KSK Potentialfeststellungsverfahren (PFV)
Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr
Das KSK Auswahlverfahren heißt offiziell Potentialfeststellungsverfahren (PFV) und besteht aus Phase 1 mit 12 Sportstationen (Intervallläufe, 7 Klimmzüge, Nahkampf, Schwimmen) und Phase 2 mit mehrtägigen Orientierungsmärschen unter Schlafentzug. Gesamtdistanz Phase 2: rund 150 Kilometer. Bestehensquote: unter 20%. Voraussetzung: aktiver Bundeswehr-Dienst.
Was ist das KSK?
Das KSK ist die einzige militärische Spezialeinheit Deutschlands auf Verbandsebene. Es wurde 1996 aufgestellt und ist dem Heer unterstellt. Hauptaufgaben sind Kommandooperationen, Aufklärung in der Tiefe des gegnerischen Raums, Geiselbefreiung, Militärberatung und Evakuierungsoperationen. Über 1.500 Soldaten gehören zum KSK, davon etwa 300 Kommandosoldaten in derzeit drei aktiven Kommandokompanien.
KSK Anforderungen Phase 1 (offizieller Bundeswehr-Flyer 2023): 5×1.000m Intervallläufe mit abfallender Sollzeit von 4:30 bis 3:50 Minuten, mindestens 7 Klimmzüge im Ristgriff, CAT-Test (Cooper Ausdauertest), PMT (Psycho-Motorik-Test), Liegestütze, Bauchkraftfolge, Nahkampf, Koordinationsstation, Verwundetentransport und Schwimmen. Phase 2 fordert Orientierungsmärsche mit Karte und Kompass über rund 150 Kilometer. Navigationsfehler können zum Ausschluss führen. Das KSK prüft Funktionsfähigkeit unter Erschöpfung, nicht isolierte Maximalleistungen.
Das Potentialfeststellungsverfahren (PFV) ist das Auswahlverfahren für angehende Kommandosoldaten. Das PFV wurde 2023 auf Initiative des damaligen Kommandeurs grundlegend reformiert. Es besteht jetzt aus mehreren getrennten Phasen, die physische Fitness, kognitive Leistungsfähigkeit und psychische Belastbarkeit systematisch prüfen.
Das reformierte PFV findet zweimal jährlich statt, jeweils im April und Oktober. Die Durchführung liegt beim KSK selbst in Calw. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Universität der Bundeswehr München, die das Verfahren kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt.
Nach bestandenem PFV folgt die rund zweijährige Basisausbildung zum Kommandosoldaten. Erst nach deren erfolgreichem Abschluss wird ein Soldat einer der Kommandokompanien zugewiesen.
Die KSK Vorbereitung unterscheidet sich grundlegend von der Vorbereitung auf Polizei-Spezialeinheiten. Wo SEK und GSG9 einen Sporttest mit definierten Disziplinen verlangen, setzt das KSK auf ein mehrtägiges Potentialfeststellungsverfahren (PFV), das körperliche, kognitive und charakterliche Eignung unter Extrembedingungen prüft. Wer sich auf das KSK-PFV vorbereitet, braucht nicht nur Fitness — er braucht die Fähigkeit, unter Schlafentzug, physischer Erschöpfung und mentalem Druck Leistung zu zeigen.
Eine realistische KSK Vorbereitung umfasst mindestens 12 Monate systematisches Training, und das erst nach Eintritt in die Bundeswehr und einer Mindestdienstzeit. Der Aufbau folgt drei Schritte: Konditionelle Basis (Monat 1 bis 4): Aerobe Grundlagenausdauer aufbauen, mindestens 4-mal pro Woche laufen, Klimmzüge täglich. Keine Intensität, bis die Basis stimmt. Spezifik (Monat 5 bis 8): 5×1.000m Intervalle exakt im KSK-Prüfungsformat, Gepäckmärsche progressiv von 10 kg/10 km auf 35 kg/25 km steigern, Kognitionstraining nach körperlichen Einheiten. PFV-Simulation (Monat 9 bis 12): Schlaf reduzieren, Aufgaben unter Erschöpfung lösen, Gruppenübungen unter Beobachtung. Das PFV ist kein Test, den man in Form meistert. Es ist ein Test, den man erlebt hat oder nicht.
