BFE
Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit
Die BFE bewältigt Lagen, die für den normalen Streifendienst zu komplex, für das SEK aber nicht zwingend nötig sind: gewalttätige Versammlungen, Hooligan-Lagen, Festnahmen aus Menschenmengen. Der Name beschreibt die zwei Kernaufgaben. Beweissicherung heißt, Straftaten gerichtsfest zu dokumentieren, etwa mit Video und Foto. Festnahme heißt, die so identifizierten Personen gezielt und mit möglichst wenig Eskalation aus der Menge zu holen. Bei den Ländern sind die BFE meist bei der Bereitschaftspolizei angesiedelt, die Zuordnung unterscheidet sich aber je Land; in Bayern übernehmen die Unterstützungskommandos (USK) eine vergleichbare Rolle. Bei der Bundespolizei hat jede Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft drei BFE, eine davon ist als BFE+ für terroristische Lagen fortgebildet. Wer in eine BFE will, ist in der Regel schon fertig ausgebildeter Polizeibeamter und durchläuft ein internes Auswahlverfahren mit Sporttest. Die genauen Anforderungen legt jedes Land selbst fest. Eine spätere Bewerbung bei SEK oder GSG 9 ist möglich, maßgeblich sind deren eigene Voraussetzungen und Auswahlverfahren.
Auf einen Blick
- Bedeutung
- Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit
- Trägerorganisation
- Bereitschaftspolizei der Länder / Bundesbereitschaftspolizei
- Typische Lagen
- Demonstrationen, Fußball, Großveranstaltungen
- Bundespolizei
- 3 BFE je Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft, davon 1 BFE+
- Bayern
- USK mit vergleichbarem Auftrag
- Karriere
- Spätere Bewerbung bei SEK / GSG 9 möglich
Häufige Fragen zu BFE
Was macht die BFE der Polizei?
Die BFE sichert bei Großlagen Beweise und nimmt Tatverdächtige gezielt fest. Typische Einsätze sind gewalttätige Demonstrationen, Fußballspiele mit Hooligan-Lagen und Großveranstaltungen. Die Einheit dokumentiert Straftaten gerichtsfest und holt die Täter anschließend aus der Menge heraus.
Was ist der Unterschied zwischen BFE und BFE+?
Die BFE ist eine Einheit der Bereitschaftspolizei für Großlagen, sie existiert bei den Länderpolizeien und bei der Bundespolizei. Die BFE+ gibt es nur bei der Bundespolizei. Sie wurde nach den Anschlägen von 2015 als Anti-Terror-Komponente aufgestellt, ist an fünf Standorten stationiert, erweitert bewaffnet und schließt die Lücke zwischen regulärer Bundespolizei und GSG 9.
Ist die BFE eine Spezialeinheit?
Im engeren Sinn nicht. Spezialeinheiten der Polizei sind vor allem SEK, MEK und GSG 9. Die BFE ist eine spezialisierte Einheit der Bereitschaftspolizei mit eigenem Auswahlverfahren und Zusatzausbildung und steht zwischen geschlossener Einsatzhundertschaft und Spezialeinheit. Die BFE+ der Bundespolizei rückt mit ihrem Anti-Terror-Auftrag näher an die Spezialeinheiten heran.
Wie komme ich zur BFE?
Der Weg führt in der Regel über die abgeschlossene Polizeiausbildung und eine Verwendung in der Bereitschaftspolizei. Danach folgt ein internes Auswahlverfahren mit Sporttest und Gespräch, die Details regelt jedes Land selbst. Die BFE+ der Bundespolizei wird aus deren BFE gebildet: Die dritte BFE jeder Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft wird zur BFE+ fortgebildet.
Gibt es die BFE in Bayern?
In Bayern übernehmen die Unterstützungskommandos (USK) eine vergleichbare Funktion. Es gibt sie bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei sowie bei den Polizeipräsidien München und Mittelfranken, spezialisiert auf Beweissicherung und Festnahmen bei Großlagen.
Verwandte Begriffe
- BereitschaftspolizeiDie Bereitschaftspolizei umfasst die geschlossenen Einheiten der Länderpolizeien und der Bundespolizei, die bei Großlagen wie Demonstrationen, Fußballeinsätzen oder Katastrophen als Hundertschaften eingesetzt werden. Für viele Polizisten ist sie die erste Verwendung nach der Ausbildung, bevor der Wechsel in den Einzeldienst oder zu Spezialverwendungen folgt.
- USK — Unterstützungskommando (Bayern)Das Unterstützungskommando der bayerischen Polizei, eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit mit ausgeprägter taktischer Ausbildung. Schwerpunkt sind Versammlungs- und Veranstaltungslagen sowie der Lückenschluss zwischen Streifendienst und SEK.
- SEK — SpezialeinsatzkommandoDie taktische Spezialeinheit der Landespolizeien für hochriskante Festnahmen, Geisellagen und Terrorlagen. Jedes Bundesland unterhält ein eigenes SEK. Voraussetzung ist in der Regel mindestens zwei Jahre Polizeidienst im Wach- und Wechseldienst.
- GSG9 — Grenzschutzgruppe 9 der BundespolizeiDie Spezialeinheit der Bundespolizei, gegründet 1972 nach dem Olympia-Attentat von München. Zuständig für Terrorlagen auf Bundesebene, Schienen-, Flug- und Seeverkehr sowie Geiselbefreiung. Rund 400 Einsatzkräfte, Hauptstandort Sankt Augustin bei Bonn.
- BPol — BundespolizeiDie bundesweite Vollzugspolizei (ehemals Bundesgrenzschutz / BGS). Zuständig für Bahn-, Luft- und Seeverkehr, Grenzschutz und den Schutz von Bundesorganen. Eigenes Einstellungsauswahlverfahren, Ausbildung an den Bundespolizeiakademien.
- MEK — Mobiles EinsatzkommandoEine verdeckt arbeitende Spezialeinheit der Landeskriminalämter (und des BKA auf Bundesebene). Schwerpunkt sind verdeckte Observation, Ermittlungen und Zugriffe auf Observationsobjekte, weniger taktisch-athletisch als das SEK, stärker tarnungs- und observationsbasiert.
Du bereitest dich auf ein Auswahlverfahren vor?
Strukturiertes 1:1-Coaching für SEK, KSK, GSG 9, EGB und weitere Einheiten — von Trainern, die selbst aus Spezialeinheiten kommen.
Kostenloses Analysegespräch