweizer Armee aus und verbindet militärische Führungsausbildung mit einem wissenschaftlichen Studium. Sie ist das Schweizer Gegenstück zu den Offizierschulen und Universitäten der Bundeswehr.
SPHAIR ist das Schweizer Abklärungs- und Förderprogramm für fliegerische und fallschirmspezifische Militärkarrieren. Junge Kandidaten werden früh auf ihre Eignung als Militärpilot oder Fallschirmaufklärer geprüft, die Selektion findet also schon vor der eigentlichen militärischen Laufbahn statt. Ohne SPHAIR-Empfehlung führt praktisch kein Weg in diese Funktionen.
Gebirgsspezialisten sind die alpinen Fachkräfte der Schweizer Armee. Sie beherrschen Führung, Rettung und Einsatz im Hochgebirge, bilden Truppen im Gebirgsdienst aus und unterstützen anspruchsvolle Einsätze in alpinem Gelände. Voraussetzung sind sehr gute Bergtauglichkeit und eine fordernde Zusatzausbildung.
Die Polizeihoheit liegt in der Schweiz bei den Kantonen: Jeder Kanton unterhält eine eigene Kantonspolizei mit eigener Rekrutierung, dazu kommen städtische Korps wie die Stadtpolizei Zürich. Wer in der Schweiz Polizist werden will, bewirbt sich direkt bei einem Korps und durchläuft dessen Auswahlverfahren.
Die polizeiliche Grundausbildung findet in der Schweiz an regionalen Polizeischulen statt, die meist von mehreren Korps gemeinsam getragen werden. Die Aspiranten durchlaufen Theorie, Einsatztraining und Praktika und schließen mit der eidgenössischen Berufsprüfung zum Fachausweis Polizist ab.
Die Interkantonale Polizeischule Hitzkirch ist eine der größten Polizeischulen der Schweiz. Sie wird von mehreren Deutschschweizer Polizeikorps auf Basis eines Konkordats gemeinsam betrieben und bildet deren Aspiranten in der Grundausbildung aus.
Der eidgenössische Fachausweis ist der landesweit anerkannte Berufsabschluss der Schweizer Polizisten. Er wird über die Berufsprüfung am Ende der polizeilichen Grundausbildung erworben und stellt sicher, dass alle Korps trotz kantonaler Hoheit auf einem gemeinsamen Ausbildungsstandard arbeiten.
Aspirant ist die Schweizer Bezeichnung für Polizeischüler während der Grundausbildung. Aspiranten sind beim jeweiligen Korps angestellt, erhalten einen Lohn und durchlaufen die Polizeischule bis zur Berufsprüfung. Der Status entspricht in etwa dem deutschen Beamten auf Widerruf im Vorbereitungsdienst.
Polizeikonkordate sind interkantonale Vereinbarungen, mit denen Schweizer Kantone ihre Polizeiarbeit koordinieren, etwa bei gemeinsamer Ausbildung, gegenseitiger Einsatzunterstützung und Standards. Bekanntestes Beispiel im Ausbildungsbereich ist die gemeinsam getragene Polizeischule Hitzkirch.
fedpol ist das Bundesamt für Polizei der Schweiz. Es koordiniert die Kriminalitätsbekämpfung auf Bundesebene, führt die Bundeskriminalpolizei, arbeitet mit Interpol und Europol zusammen und verantwortet Schutzaufgaben des Bundes. Mit Tigris verfügt fedpol über eine eigene Interventionseinheit.
Der Nachrichtendienst des Bundes ist der zivile Nachrichtendienst der Schweiz. Er vereint Inlands- und Auslandsaufklärung in einer Behörde und bearbeitet Terrorismus, Spionageabwehr, Proliferation und Cyberbedrohungen. Er entspricht damit funktional einer Kombination aus Verfassungsschutz und BND.
Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit ist die Schweizer Zoll- und Grenzbehörde. Zu ihm gehört das uniformierte, bewaffnete Grenzwachtkorps, das Grenzkontrolle und Schmuggelbekämpfung übernimmt. Für Bewerber ist das BAZG der Einstieg in die Schweizer Zoll- und Grenzsicherheitslaufbahn.