Das Herzstück des PFV II sind Orientierungsmärsche mit Karte und Kompass über eine Gesamtdistanz von rund 150 Kilometern in etwa fünf Tagen. Einzelne Abschnitte erreichen bis zu 50 Kilometer. Wer falsch navigiert, kann ausgeschlossen werden. Orientierung ist kein Nebenfach. Innerhalb der Märsche warten Belastungsstationen: 70 Burpees und 50 Air Squats nach fünf Kilometern, danach weitermarschieren. Die Progression folgt einer klaren Reihenfolge: zuerst Distanz aufbauen, dann Tempo steigern, zuletzt das Gewicht erhöhen. Niemals parallel. Das Tapering beginnt mehrere Wochen vor dem Verfahren. Der 50-Kilometer-Langmarsch gehört in den letzten Trainingsblock, nicht in die Finalwoche. Wer kein bergiges Gelände hat, nutzt den Stairmaster als Ersatz für die Anstiege im Schwarzwald.

Belastungsmarsch: Ein zentraler Bestandteil des KSK Potentialfeststellungsverfahrens
Aufbau & Einsatzeinheiten
011. Kommandokompanie
Eine der vier operativen Kommandokompanien des KSK. Jede Kompanie besteht aus mehreren Kommandozügen zu je vier Kommandotrupps. Die Kompanien sind in der Lage, das gesamte Einsatzspektrum abzudecken.
022. Kommandokompanie (2020 aufgelöst)
Die 2. Kommandokompanie wurde 2020 im Zuge der KSK-Reform aufgelöst und bisher nicht wiederaufgestellt. Die Aufgaben wurden auf die verbleibenden Kompanien verteilt.
033. Kommandokompanie
Dritte operative Kompanie. Die Kommandokompanien rotieren in Bereitschaftszyklen, sodass immer mindestens eine Kompanie in hoher Einsatzbereitschaft steht.
044. Kommandokompanie
Vierte Kommandokompanie. Nach der Basisausbildung werden neue Kommandosoldaten einer der vier Kompanien zugewiesen und durchlaufen dort weitere Spezialisierungen.
05Unterstützungskompanie
Stellt Fernmelde-, Logistik- und Aufklärungsunterstützung für die Kommandokompanien bereit. Auch für Unterstützungssoldaten gibt es ein eigenes Auswahlverfahren.
06Ausbildungs- und Versuchszentrum (AVZ)
Verantwortlich für die Durchführung des PFV, die zweijährige Basisausbildung und die Weiterentwicklung von Taktiken, Techniken und Verfahren. Hier werden auch neue Ausrüstung und Waffensysteme erprobt.
Standorte
Graf-Zeppelin-Kaserne, Calw
Das KSK ist vollständig in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw (Baden-Württemberg) stationiert. Die Kaserne umfasst Schießanlagen, Sprungturm, Kletterwand, Schwimmbecken, Geländeübungsplätze und das Ausbildungs- und Versuchszentrum. Das PFV findet ebenfalls in Calw und Umgebung statt.
Anforderungen & Voraussetzungen
- Aktiver Soldat der Bundeswehr (alle Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche)
- Mannschaften: mindestens 3 Jahre Dienstzeit
- Feldwebel (Unteroffiziere mit Portepee): Laufbahnausbildung muss abgeschlossen sein
- Offiziere: Laufbahnausbildung muss abgeschlossen sein
- Höchstalter Mannschaften: 32 Jahre bei Dienstantritt im KSK
- Höchstalter Unteroffiziere mit Portepee: 35 Jahre bei Dienstantritt
- Deutsche Staatsangehörigkeit
- Sicherheitsüberprüfung durch den MAD (Ü2/Ü3)
- Gesundheitliche Eignung: Verwendungsfähigkeitscode 111/111
- Bewerbung über den Dienstweg: Zugführer, Kompaniechef, BAPersBw Köln (8 Wochen vor PFV-Beginn)
KSK EAV: Prüfungsbestandteile
Ablauf des KSK Auswahlverfahrens im Detail
Phase 0: Infotag KSK (Vorbedingung, kein Auswahlschritt)
Der Infotag ist formal kein Auswahlschritt, aber faktisch ein erster Filter: Teilnahmevoraussetzungen werden geprüft und Bewerber erhalten eine Präsentation zum Ablauf. Offizieller Sporttest Infotag: 1.000m Lauf unter 3:30 min, 15 Klimmzüge, 21 Jump-over-Burpees, 20 Dips, Koordinationstest (Rolle, 15 Sekunden). Diese Werte sind Einstiegsniveau — wer dort an seine Grenzen kommt, trifft Phase 1 mit unzureichender Leistungsreserve.
