AllgemeinAktualisiert: 7. September 20269 Min. Lesezeit

KSK, SEK oder GSG 9: Der Dreier-Vergleich aus Zugang, Auswahl, Ausbildung und Alltag

KSK, SEK oder GSG 9: Der Dreier-Vergleich aus Zugang, Auswahl, Ausbildung und Alltag

Kurze Antwort: KSK, SEK und GSG 9 trennt zuerst der Arbeitgeber. Das Kommando Spezialkräfte gehört zum Heer der Bundeswehr und ist in Calw stationiert; Bewerber müssen bereits aktive Soldaten sein, laut Karriereportal in der Regel nach rund zwei Jahren Mannschaftsdienst oder abgeschlossener Feldwebelausbildung, und durchlaufen das dreiphasige Potenzialfeststellungsverfahren zweimal jährlich im April und Oktober, danach eine zweijährige Basisausbildung. Die GSG 9 gehört zur Bundespolizei; der Zugang läuft über eine abgeschlossene Polizeilaufbahn, nach bestandenem Auswahlverfahren folgt eine zehnmonatige Basis- und Spezialausbildung. Die Spezialeinsatzkommandos sind Einheiten der 16 Landespolizeien; Zugang, Alter, Verfahrensaufbau und Ausbildungsdauer regelt jedes Land selbst, Berlin nennt beispielsweise ein Höchstalter von 32 Jahren bei Antragstellung, Beamtenstatus auf Lebenszeit und eine sechsmonatige Zusatzausbildung. Für den Vergleich zählt deshalb vor allem eine Frage: Welcher Beruf mit welchem Alltag steht am Ende des Weges? Die Härte des Auswahlverfahrens sagt darüber wenig aus.

Die Frage, welche Einheit die beste sei, kommt in unseren Fragerunden regelmäßig. Sie ist verständlich und trotzdem schwer zu beantworten, weil sie drei Berufe über einen Kamm schert, die unterschiedliche Aufträge haben. Wir haben das Thema mit unserem Coach Markus, einem ehemaligen Kommandosoldaten, in einem 22-minütigen Video besprochen. Dieser Artikel ordnet die Fakten dazu, prüft sie gegen die offiziellen Quellen und fügt die Punkte hinzu, die im Video nur angerissen wurden. Wenn du bereits weißt, dass du in Richtung Bund gehst, hilft dir der Paarvergleich KSK oder GSG 9; wenn die Entscheidung zwischen Bund und Land fällt, der Vergleich GSG 9 oder SEK.

KSK vs. SEK vs. GSG9

KSK, SEK und GSG 9 in einer Matrix

Die folgende Tabelle enthält nur Angaben, die sich aus offiziellen Quellen belegen lassen. Wo eine Behörde nichts veröffentlicht, steht das ausdrücklich dort. Besonders beim SEK gilt: Jedes der 16 Bundesländer regelt sein Verfahren eigenständig.