Die Päpstliche Schweizergarde schützt den Papst und den Vatikan. Sie rekrutiert ausschließlich Schweizer Bürger, die katholisch sind, einen einwandfreien Leumund haben und die Rekrutenschule der Schweizer Armee absolviert haben. Für viele junge Schweizer ist sie ein außergewöhnlicher Karriereschritt zwischen Militärdienst und Polizeibewerbung.
Die Föderale Polizei ist die nationale Ebene des zweigliedrigen belgischen Polizeisystems. Sie übernimmt überregionale und spezialisierte Aufgaben wie Kriminalpolizei, Autobahnpolizei, Luftunterstützung und Spezialeinheiten, während die Lokale Polizei die Grundversorgung in den Polizeizonen sicherstellt.
Die Lokale Polizei bildet die zweite Säule des belgischen Polizeisystems. Sie ist in Polizeizonen organisiert, die jeweils eine oder mehrere Gemeinden abdecken, und leistet die polizeiliche Grundversorgung vor Ort: Streifendienst, Ermittlungen im lokalen Bereich und Bürgerkontakt. Auswahl und Grundausbildung laufen über das gemeinsame föderale Rekrutierungssystem.
Die DSU ist die zentrale Spezialeinheit der belgischen Föderalen Polizei für Terrorlagen, Geiselnahmen und Hochrisikofestnahmen, früher unter dem Kürzel CGSU bekannt. Sie ist das belgische Pendant zur GSG 9 und rekrutiert intern aus erfahrenen Polizisten über ein hartes Auswahlverfahren.
Die Special Forces Group ist die militärische Spezialeinheit der belgischen Streitkräfte. Ihre Aufgaben umfassen Spezialaufklärung, Direct Action und militärische Unterstützungsoperationen, vergleichbar mit dem deutschen KSK. Der Zugang führt über den Dienst in den Streitkräften und eine mehrstufige Selektion mit sehr hoher Ausfallquote.
Das Special Operations Regiment bündelt die Spezial- und Fallschirmjägerkräfte der belgischen Landstreitkräfte unter einem Kommando, darunter die Special Forces Group und die Para-Kommando-Bataillone. Es ist damit die belgische Entsprechung zu Spezialkräfte-Großverbänden wie der deutschen Division Schnelle Kräfte.
Para-Commando bezeichnet die luftbeweglichen Kommando- und Fallschirmjägertruppen Belgiens. Die Bataillone gehören heute zum Special Operations Regiment und gelten als Einstiegs- und Bewährungsstation für Soldaten, die später zur Special Forces Group wollen. Ausbildungskern sind Kommando- und Fallschirmsprungkurse.
Inspecteur de Police (niederländisch Inspecteur van Politie) ist der Basisdienstgrad des belgischen Polizeikaders, vergleichbar mit dem Polizeimeister oder Polizeikommissar im deutschsprachigen Raum. Während der Grundausbildung an einer Polizeischule tragen die Anwärter den Status Aspirant-Inspecteur.
Selectieproeven sind die Auswahlprüfungen der belgischen Polizei. Das Verfahren ist mehrstufig und umfasst typischerweise kognitive Tests, einen Sporttest in Parcours-Form, Persönlichkeitsverfahren, ein Auswahlgespräch und die medizinische Untersuchung. Es entspricht damit strukturell dem deutschen EAV.
Jobpol ist das offizielle Rekrutierungsportal der belgischen Polizei. Über die Plattform laufen Stellenausschreibungen, Bewerbungen und Informationen zu den Auswahlprüfungen für Föderale und Lokale Polizei. Wer sich in Belgien bewerben will, startet praktisch immer hier.
Die belgischen Streitkräfte sind das Militär Belgiens und gliedern sich in Land-, Luft-, Marine- und Sanitätskomponente. Sie sind eine Berufsarmee ohne Wehrpflichtvollzug. Für sportlich ambitionierte Bewerber sind vor allem die Para-Commando-Verbände und die Special Forces Group interessant.
Die Police Grand-Ducale ist die nationale Polizei des Großherzogtums Luxemburg. Als einheitliches Korps deckt sie das gesamte Land ab, die Rekrutierung läuft zentral über den luxemburgischen Staat. Für Bewerber aus der Großregion ist sie neben Belgien die zweite Benelux-Option im Polizeibereich.