GSG9
Grenzschutzgruppe 9 der Bundespolizei
Die GSG 9 ist Deutschlands bekannteste Polizei-Spezialeinheit, weltweit anerkannt seit der Geiselbefreiung von Mogadischu 1977. Sie gliedert sich in Einsatzeinheiten für Boden, Wasser und Luft. Das Eignungsauswahlverfahren ist mehrtägig und kombiniert Sport, Schießen, Klettern und einen mehrstündigen Konzentrationstest. Ein häufiger Abbruchgrund in der Ausbildung sind die Schießleistungen — gefordert ist nicht Dauerfeuer, sondern höchste Präzision unter Belastung. Der Wechsel von der Landespolizei oder dem BKA ist möglich, ein Tauschpartner zwischen Land und Bund vorausgesetzt.
Auf einen Blick
- Gegründet
- 1972 (nach Olympia-Attentat)
- Trägerorganisation
- Bundespolizei
- Stärke
- ca. 400 Einsatzkräfte
- Hauptstandort
- Sankt Augustin
- Berühmt durch
- Mogadischu 1977
Aus der Praxis
Ehemalige GSG-9-Operatoren berichten, dass bei längeren Auslandseinsätzen jeder Kontakt nach Hause untersagt sein kann — um keine Taktiken oder Positionen über abgehörte Telefone preiszugeben. Der Tagesablauf wechselt zwischen Taktiktraining am Vormittag, Schießen als Schwerpunkt und individuellem Sport am Nachmittag.
Häufige Fragen zu GSG9
Wofür steht GSG 9?
GSG 9 steht für Grenzschutzgruppe 9 — die Spezialeinheit der Bundespolizei (früher Bundesgrenzschutz), gegründet 1972 nach dem Olympia-Attentat. Sie ist auf Bundesebene für Terror- und Geisellagen zuständig.
Wie kommt man zur GSG 9?
Voraussetzung ist eine abgeschlossene Polizeiausbildung (Bund oder Land mit Tauschpartner). Danach folgt das mehrtägige Eignungsauswahlverfahren mit Sport, Schießen, Klettern und Konzentrationstest, anschließend die rund neunmonatige Ausbildung (AFEU).
Verwandte Begriffe
- BPol — BundespolizeiDie bundesweite Vollzugspolizei (ehemals Bundesgrenzschutz / BGS). Zuständig für Bahn-, Luft- und Seeverkehr, Grenzschutz und den Schutz von Bundesorganen. Eigenes Einstellungsauswahlverfahren, Ausbildung an den Bundespolizeiakademien.
- SEK — SpezialeinsatzkommandoDie taktische Spezialeinheit der Landespolizeien für hochriskante Festnahmen, Geisellagen und Terrorlagen. Jedes Bundesland unterhält ein eigenes SEK. Voraussetzung ist in der Regel mindestens zwei Jahre Polizeidienst im Wach- und Wechseldienst.
- AFEU — Aus- und Fortbildungseinheit GSG 9Die AFEU (Aus- und Fortbildungseinheit) ist der Ausbildungsabschnitt innerhalb der GSG 9, der erfolgreichen Bewerbern nach bestandenem Eignungsauswahlverfahren bevorsteht. Dauer rund neun Monate — mit Schießen, Taktik, Klettern, Sprengen und Sanitätsausbildung als Schwerpunkten.
- BFE — Beweissicherungs- und FestnahmeeinheitEine geschlossene Einheit der Bereitschaftspolizei für Großdemonstrationen, Fußballspiele und qualifizierte Festnahmen in Großlagen. In mehreren Bundesländern eine Vorstufe für spätere SEK-Karrieren. Die BFE+ der Bundespolizei schließt die Lücke zwischen regulärer Bundespolizei und GSG 9.
- MEK — Mobiles EinsatzkommandoEine verdeckt arbeitende Spezialeinheit der Landeskriminalämter (und des BKA auf Bundesebene). Schwerpunkt sind verdeckte Observation, Ermittlungen und Zugriffe auf Observationsobjekte — weniger taktisch-athletisch als das SEK, stärker tarnungs- und observationsbasiert.
- USK — Unterstützungskommando (Bayern)Das Unterstützungskommando der bayerischen Polizei — eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit mit ausgeprägter taktischer Ausbildung. Schwerpunkt sind Versammlungs- und Veranstaltungslagen sowie der Lückenschluss zwischen Streifendienst und SEK.
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