KSKSEKGSG 9
TrägerBundeswehr, Heer, Division Schnelle Kräfte, Standort CalwLandespolizei des jeweiligen Bundeslandes; in NRW etwa bei sechs Polizeipräsidien und beim LKABundespolizei
Zugang / VoraussetzungAktives Dienstverhältnis als Soldat Pflicht. Laut Karriereportal nach rund zwei Jahren Mannschaftsdienst oder abgeschlossener Feldwebelausbildung. Kein Direkteinstieg von außen.Abgeschlossene Polizeiausbildung und Diensterfahrung. Alter und Statusanforderungen sind Landessache. Berlin: höchstens 32 Jahre bei Antragstellung, Beamter auf Lebenszeit.Abgeschlossene Laufbahnausbildung im Polizeivollzugsdienst. Der Weg dorthin führt über das Eignungsauswahlverfahren der Bundespolizei, das bis zu vier Tage dauert.
AuswahlverfahrenPotenzialfeststellungsverfahren in drei Phasen: Phase 1 eine Woche Sporttests und computergestützte psychologische Verfahren, Phase 2 die Härtewoche, Phase 3 nur für Offiziere. Zweimal jährlich im April und Oktober.Landesspezifisch. Berlin arbeitet mit einer Förderkartei und vier bis fünf Fördertagen pro Jahr, die Auswahlprüfung enthält unter anderem einen SEK-Parcours, einen 2.000-Meter-Lauf und Schießen.Eigenes Auswahlverfahren der GSG 9 nach der Laufbahnausbildung. Das Karriereportal nennt die schriftlichen Tests als einen Schwerpunkt. Die Sportnormen sind amtlich nicht veröffentlicht.
Ausbildungsdauer danachZweijährige Basisausbildung zum KommandosoldatenLandesspezifisch. Berlin: sechs Monate Zusatzausbildung, Fehltage durch Verletzungen sind nicht nachholbar.Zehnmonatige Basis- und Spezialausbildung
AuftragOffensive und verdeckte Operationen, Landes- und Bündnisverteidigung, internationale Kriseneinsätze, Befreiung deutscher StaatsangehörigerZugriff und Festnahme bewaffneter oder besonders gewaltbereiter Straftäter, Geisellagen, Bedrohungslagen mit Waffen im eigenen BundeslandTerrorismusbekämpfung, schwere Kriminalität und polizeiliche Sonderlagen wie Geiselnahmen, bundesweit
EinsatzrealitätMilitärisch, überwiegend planbare Übungsphasen mit Einsatzoptionen im AuslandPolizeilich und dicht getaktet. Die Polizei Berlin nennt für ihr SEK mehr als 500 Einsätze pro Jahr.Polizeilich, bundesweite Zuständigkeit, Anfahrt zu Lagen im gesamten Bundesgebiet
DienstalltagMilitärischer Dienstbetrieb mit Ausbildungs- und Übungsphasen, Feld- und AuslandsanteilenAlarm- und Bereitschaftsdienst mit kurzfristigen Einsätzen, dazwischen TrainingsdienstBereitschaftssystem mit Trainings-, Bereitschafts- und Einsatzphasen
Familie und PlanbarkeitStandort Calw, Versetzungen und Abwesenheiten durch Übungen und EinsätzeLandesgebunden, dadurch meist heimatnah, aber mit Bereitschaftszeiten und AlarmierungenStandortbindung an die Dienstorte der Einheit, Bereitschaft mit Abrufbarkeit
GehaltSoldatenbesoldung des Bundes, dazu verwendungsbezogene Zulagen. Fallschirmspringer erhalten nach § 23h EZulV 161,06 Euro monatlich.Landesbesoldung plus landesrechtliche Zulagen, deshalb je Bundesland unterschiedlich. Details auf der SEK-Einheitenseite.Bundesbesoldung plus 500 Euro monatlich Zulage für besondere Einsätze nach § 22 EZulV

Die vollständigen Profile mit Struktur, Standorten, Anforderungsprofil und Vorbereitungshinweisen stehen auf den Einheitenseiten zum KSK, zum SEK und zur GSG 9. Dort nennen wir zu einzelnen Verfahren auch konkrete Richtwerte für Sportnormen, etwa Cooper-Distanzen oder Klimmzugzahlen. Diese Werte sind Erfahrungswerte aus unserer Betreuung und aus Rückmeldungen betreuter Bewerber, keine amtlich veröffentlichten Normen der jeweiligen Behörde.

Die erste Entscheidung gilt der Laufbahn

Alle drei Wege haben einen Vorlauf von mehreren Jahren, und dieser Vorlauf ist der eigentliche Berufswechsel. Wer zum KSK will, ist zuerst Soldat und bleibt es auch dann, wenn das Verfahren nicht klappt. Wer zur GSG 9 oder zu einem SEK will, ist zuerst Polizeivollzugsbeamter und bleibt es ebenfalls. Deshalb führt die Frage nach der härtesten Einheit in die Irre: Du entscheidest dich für einen Beruf mit allem, was er über Jahre täglich verlangt, und das Auswahlverfahren ist darin eine Station von mehreren.

  • Soldat: Ausbildung im militärischen Verband, Übungsbetrieb, Feldaufenthalte, Verlegungen, Auslandsoptionen. Der Zugang zum KSK setzt ein aktives Dienstverhältnis voraus, ein Direkteinstieg von außen ist nicht vorgesehen.
  • Polizeivollzugsbeamter im Land: Streifen- und Wechseldienst, Einsatzhundertschaft, Kriminalpolizei. Das SEK ist eine Verwendung innerhalb der Landespolizei, für die du dich aus dem Dienst heraus bewirbst.
  • Polizeivollzugsbeamter im Bund: Laufbahn bei der Bundespolizei mit bundesweiter Verwendung. Erst danach das Auswahlverfahren der GSG 9.
  • Wechsel zwischen den Systemen: möglich, aber teuer an Zeit. Wer parallel plant, sollte die Reihenfolge und die Fristen vorher klären. Wie eine Doppelbewerbung sinnvoll aufgesetzt wird, steht im Artikel zu Polizei und Bundeswehr gleichzeitig bewerben.