Phase 1: Kognitive Testung und Sporttests (ca. 4 Tage)
Phase 1 beginnt mit Computertests — direkt nach Anreise, ohne Erholung. Drei relevante Verfahren: CAT-Test (Logik, Rechnen, Matrizen, technisches Verständnis), Schuhfried-Testbatterie (über 200 psychologische Items zu Persönlichkeitsdimensionen, Impulsverhalten, Stresstoleranz) und Mackworth Clock Test (30 Minuten Wachsamkeit auf einen seltenen Stimulus — wer sich nicht vorbereitet, verliert im letzten Drittel die Aufmerksamkeit). Anschließend Sporttests: 5×1.000m-Intervallläufe mit absteigenden Sollzeiten (4:30 / 4:20 / 4:10 / 4:00 / 3:50 min), 200m Kleiderschwimmen im Kampfanzug (Minimum 7:30 min, mit Entkleidung und Ringbergung vom Beckenboden), 20km Gepäckmarsch mit 20 kg (Minimum 3:30h), mindestens 7 Klimmzüge im Ristgriff, 22 Hand-Release-Push-Ups in 30 Sekunden, 20 Sit-Ups in 30 Sekunden, Nahkampf-Sparring 2 Minuten. Abschließend der Psycho-Motorik-Test (PMT): ein Hallenhindernisparcours mit Verwundetentransport (50-kg-Puppe), Hangel-Kombinationen und koordinativen Zwischenstationen. Das PFV 1 ist eine Bestenliste — Mindestwerte qualifizieren nur für die Messung, nicht für die Einladung zu Phase 2. Kognitive Blackouts sind der häufigste einzelne Versagensgrund.
Phase 2: Härtephase — Sub-Stationen im Detail (ca. 5 Tage)
Phase 2 beginnt mit erneuten Computertests direkt nach Einschleusung — Anforderungen höher als in Phase 1, Zeit knapper. Kernstationen: Burnardbahn (militärischer Hindernisparcours mit Seiltechnik, Seilknoten unter Zeitdruck — Fehler = Zeitstrafen), Urbane Hindernisbahn mit Boardingleiter (instabile Leiter, Position unter Belastung halten und Koordinaten merken), Wasserhindernisbahn (Sprünge, Tauchen, Kleiderschwimmen unter Wellengang und simulierter Strömung, Apnoe-Prüfung), Kanalisation (maximal 8 Minuten in völliger Dunkelheit mit Baumstamm, Nebel, Lärm und Zeitdruck), Station der Ungewissheit (Funksprüche merken unter Schlaf- und Kommunikationsverbot — Vollständigkeit und Genauigkeit bei Abruf bewertet), Orientierungsmarsch Schwarzwald (35 km bei Tag und Nacht mit nennenswerten Höhenmetern), Belastungsstationen innerhalb der Märsche (z.B. 70 Burpees und 50 Air Squats nach 5 km, dann weitermarschieren), Baumstamm-Gruppenaufgabe (Teamlast über mehrere Kilometer). Gesamtdistanz rund 150 km, Einzelmärsche bis 50 km, Kampfgepäck 25–35 kg. Finale: 5.000m Wettlauf bei nahezu vollständig aufgebrauchten Reserven — genau das ist der Testzweck. Testinhalte variieren von Durchgang zu Durchgang, um gezielte Vorbereitung einzelner Stationen zu verhindern. Die große Mehrheit scheitert in Phase 2.
Phase 3: Führungsprüfung (nur Offiziere, 3 Tage)
Offiziere, die Phase 1 und 2 bestanden haben, durchlaufen zusätzlich eine dreitägige Führungsprüfung. Geprüft werden taktische Grundsätze für Landoperationen unter starker körperlicher und kognitiver Vorbelastung, Kommunikationsfähigkeit in militärischen Kontexten und Führungsentscheidungen unter reduzierter Informationslage und hohem Zeitdruck. Diese Phase ist für Mannschaften und Unteroffiziere nicht relevant.
→KSK Spezialprogramm: 30+ bestandene PFVs
Markus (6 Jahre Kommandosoldat), Paul (Head Coach) und Emmi (Psychologin, ehem. Assessment-Center) bereiten dich 9 Monate gezielt auf das KSK PFV vor — mit kognitiver Vorbereitung, Härtephasen-Simulation und individuellem Periodisierungsplan.

