Führungszeugnis
Wichtig: Polizei und Bundeswehr stützen sich für ihre Bewertung nicht nur auf das Führungszeugnis, sondern holen eine eigene Auskunft ein, die weiter reicht als die Bürgerauskunft. Auch Verfahren, die mangels Beweis oder gegen Auflage eingestellt wurden, können dort auftauchen und bewertet werden. Eine einzelne Jugendsünde bedeutet nicht automatisch das Aus, entscheidend sind Art, Schwere und wie lange das Ganze zurückliegt. Der größte Fehler ist, einen Vorfall im Bewerbungsbogen zu verschweigen: Wird er später bekannt, wiegt die Unehrlichkeit oft schwerer als die ursprüngliche Sache.
Auf einen Blick
- Art
- erweitertes Führungszeugnis
- Behörden-Auskunft
- reicht weiter als Bürgerauskunft
- Eingestellte Verfahren
- können relevant sein
- Größter Fehler
- Vorfall verschweigen
Häufige Fragen zu Führungszeugnis
Wird man mit einem Eintrag im Führungszeugnis abgelehnt?
Nicht zwingend. Entscheidend sind Art, Schwere und wie lange die Sache zurückliegt. Eine einzelne Jugendsünde ist meist kein automatisches Aus. Schwere oder einschlägige Delikte hingegen schon.
Sieht die Polizei auch eingestellte Verfahren?
Ja. Die Behörde holt eine eigene Auskunft ein, die weiter reicht als das übliche Führungszeugnis. Auch eingestellte Verfahren können dort auftauchen. Deshalb sollte man im Bewerbungsbogen nichts verschweigen.
Verwandte Begriffe
- VerbeamtungErnennung in ein Beamtenverhältnis. Polizisten durchlaufen die Stufen Beamter auf Widerruf (Ausbildung), auf Probe (nach Abschluss) und auf Lebenszeit. Voraussetzung sind Verfassungstreue, gesundheitliche Eignung und ein einwandfreies Führungszeugnis.
- Verfassungstreue (FDGO)Pflicht jedes Beamten und Soldaten, sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung (FDGO) zu bekennen und für sie einzutreten. Wird bei der Einstellung geprüft, bei Spezialeinheiten zusätzlich über die Sicherheitsüberprüfung.
- Sicherheitsüberprüfung (SÜ)Prüfung der Zuverlässigkeit einer Person für sicherheitsempfindliche Tätigkeiten, gestuft in Ü1, Ü2 und Ü3. Bei der Bundeswehr durchgeführt vom MAD. Für KSK, KSM und vergleichbare Verwendungen ist mindestens die Ü2 erforderlich.
- DGO — DienstgradordnungVerordnung zur Reihenfolge der Dienstgrade. Regelt Vorgesetztenverhältnisse.
- WSV — WehrdisziplinarordnungRegelt disziplinarische Verfahren Bundeswehr.
- PolG — PolizeigesetzJe Bundesland eigenes Gesetz. Regelt Eingriffsrechte der Polizei.
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