SEK
Spezialeinsatzkommando
Das SEK greift dort, wo die reguläre Polizei und Spezialeinsatzkräfte unterhalb der GSG 9 an ihre Grenzen stoßen: bewaffnete Täter, Geiselnahmen, Zugriffe auf gefährliche Personen. Das Auswahlverfahren prüft Sport (Cooper-Test, Klimmzüge, Hindernisparcours, oft Schwimmen), Schießfertigkeit, psychische Belastbarkeit und Teamfähigkeit. Die Selektion ist hart — auf ausgeschriebene Stellen kommen regelmäßig ein Vielfaches an Bewerbern. Nach bestandenem Auswahlverfahren folgt eine mehrmonatige Grundausbildung in Zugriffstaktik, CQB, Schießen und Lagebewältigung. Für viele bayerische und norddeutsche Beamte ist das USK oder die BFE eine Vorstufe.
Auf einen Blick
- Bedeutung
- Spezialeinsatzkommando
- Ebene
- Landespolizei (je Bundesland eigenes)
- Aufgaben
- Geisellagen, Zugriffe, Terror
- Voraussetzung
- ca. 2 Jahre Polizeidienst (WWD)
Aus der Praxis
Erfahrene SEK-Operatoren betonen: SEK-Einsätze sind oft kontrollierter als der Streifendienst, weil man mit Voraufklärung und Briefing in die Lage geht. Beim Auswahlverfahren ist Seilklettern ein häufiges K.O.-Kriterium, und der berüchtigte Rambo-Typ wird gezielt aussortiert — Teamfähigkeit schlägt Ego.
Häufige Fragen zu SEK
Was ist der Unterschied zwischen SEK und GSG 9?
Das SEK ist die Spezialeinheit der jeweiligen Landespolizei und im Bundesland zuständig. Die GSG 9 ist die Spezialeinheit der Bundespolizei mit bundesweiter und internationaler Zuständigkeit für Terrorlagen. Vom Aufgabenniveau sind sie vergleichbar, organisatorisch getrennt.
Wie wird man SEK-Beamter?
Zuerst abgeschlossene Polizeiausbildung und in der Regel mindestens zwei Jahre Wach- und Wechseldienst, dann Bewerbung und Bestehen des SEK-Auswahlverfahrens (Sport, Schießen, Psychologie, Assessment), gefolgt von mehrmonatiger Grundausbildung.
Verwandte Begriffe
- GSG9 — Grenzschutzgruppe 9 der BundespolizeiDie Spezialeinheit der Bundespolizei, gegründet 1972 nach dem Olympia-Attentat von München. Zuständig für Terrorlagen auf Bundesebene — Schienen-, Flug- und Seeverkehr sowie Geiselbefreiung. Rund 400 Einsatzkräfte, Hauptstandort Sankt Augustin bei Bonn.
- MEK — Mobiles EinsatzkommandoEine verdeckt arbeitende Spezialeinheit der Landeskriminalämter (und des BKA auf Bundesebene). Schwerpunkt sind verdeckte Observation, Ermittlungen und Zugriffe auf Observationsobjekte — weniger taktisch-athletisch als das SEK, stärker tarnungs- und observationsbasiert.
- USK — Unterstützungskommando (Bayern)Das Unterstützungskommando der bayerischen Polizei — eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit mit ausgeprägter taktischer Ausbildung. Schwerpunkt sind Versammlungs- und Veranstaltungslagen sowie der Lückenschluss zwischen Streifendienst und SEK.
- BFE — Beweissicherungs- und FestnahmeeinheitEine geschlossene Einheit der Bereitschaftspolizei für Großdemonstrationen, Fußballspiele und qualifizierte Festnahmen in Großlagen. In mehreren Bundesländern eine Vorstufe für spätere SEK-Karrieren. Die BFE+ der Bundespolizei schließt die Lücke zwischen regulärer Bundespolizei und GSG 9.
- CQB — Close Quarters BattleClose Quarters Battle bezeichnet den Kampf auf kürzeste Distanz in Gebäuden und engen Räumen. CQB ist Standardausbildung bei KSK, SEK und GSG 9 — die Grundlage für Geiselbefreiung und Zugriffe.
- EAV — EinstellungsauswahlverfahrenDas Einstellungsauswahlverfahren (EAV) ist das mehrstufige Auswahlverfahren der deutschen Polizei für die Einstellung in den Vollzugsdienst. Es umfasst Sporttest, kognitiven Test, medizinischen Test und Assessment-Center. Je nach Bundesland dauert es 1 bis 3 Tage.
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