Nach erfolgreicher Basisausbildung: Berechtigung zum Tragen des Sonderabzeichens Kommandosoldat
Ausbildung nach bestandenem EAV
Nach bestandenem PFV folgt zunächst ein Schiesslehrgang und eine dreimonatige Probezeit, in der Kandidaten ihre Fähigkeiten unter realistischen Bedingungen bestätigen müssen. Danach beginnt die Basisausbildung: rund 2 Jahre für Kommandooffiziere, bis zu 3 Jahre für Kommandofeldwebel. Die Ausbildung umfasst über 20 Lehrgänge an mehr als 17 Schulen weltweit, in verschiedenen Klimazonen (Arktis, Wüste, Dschungel, Gebirge). Nach erfolgreichem Abschluss wird das Sonderabzeichen Kommandosoldat durch den KSK-Kommandeur persönlich verliehen. Absolventen werden einer der drei Kommandokompanien zugewiesen und verpflichten sich zu mindestens 6 Jahren Dienstzeit beim KSK.
Ausbildungsmodule im Detail
Schießausbildung
Intensive Waffenausbildung auf KSK-Niveau. Das KSK-Schießhaus verbraucht rund 600.000 Schuss pro Jahr. Schießen ist das Grundhandwerkszeug jedes Kommandosoldaten.
Raumkampf (CQB)
Häuserkampf, Gebäudestürmung, Geiselrettung. Training im urbanen Umfeld mit scharfer Munition. Einer der anspruchsvollsten Ausbildungsabschnitte.
Sprengausbildung
Ausbildung an verschiedenen Sprengmitteln. Jeder Kommandosoldat wird zum Sprengstoffexperten ausgebildet, von Türöffnungsladungen bis zu taktischen Sprengungen.
Sanitätsausbildung (TCCC)
Taktische Verwundetenversorgung unter Gefechtsbedingungen (Tactical Combat Casualty Care). Das KSK verfügt zusätzlich über einen eigenen Sanitätsspezialzug.
SERE-Training
Survival, Evasion, Resistance, Escape. Enthält einen 100-km-Marsch in 4 Tagen mit schwerem Gepäck und unerwarteten Hindernissen wie Abseilen. Stattfindend am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf.
Fallschirmspringen (HALO/HAHO)
Militärisches Freifallspringen aus bis zu 12.000 m Höhe. HALO: Schirmöffnung bei ca. 800 m. HAHO: Schirmöffnung nach 10-15 Sekunden, Gleiten über 50+ km zum Zielgebiet per GPS-Navigation.
Verbringungsausbildung
Alle Infiltrationsmethoden: Abseilen aus Hubschraubern, Fast Roping, Tauchen, Sturmboote, Faltkajaks, Motorräder und gepanzerte Fahrzeuge. Ausbildung auf allen Geländetypen.
Klimazonenausbildung
Arktis (Nordkanada, unter -30°C), Wüste (USA/Israel), Dschungel (Belize, 30-Tage-Lehrgang an der britischen Dschungelkampfschule), Gebirge (Österreich). Training in realen Einsatzumgebungen weltweit.
→Alle Spezialeinheiten: Anforderungen im Überblick
SEK, KSK, GSG9, BFE+ und ZUZ — in einem Artikel. Was wirklich gefordert wird, wie du die Vorbereitung strukturierst und welche Fehler die meisten Bewerber machen.
Besoldung & Vergütung
Kommandosoldaten des KSK werden nach dem Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) besoldet, üblicherweise in den Gruppen A6 bis A13 je nach Laufbahn und Dienstgrad. Hinzu kommen: Stellenzulage für Kommandosoldaten (1.125 Euro monatlich gemäß §23m EZulV), eine einmalige Qualifikationsprämie von 16.000 Euro bei Abschluss der Basisausbildung sowie 9.000 Euro jährlich für Dienst über 6 Jahre hinaus. Zusätzlich: Erschwerniszulage für Sprungdienst und Tauchereinsätze, Auslandsverwendungszuschlag bei Einsätzen sowie Zulagen für besondere zeitliche Belastung.
