EAV
Einstellungsauswahlverfahren
Das EAV ist der Sammelbegriff für alle Prüfungen, die ein Bewerber durchlaufen muss, bevor er in den Polizeidienst eingestellt wird. Anders als oft angenommen ist es kein einheitliches Verfahren — jedes Bundesland und die Bundespolizei legen eigene Schwerpunkte, Mindestwerte und Abläufe fest. Der typische Aufbau: ein schriftlicher kognitiver Leistungstest (Sprache, Logik, räumliches Vorstellungsvermögen, Konzentration), ein Sporttest (Ausdauer, Kraft, Koordination), eine polizeiärztliche Untersuchung zur Diensttauglichkeit und ein Assessment-Center mit Interview, Gruppendiskussion und teils Rollenspiel. Wer in einer Stufe durchfällt, ist in der Regel raus — die Stufen bauen aufeinander auf.
Auf einen Blick
- Bedeutung
- Einstellungsauswahlverfahren
- Dauer
- 1–3 Tage (je nach Bundesland)
- Bausteine
- Sport, Kognition, Medizin, Assessment
- Föderal
- Jedes Bundesland eigene Regeln
Häufige Fragen zu EAV
Was bedeutet EAV bei der Polizei?
EAV steht für Einstellungsauswahlverfahren — das mehrstufige Prüfverfahren, das jeder Bewerber vor der Einstellung in den Polizeivollzugsdienst durchläuft. Es kombiniert Sporttest, kognitiven Test, medizinische Untersuchung und Assessment-Center.
Wie lange dauert das EAV?
Je nach Bundesland zwischen einem und drei Tagen. Manche Länder bündeln alle Bausteine an einem Tag, andere laden zu mehreren separaten Terminen ein.
Woran scheitern die meisten Bewerber im EAV?
Häufigste Ausscheidungsgründe sind der Sporttest unter Ermüdung und der kognitive Test. Viele unterschätzen, dass die Disziplinen kombiniert und unter Zeitdruck abgeprüft werden — nicht ausgeruht und einzeln.
Verwandte Begriffe
- PFV — Potenzialfeststellungsverfahren / Physischer Fitness-VerbundPFV hat je nach Kontext zwei Bedeutungen: Bei der Polizei die körperliche Prüfung im Rahmen des EAV. Beim KSK und den Bundeswehr-Spezialkräften steht PFV für das Potenzialfeststellungsverfahren — das mehrwöchige Auswahlverfahren mit Bestehensquote unter 10 Prozent.
- DPT — Deutscher Polizei-TestDer Deutsche Polizei-Test ist ein kognitiver Leistungstest, den viele Landespolizeien im Einstellungsverfahren nutzen. Er prüft sprachliches Verständnis, logisches Denken, räumliches Vorstellungsvermögen und Merkfähigkeit — meist 90 bis 120 Minuten, papier- oder computerbasiert.
- Polizeidiensttauglichkeit (PDT)Die Polizeidiensttauglichkeit (PDT) ist die medizinische Eignungsprüfung für den Polizeivollzugsdienst. Geprüft werden Sehkraft, Hörvermögen, BMI (unter 30), Blutbild, orthopädische Checks und eine psychologische Anamnese.
- Assessment-Center (AC)Ein mehrstündiger Testtag mit Gruppendiskussion, Einzelinterview, Rollenspiel und teils Postkorbübung. Bewertet werden Kommunikationsstärke, Stressresistenz, Entscheidungsfähigkeit und Teamfähigkeit — der verhaltensbezogene Teil des Auswahlverfahrens.
- Einstellungstest PolizeiSammelbegriff fuer saemtliche Pruefungen im EAV. Haeufig synonym mit EAV verwendet, umfasst aber streng genommen auch die medizinischen und psychologischen Einzelpruefungen.
- Wiener Testsystem — WTSDas Wiener Testsystem (WTS) ist eine computerbasierte kognitive Testbatterie der Schuhfried GmbH mit über 100 Einzeltests — darunter DLT (Determinationstest), RT (Reaktionstest), LVT (Lernvermögen) und INSBAT (Intelligenz-Struktur). Seit etwa 2020 Standard bei Polizei, Bundeswehr und SEK.
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