Was die drei Auswahlverfahren tatsächlich prüfen

Die Verfahren messen unterschiedliche Dinge, weil sie unterschiedliche Berufe füllen. Beim KSK ist das Verfahren selbst mehrwöchig aufgebaut und prüft Funktionsfähigkeit über Tage. Bei der GSG 9 läuft es kompakt in einer Woche durch. Beim SEK entscheidet das Bundesland über Zuschnitt und Terminierung, teilweise verteilt über Monate, teilweise komprimiert.

MerkmalKSKSEKGSG 9
Marschanteil im Auswahlverfahrenhoch, vor allem in der Härtephaseim Auswahlverfahren in der Regel nicht, teilweise erst zwischen Auswahl und Ausbildungim Auswahlverfahren nicht, dafür in der anschließenden Ausbildung
Kognitive Prüfungcomputergestützte Verfahren, in Phase 1 direkt neben den Sporttestslandesabhängig, häufig als eigener Prüfungsblock mit Konzentrations- und Reaktionstestslaut Karriereportal ein Schwerpunkt des Verfahrens
Schießen und Taktikkein Bestandteil der Zugangsprüfung, folgt in der Ausbildungin mehreren Ländern Teil der Auswahlprüfung, in Berlin ausdrücklich genanntpolizeiliches Können ist gefordert, Details nicht veröffentlicht
Terminstrukturzweimal jährlich, April und Oktoberabhängig von Stellenausschreibung und Land, nicht in jedem Jahr in jedem Landnach Ausschreibung der Bundespolizei
Wiederholungwer aufgibt, ist laut Bundeswehr für zwei Jahre gesperrtlandesabhängig geregelterneute Bewerbung nach Wartezeit möglich

Die genauen Stationen des KSK-Verfahrens beschreiben wir im Guide zum KSK-PFV. Den Weg in eine Landeseinheit, von der Polizeibewerbung bis zur SEK-Bewerbung aus dem Dienst heraus, findest du im Artikel SEK-Beamter werden.

Warum Bestehensquoten kein Härtemaß sind

In Foren kursiert regelmäßig die Rechnung, eine Einheit mit 10 Prozent Bestehensquote sei härter als eine mit 20 Prozent. Diese Rechnung geht aus mehreren Gründen nicht auf. Erstens sind es Durchschnittswerte über Durchgänge, die sich stark unterscheiden. Die Bundeswehr hat 2024 einen Durchgang der Härtewoche journalistisch begleiten lassen; dort bestand ein Drittel der Teilnehmer. Das ist die Zahl eines einzelnen Durchgangs und keine Quote für das Verfahren.

Zweitens ist die Bezugsgröße unklar, weil die Behörden nicht veröffentlichen, wie viele Bewerber überhaupt angetreten sind. Drittens unterscheiden sich die Bewerberfelder: Wo der Zugang mehrere Dienstjahre voraussetzt, ist das Feld bereits vorselektiert. Für keine der drei Einheiten liegen amtlich veröffentlichte, vergleichbare Bestehensquoten vor. Auf unseren Einheitenseiten nennen wir trotzdem Größenordnungen, etwa unter 20 Prozent beim SEK, rund 20 bis 25 Prozent im KSK-PFV und unter 10 Prozent bis zum fertigen Kommandosoldaten sowie 10 bis 15 Prozent bei der GSG 9. Das sind PPF-eigene Erfahrungswerte aus unseren dokumentierten Coaching-Fällen und aus Rückmeldungen betreuter Bewerber. Behördenzahlen sind es nicht, und als Bestehensprognose taugen sie ebenfalls nicht.

Coaching-Perspektive: Wie Markus die Entscheidung getroffen hat

Die folgenden Punkte stammen aus dem Video und sind die Erfahrung und Einschätzung unseres Coaches Markus, eines ehemaligen Kommandosoldaten. Sie sind sinngemäß wiedergegeben und ausdrücklich keine Auskunft einer Behörde.