KSK Vorbereitung: Tipps
- →Beginne mindestens 12 bis 18 Monate vor dem PFV mit gezielter Vorbereitung
- →Trainiere die 5x1.000m-Intervallläufe regelmäßig: Zielzeit deutlich unter 3:50 min pro Lauf
- →Rucksackmärsche mit 25-35 kg Gepäck über 20+ km sind Pflicht in der Vorbereitung
- →Kognitive Belastbarkeit trainieren: Denkaufgaben unter körperlicher Erschöpfung üben
- →Schlafentzug-Resistenz aufbauen: gelegentlich unter reduziertem Schlaf trainieren
- →Orientierung mit Karte und Kompass im Gelände üben, nicht nur auf der Straße
- →Baue Marschtraining erst auf, wenn deine aerobe Basis (Zone 2) seit mindestens drei Monaten gefestigt ist
- →Trainiere Orientierung mit Karte und Kompass unter körperlicher Belastung, nicht nur am Schreibtisch
- →Nutze den Stairmaster als Ersatz für bergiges Gelände, wenn du keinen Zugang zu Anstiegen hast
Videos zur KSK Vorbereitung
Wie du ein Auswahlverfahren trotz 80% Ausfallquote bestehst (SEK, KSK, GSG9 und mehr)
Marschleistung steigern für KSK PFV 2, KSM, EGB etc.
KSK Geiselbefreiung: R&B Ausbildung Teil 1 (mit Markus Gaul)
Häufig gestellte Fragen zum KSK Auswahlverfahren
Wer kann sich für das KSK PFV bewerben?
Jeder aktive Soldat der Bundeswehr kann sich bewerben, unabhängig von Teilstreitkraft oder Organisationsbereich. Mannschaften benötigen mindestens 3 Jahre Dienstzeit. Feldwebel und Offiziere müssen ihre jeweilige Laufbahnausbildung abgeschlossen haben. Voraussetzung sind deutsche Staatsangehörigkeit und die Sicherheitsüberprüfung durch den MAD.
Wie läuft die Bewerbung für das KSK ab?
Die Bewerbung erfolgt über den Dienstweg: zuerst beim Zugführer, dann über den Kompaniechef an das BAPersBw in Köln. Die Bewerbung muss spätestens 8 Wochen vor Beginn des PFV eingehen. Das PFV findet zweimal jährlich statt, jeweils im April und Oktober.
Was hat sich beim KSK PFV seit der Reform 2023 geändert?
Das PFV wurde grundlegend reformiert und besteht jetzt aus mehreren getrennten Phasen: Phase 1 (Fitness-Check, kognitive Tests) und Phase 2 (Härtephase). Die konkreten Testinhalte in Phase 2 variieren von Durchgang zu Durchgang, um gezielte Vorbereitung auf einzelne Stationen zu verhindern. Offiziere durchlaufen zusätzlich Phase 3 (Führungsprüfung). Die Phasen finden nicht am Stück statt.
Wie hoch ist die Bestehensquote beim KSK PFV?
Beim PFV selbst bestehen rund 20 bis 25 Prozent der Bewerber. Das PFV ist aber nur der Einstieg: Die anschließende zweijährige Basisausbildung mit Härtephase, SERE, Freifallausbildung und Abschlussprüfung reduziert die Gesamtquote auf unter 10 Prozent. Von der ersten Bewerbung bis zum fertigen Kommandosoldaten ist der Weg lang.
Brauche ich eine Fallschirmspringerqualifikation vor dem PFV?
Nein, eine Fallschirmspringerqualifikation ist keine Voraussetzung für das PFV. Militärisches Freifallspringen wird in der zweijährigen Basisausbildung nach dem PFV gelehrt. Wer bereits Sprungqualifikationen hat, ist im Vorteil, es ist aber kein Ausschlusskriterium.
Welche Sporttest-Werte muss ich beim KSK PFV schaffen?
In Phase 1 sind die 5x1.000m-Intervallläufe zentral: Die Sollzeiten sinken von 4:30 auf 3:50 Minuten, dazwischen nur kurze Pausen. Dazu kommen Klimmzüge, Liegestütze, Sit-ups, der Psycho-Motorik-Test und ein Schwimmtest (500m Zeitschwimmen). Genaue Mindestwerte variieren, aber die Intervallläufe sind der häufigste Ausscheidegrund in Phase 1.
Wie lange dauert die Ausbildung nach dem PFV?
Die Basisausbildung zum Kommandosoldaten dauert rund zwei Jahre. Sie umfasst Gefechtsausbildung, Häuserkampf, Freifallspringen, Kampfschwimmen, Sprengausbildung, TCCC, SERE-Training und Sprachausbildung. Erst nach Abschluss erhält man das Kommando-Barett und wird einer Kompanie zugewiesen.
Kann ich das PFV wiederholen, wenn ich scheitere?
