18 Fachbegriffe der Kategorie Österreich: Polizei & Bundesheer. Jeder Eintrag hat eine eigene Detailseite mit strukturierten Daten (DefinedTerm-Schema) für Suchmaschinen und AI-Assistenten.
Das Aufnahmeverfahren der österreichischen Polizei ist mehrstufig: ein computergestützter schriftlicher Test (unter anderem Rechtschreibung und kognitive Aufgaben), ein Sporttest, eine polizeiärztliche Untersuchung und ein Aufnahmegespräch mit psychologischem Anteil. Wer besteht, startet in die Polizeigrundausbildung an einem Bildungszentrum der Sicherheitsakademie.
Das Bundesministerium für Inneres ist die oberste Sicherheitsbehörde Österreichs. Ihm unterstehen die Bundespolizei mit den Landespolizeidirektionen, das Bundeskriminalamt, die DSN und die Direktion für Spezialeinheiten mit dem EKO Cobra. Nicht zu verwechseln mit der Abkürzung BMI für den Body-Mass-Index in der medizinischen Eignungsprüfung.
Das Bundeskriminalamt in Wien ist die zentrale Dienststelle für die bundesweite Kriminalitätsbekämpfung in Österreich, zuständig unter anderem für organisierte Kriminalität, Cybercrime und internationale Polizeikooperation. Es ist das österreichische Pendant zum deutschen BKA.
Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst ist der zivile Staatsschutz- und Inlandsnachrichtendienst Österreichs im Innenministerium. Sie ging aus dem früheren Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) hervor und bearbeitet Extremismus, Terrorismus und Spionageabwehr.
Exekutivdienst ist in Österreich der Sammelbegriff für den uniformierten Polizeidienst, die Angehörigen heißen Exekutivbedienstete. Der Begriff entspricht in etwa dem deutschen Polizeivollzugsdienst und taucht in Ausschreibungen, Gesetzen und Dienstgraden der Bundespolizei auf.
Grundwehrdiener sind die Wehrpflichtigen, die beim österreichischen Bundesheer ihren sechsmonatigen Grundwehrdienst leisten. Der Weg dorthin führt über die Stellung, bei der Tauglichkeit und Eignung festgestellt werden. Für viele ist der Grundwehrdienst der erste Kontakt mit dem Militär und das Sprungbrett Richtung Kaderlaufbahn oder Jagdkommando.
Die Heeresunteroffiziersakademie in Enns ist die zentrale Ausbildungsstätte für die Unteroffiziere des österreichischen Bundesheeres. Hier durchlaufen angehende Kadersoldaten ihre Laufbahnlehrgänge bis zum Wachtmeister und darüber hinaus. Sie ist das Unteroffiziers-Pendant zur Theresianischen Militärakademie.
Die Justizwache ist der uniformierte und bewaffnete Wachkörper des österreichischen Strafvollzugs. Sie sorgt für Sicherheit und Ordnung in den Justizanstalten und hat ein eigenes Aufnahmeverfahren mit Eignungstests und eigener Grundausbildung. Für Bewerber ist sie eine Alternative zum Polizeidienst im Bereich der inneren Sicherheit.
Kaderpräsenzeinheiten sind Verbände des Bundesheeres aus Berufs- und Zeitsoldaten in erhöhter Bereitschaft, primär vorgesehen für Auslandseinsätze im Rahmen der Kräfte für internationale Operationen (KIOP). Der Dienst in einer KPE gilt als anspruchsvoller Karriereschritt und als übliches Sprungbrett Richtung Jagdkommando.
Die Landespolizeidirektionen sind die Sicherheitsbehörden der österreichischen Bundespolizei auf Landesebene, eine pro Bundesland, also neun insgesamt. Ihnen unterstehen die Stadt- und Bezirkspolizeikommanden sowie die Polizeiinspektionen. Auch die Bewerbung zur Polizei läuft über die jeweilige LPD.
Die Militärstreife & Militärpolizei ist das polizeiliche Element des österreichischen Bundesheeres. Sie übernimmt Ordnungsdienst, Ermittlungen im militärischen Bereich, Schutzaufgaben und Verkehrsdienst. Das Aufgabenprofil entspricht in etwa den Feldjägern der Bundeswehr.
Das österreichische Bundesheer ist verfassungsrechtlich nach den Grundsätzen eines Milizsystems organisiert: Neben dem Berufskader bilden Milizsoldaten, die nach dem Grundwehrdienst freiwillig Übungen leisten, die Aufwuchsfähigkeit des Heeres. Die Milizlaufbahn ist ein eigener Karriereweg mit Funktionen bis in Führungsverwendungen.
Die Polizeigrundausbildung ist die rund zweijährige Ausbildung österreichischer Polizisten an den Bildungszentren der Sicherheitsakademie. Sie kombiniert Rechtsfächer, Einsatztraining, Schießausbildung und Praktika in Polizeiinspektionen und endet mit der Dienstprüfung. Danach beginnt der Dienst als Exekutivbediensteter.
Die Sicherheitsakademie ist die Bildungseinrichtung des österreichischen Innenministeriums. Sie verantwortet die Polizeigrundausbildung sowie die Fort- und Führungskräfteausbildung und betreibt dafür Bildungszentren in den Bundesländern. Jeder österreichische Polizist durchläuft seine Grundausbildung im System der SIAK.
Die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt bildet die Offiziere des österreichischen Bundesheeres aus. Sie gilt als eine der ältesten durchgehend bestehenden Militärakademien der Welt. Der Abschluss führt zur Ausmusterung als Leutnant.
Die österreichische Exekutive gliedert sich in Verwendungsgruppen: E2b sind eingeteilte Beamte nach der Grundausbildung, E2a dienstführende Beamte nach einem weiteren Ausbildungslehrgang, E1 leitende Beamte, also die Offiziersebene. Der Aufstieg von E2b nach E2a ist der klassische Karriereschritt im Exekutivdienst.
Wachkörper ist der österreichische Verfassungsbegriff für bewaffnete, uniformierte und nach militärischem Muster organisierte Formationen des Staates. Die bekanntesten Beispiele sind die Bundespolizei und die Justizwache. Der Begriff erklärt, warum Dienstgrade und Struktur der österreichischen Polizei militärisch geprägt sind.
In Österreich gilt die allgemeine Wehrpflicht für männliche Staatsbürger. Sie beginnt mit der Stellung und wird durch Grundwehrdienst oder alternativ Zivildienst erfüllt. Anders als Deutschland, wo die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, hat Österreich sie per Volksbefragung beibehalten.