  • Er stand als Schüler selbst zwischen GSG 9 und KSK, das SEK fand er ebenfalls interessant. Für das SEK sprach damals die Heimatnähe, für die GSG 9 die Fallschirmsprungbefähigung, die ihn gereizt hat.
  • Ausschlaggebend war am Ende eine nüchterne Selbsteinschätzung: Er wollte draußen arbeiten, im Feld, mit militärischem Gerät. Bei der Polizei erwartete er in den ersten Jahren mehr Bürgerkontakt und Kommunikation. Also entschied er sich für die Bundeswehr.
  • Er ist bewusst ohne Plan B gegangen. Das hat für ihn funktioniert, ist aber keine Empfehlung: Nach vier Jahren wurde sein Vertrag zunächst nicht verlängert, und der Weg zurück war mühsam.
  • Er hält Vergleiche zwischen den Einheiten für wenig sinnvoll, weil jede einen eigenen Auftrag hat. Im Verbund arbeiten sie ohnehin zusammen, und dann zählt die jeweilige Fachexpertise.
  • Als Coach beobachtet er, dass die Vorbereitung auf ein Landespolizei-Auswahlverfahren im Einzelfall aufwendiger sein kann als die auf das KSK-PFV. Den Aufwand bestimmen das Ausgangsniveau und die Mitarbeit des Bewerbers.
  • Zur sportlichen Vorbereitung: Beim KSK ist der Marschanteil der große Unterschied, besonders in der zweiten Phase. Bei den Polizeiverfahren spielt Marschfestigkeit im Auswahlverfahren kaum eine Rolle, kommt aber in den Ausbildungs- und Belastungsphasen danach.
  • Das GSG-9-Verfahren hält er kognitiv für das anspruchsvollste der drei, weil es kompakt in einer Woche durchläuft und die Testanteile dicht liegen.

Für die Vorbereitung folgt daraus eine praktische Konsequenz: Beim KSK trainierst du auf zwei Belastungsprofile, die Bestenliste in Phase 1 und die Dauerbelastung danach. Bei den Polizeiverfahren trainierst du auf einen dichten Testblock und danach auf eine Ausbildung, in der die Anforderungen noch einmal steigen. Das Verfahren ist eine Zwischenstation. Wer es als Ziel behandelt, unterschätzt regelmäßig die Ausbildung, die danach folgt.

Standort, Ausschreibung und Familie: die unterschätzten Faktoren

In unseren Live-Calls nennen Athleten mehrere wiederkehrende Gründe für ihre Entscheidung, und kaum einer davon hat mit Sport zu tun. Am häufigsten geht es um die Standortgebundenheit. Wer das SEK seines Bundeslandes anstrebt, bleibt in der Regel in seiner Region; bei der Bundeswehr gehören lange Wochenendfahrten zum Standort zum Alltag. Häufig genannt wird auch der Anteil an echten Lagen, denn polizeiliche Einheiten haben täglich Einsätze, während militärische Verbände über lange Phasen üben. Ein Teil der Athleten schaut vor allem auf die Entwicklungsmöglichkeiten neben dem Zugriffsdienst, etwa in Richtung Personenschutz, Kriminalitätsbekämpfung oder Fliegerei. Andere entscheiden sich über Punkte, die in keiner Ausschreibung stehen, etwa darüber, wie gut Bereitschaftsdienste mit ihrer Familienplanung zusammenpassen.

Ein Punkt, den viele Bewerber erst spät auf dem Schirm haben: Beim SEK ist häufig die Stellenausschreibung die größere Hürde als der Sporttest. Nicht jedes Land schreibt jedes Jahr aus. Fällt ein Jahrgang aus, bewerben sich im Folgejahr zwei Jahrgänge gleichzeitig, und weil es ein Bestenlisten-Prinzip ist, verschiebt sich damit auch das Niveau, gegen das du antrittst. Wer sein Bewerbungsfenster nicht kennt, plant die Vorbereitung ins Blaue und steht im entscheidenden Jahr entweder zu früh oder zu spät in Form.