Ja, eine erneute Bewerbung ist möglich. Es gibt keine offizielle Begrenzung der Versuche, solange die Altersgrenze nicht überschritten ist. Zwischen den Versuchen sollte ausreichend Vorbereitungszeit eingeplant werden. Viele erfolgreiche Kommandosoldaten haben das PFV nicht beim ersten Versuch bestanden.
Wie lange dauert die KSK Vorbereitung realistisch?
Mindestens 12 Monate — und das nach einer Bundeswehr-Dienstzeit von typischerweise 2–4 Jahren. Wer direkt nach der Grundausbildung zum KSK will, braucht in der Regel länger. Die Basis (GA1-Ausdauer, 7+ Klimmzüge, Gepäckmarsch-Fähigkeit) muss vor dem PFV sitzen — nicht parallel dazu aufgebaut werden.
Was ist der KSK Infotag und welche Werte muss ich dort schaffen?
Der Infotag ist formal kein Auswahlschritt, faktisch aber ein erster Filter. Bewerbungsvoraussetzungen werden geprüft, Bewerber erhalten eine Präsentation zum PFV-Ablauf. Offizieller Sporttest: 1.000m Lauf unter 3:30 min, 15 Klimmzüge, 21 Jump-over-Burpees, 20 Dips und ein Koordinationstest (Rolle in 15 Sekunden). Diese Werte sind Einstiegsniveau — wer dort an seine Grenzen stößt, trifft Phase 1 mit unzureichendem Leistungspuffer. Das PPF-Trainerteam kalibriert Athleten bereits am Infotag auf die Phase-1-Bestenliste, nicht auf bloßes Bestehen.
Welche kognitiven Tests gibt es im KSK PFV und wie bereite ich mich darauf vor?
Phase 1 beginnt direkt nach Anreise mit drei kognitiven Testverfahren: dem CAT-Test (Logik, Rechnen, Matrizen, technisches Verständnis, Sprachkomponenten), der Schuhfried-Testbatterie (über 200 psychologische Items zu Persönlichkeit, Impulsverhalten und Stresstoleranz — nicht durch richtige Antworten optimierbar, da Konsistenz gemessen wird) und dem Mackworth Clock Test (30 Minuten Wachsamkeit auf einen selten auftretenden Stimulus — die meisten Bewerber verlieren im letzten Drittel die Aufmerksamkeit). Phase 2 beginnt ebenfalls mit Computertests unter noch knapperen Zeitlimits. Der kognitive Anteil ist quantitativ der häufigste Einzelversagensgrund im PFV. Marktübliche Gehirn-Trainings-Apps (Neuronation, Lumosity) sind nicht auf die Testarchitektur des KSK kalibriert.
Was sind die offiziellen KSK Anforderungen im Auswahlverfahren?
Phase 1 hat eine offizielle Liste aus dem Bundeswehr-Informationsflyer 2023: 5×1.000m Intervallläufe (Sollzeiten 4:30 bis 3:50 Minuten), mindestens 7 Klimmzüge im Ristgriff, CAT-Test, PMT (Psycho-Motorik-Test), Liegestütze, Bauchkraftfolge, Nahkampf, Koordinationsstation, Verwundetentransport, Schwimmen und Marsch. Das sind die offiziellen Mindestwerte aus dem Bundeswehr-Informationsflyer 2023. Für Phase 2 veröffentlicht das KSK keine Werte. Aus Erfahrungsberichten: Orientierungsmärsche über rund 150 Kilometer, Einzelabschnitte bis zu 50 Kilometer, Kampfgepäck 25–35 kg. Bankdrücken wird im KSK-PFV nicht explizit geprüft.
Wie trainiere ich die Märsche für das KSK PFV II?
Das PFV II umfasst rund 150 Kilometer Gesamtdistanz, einzelne Abschnitte bis zu 50 Kilometer. Die Vorbereitung folgt einer festen Reihenfolge: zuerst Distanz aufbauen, dann Tempo steigern, zuletzt das Gewicht erhöhen. Die aerobe Basis (Zone 2) muss abgeschlossen sein, bevor Marschtraining beginnt. Das Tapering beginnt mehrere Wochen vor dem PFV. Der 50-Kilometer-Trainingsmarsch gehört in den letzten Trainingsblock, nicht in die Finalwoche. Wer kein bergiges Gelände hat, ersetzt Anstiege mit dem Stairmaster. Marschfrequenz: ein bis drei Einheiten pro Woche, je nach Dienst und Erholung. Orientierung mit Karte und Kompass muss unter körperlicher Belastung trainiert werden. Navigationsfehler können im Verfahren zum Ausschluss führen.
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