PFV
Potenzialfeststellungsverfahren / Physischer Fitness-Verbund
Im Polizei-Kontext bezeichnet PFV den physischen Teil des EAV — je nach Bundesland ein eigener Circuit (Berlin), ein Ausdauer-plus-Schnellkraft-Kombitest (NRW), oder klassische Einzeldisziplinen wie 800-Meter-Lauf, Cooper-Test oder Beep-Test. Im Bundeswehr-Spezialkräfte-Kontext ist das PFV (Potenzialfeststellungsverfahren) das gesamte mehrstufige Auswahlverfahren des KSK — Sport, Kognition, Härtephase mit Höllenwoche und Führungsprüfung. Wichtig: KSK nutzt bewusst den Begriff Potenzial statt Personal, weil neben Sport und Kognition auch Persönlichkeit und Mindset bewertet werden.
Auf einen Blick
- Polizei-Bedeutung
- Physische Prüfung im EAV
- Bundeswehr-Bedeutung
- Potenzialfeststellungsverfahren (KSK)
- KSK-Bestehensquote
- unter 10 %
- Typische Polizei-Disziplinen
- Cooper, 800m, Beep-Test
Aus der Praxis
Im KSK-Kontext beschreiben erfahrene Kommandosoldaten das PFV als die Tür, nicht das Ziel. Die eigentliche Ausbildung beginnt erst nach bestandenem Verfahren und dauert Jahre. Die Höllenwoche am Ende des PFV ist der härteste Einzelfilter.
Häufige Fragen zu PFV
Was bedeutet PFV?
PFV hat zwei Bedeutungen: Bei der Polizei der physische Fitness-Teil des Einstellungsauswahlverfahrens. Bei der Bundeswehr (KSK) das Potenzialfeststellungsverfahren — das komplette mehrwöchige Spezialkräfte-Auswahlverfahren.
Heißt es Personal- oder Potenzialfeststellungsverfahren?
Beim KSK heißt es Potenzialfeststellungsverfahren. Der Begriff Potenzial wird bewusst gewählt, weil neben körperlicher und kognitiver Leistung auch Persönlichkeit und Mindset bewertet werden — nicht nur die aktuelle Leistung.
Verwandte Begriffe
- EAV — EinstellungsauswahlverfahrenDas Einstellungsauswahlverfahren (EAV) ist das mehrstufige Auswahlverfahren der deutschen Polizei für die Einstellung in den Vollzugsdienst. Es umfasst Sporttest, kognitiven Test, medizinischen Test und Assessment-Center. Je nach Bundesland dauert es 1 bis 3 Tage.
- KSK — Kommando SpezialkräfteDer Eliteverband der Bundeswehr für Spezialoperationen, stationiert in Calw. Aufträge: Bekämpfung von Terrorzellen, Geiselbefreiung im Ausland, strategische Spezialaufklärung und Schutz deutscher Staatsangehöriger in Krisengebieten.
- Cooper-TestDer Cooper-Test ist ein 12-Minuten-Lauf auf Bahn oder Laufband, bei dem es darum geht, eine möglichst große Distanz zurückzulegen. Er misst die aerobe Grundlagenausdauer und ist in fast jedem Polizei- und Spezialeinheiten-Auswahlverfahren Standard.
- Beep-Test (Shuttle Run)Ein 20-Meter-Pendellauf mit von Tonsignalen vorgegebenem, stufenweise steigendem Tempo. Man läuft, bis man dem Tempo nicht mehr folgen kann. Richtwerte: ab Level 10 SEK-tauglich, ab Level 12 GSG-9-Niveau.
- Kommandoaufnahmeverfahren (KAV)Das Kommandoaufnahmeverfahren ist das Auswahlverfahren für KSK-, KSM- und EGB-Verwendungen der Bundeswehr-Spezialkräfte. Es erstreckt sich über mehrere Wochen bis Monate, die Durchfallquote liegt regelmäßig bei rund 90 Prozent.
- DPT — Deutscher Polizei-TestDer Deutsche Polizei-Test ist ein kognitiver Leistungstest, den viele Landespolizeien im Einstellungsverfahren nutzen. Er prüft sprachliches Verständnis, logisches Denken, räumliches Vorstellungsvermögen und Merkfähigkeit — meist 90 bis 120 Minuten, papier- oder computerbasiert.
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