Entscheidungshilfe: Welcher Weg passt zu dir

Diese Tabelle ersetzt keine Berufsberatung. Sie sortiert die Frage nur nach dem, was sich tatsächlich unterscheidet. Lies jede Zeile als Frage an dich und markiere, welche Spalte du ehrlich ankreuzen würdest.

Wenn für dich zählt …… dann sieh dir zuerst an
Militärischer Beruf, Feld, Ausrüstung, Verlegungen, AuslandsoptionenKSK, über die Soldatenlaufbahn
Polizeilicher Beruf mit Strafverfolgung und täglichen Lagen, heimatnahSEK deines Bundeslandes, über die Landespolizei
Polizeilicher Beruf mit bundesweiter Zuständigkeit und SonderlagenGSG 9, über die Bundespolizei
Planbarer Wohnort und Nähe zu Familie und FreundenSEK, wegen der Landesbindung
Bereitschaft, für die Verwendung umzuziehenKSK (Calw) oder GSG 9 (Dienstorte der Einheit)
Frühe Bewerbung ohne lange Vorlaufzeit im Dienstkeine der drei. Alle setzen eine abgeschlossene Ausbildung und Diensterfahrung voraus.
Breite Spezialverwendungen auch außerhalb des ZugriffsBundespolizei, wegen der Bandbreite an Verwendungen
Ein Verfahren, das über Tage Durchhaltefähigkeit prüftKSK, wegen der Härtephase
Ein kompaktes, kognitiv dichtes VerfahrenGSG 9

Typische Fehler bei dieser Entscheidung

  • Nach Image statt nach Beruf entscheiden. Den größten Teil deiner Laufbahn verbringst du auf dem Weg in die Spezialverwendung und im Dienst daneben. Wenn dir der Grundberuf nicht liegt, trägt dich das Ziel nicht durch.
  • Quoten als Härtemaß nehmen. Ohne Teilnehmerzahlen, Bewerberprofile und Rahmenbedingungen sagen Prozentangaben nichts aus.
  • Den Vorlauf unterschätzen. Zwischen Berufsstart und Bewerbungsfähigkeit liegen bei allen drei Wegen mehrere Jahre. Diese Jahre gehören bereits zur Vorbereitung.
  • Das Bewerbungsfenster nicht kennen. Ausschreibungszyklen und Verfahrenstermine bestimmen, wann deine Form stehen muss. Wer rückwärts vom Termin plant, trainiert anders als jemand, der auf Verdacht trainiert.
  • Zwei Verfahren mit einem Plan vorbereiten. Ein Marschprofil und ein kompakter Testblock verlangen unterschiedliche Periodisierung.
  • Nur auf den Sporttest trainieren. In allen drei Verfahren fallen Bewerber an kognitiven oder psychologischen Anteilen aus, die sie nie unter Belastung geübt haben.

Kläre zuerst den Weg, dann den Trainingsplan

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Quellen und Stand

Stand: September 2026. Dieser Artikel ist eine redaktionelle Aufbereitung von PPF Germany und keine offizielle Veröffentlichung der Bundeswehr, der Bundespolizei oder einer Landespolizei. Er ersetzt keine Rechts-, Laufbahn- oder medizinische Beratung und enthält keine Bestehensprognose. Verfahren, Fristen und Anforderungen ändern sich; verbindlich sind die Angaben deiner Personalstelle, deines Karriereberatungsbüros oder der ausschreibenden Behörde. Angaben zum SEK gelten nur für das jeweils genannte Bundesland. Die als Coaching-Perspektive gekennzeichneten Abschnitte geben die persönliche Erfahrung und Einschätzung unseres Coaches wieder.

  • Bundeswehr: Kommando Spezialkräfte, Stand 27.07.2026. Auftrag, Standort Calw, eigenes Einstellungsverfahren.
  • Bundeswehr: Die neue Härtewoche für den Einstieg ins KSK, 08.01.2024. Drei Phasen des PFV, Phase 1 über eine Woche, Härtewoche, Phase 3 nur für Offiziere, zweimal jährlich im April und Oktober, Zwei-Jahres-Sperre bei Aufgabe, ein Drittel Bestehende im begleiteten Durchgang.
  • Bundeswehr-Karriere: FAQ Spezialkräfte. Aktives Dienstverhältnis als Zugangsvoraussetzung, rund zwei Jahre Mannschaftsdienst oder abgeschlossene Feldwebelausbildung, zweijährige Basisausbildung.
  • Bundespolizei: GSG 9 der Bundespolizei. Aufgaben, Schwerpunkt schriftliche Tests im Auswahlverfahren, zehnmonatige Basis- und Spezialausbildung.
  • Bundespolizei: Auswahlverfahren. Eignungsauswahlverfahren über bis zu vier Tage, Sporttest mit Koordinationstest, Pendellauf und 12-Minuten-Lauf, polizeiärztliche Untersuchung.
  • Polizei Berlin: Spezialeinsatzkommando SEK. Höchstalter 32 Jahre bei Antragstellung, Beamter auf Lebenszeit, Förderkartei mit vier bis fünf Fördertagen pro Jahr, SEK-Parcours, 2.000-Meter-Lauf und Schießen, sechs Monate Zusatzausbildung, mehr als 500 Einsätze pro Jahr.
  • Polizei NRW: Spezialeinheiten. Aufgabenabgrenzung SEK, MEK, Verhandlungsgruppen und Technische Einsatzgruppen, Standorte bei sechs Polizeipräsidien und beim LKA.
  • Polizei Sachsen: Spezialeinsatzkommando. Einsatzanlässe der Landeseinheit.
  • Bundesministerium der Justiz: § 22 EZulV, Zulage für besondere Einsätze. GSG 9: 500 Euro monatlich.
  • Bundesministerium der Justiz: § 23h EZulV, Zulage für Fallschirmspringer. 161,06 Euro monatlich bei regulärer Verwendung.
  • PPF Germany: Videogespräch mit unserem Coach Markus, ehemaliger Kommandosoldat, veröffentlicht am 17.11.2024. Grundlage der als Coaching-Perspektive gekennzeichneten Abschnitte.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen KSK, SEK und GSG 9?

Der Unterschied liegt zuerst beim Träger. Das KSK ist die Spezialeinheit des Heeres und damit militärisch, stationiert in Calw. Die GSG 9 ist die Spezialeinheit der Bundespolizei und arbeitet polizeilich mit bundesweiter Zuständigkeit. Die Spezialeinsatzkommandos sind Einheiten der einzelnen Landespolizeien und im jeweiligen Bundesland zuständig. Daraus folgt alles Weitere: Zum KSK führt die Soldatenlaufbahn, zu GSG 9 und SEK die Polizeilaufbahn beim Bund oder beim Land.

Welche Spezialeinheit passt zu mir?

Die Frage entscheidet sich am Beruf. Wenn du militärisch arbeiten willst, mit Feldaufenthalten, Übungsbetrieb und Auslandsoptionen, führt der Weg über die Bundeswehr Richtung KSK. Wenn du polizeilich arbeiten willst und Wert auf einen planbaren Wohnort legst, ist das SEK deines Bundeslandes der naheliegende Weg. Wenn du polizeilich arbeiten und bundesweit eingesetzt werden willst, ist die Bundespolizei mit der GSG 9 der passende Rahmen. Alle drei Wege setzen eine abgeschlossene Ausbildung und Diensterfahrung voraus, ein Direkteinstieg von außen ist nirgends vorgesehen.

Ist das KSK oder die GSG 9 schwerer?

Beide Verfahren gelten als sehr anspruchsvoll, lassen sich aber nicht sauber gegeneinander aufrechnen, weil sie unterschiedliche Profile prüfen. Das KSK-Potenzialfeststellungsverfahren ist in drei Phasen aufgebaut und prüft Durchhaltefähigkeit über Tage, mit einem hohen Marschanteil in der Härtephase. Das GSG-9-Verfahren läuft kompakt und legt laut Karriereportal einen Schwerpunkt auf schriftliche Tests. Vergleichbare, amtlich veröffentlichte Bestehensquoten gibt es für keine der beiden Einheiten.

Kann ich mich beim SEK bewerben, ohne vorher Polizist zu sein?

Nein. Ein SEK ist eine Verwendung innerhalb der Landespolizei, für die du dich aus dem laufenden Dienst heraus bewirbst. Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Polizeiausbildung und Diensterfahrung. Die weiteren Bedingungen legt jedes Bundesland selbst fest. Die Polizei Berlin nennt beispielsweise ein Höchstalter von 32 Jahren bei Antragstellung und den Status als Beamter auf Lebenszeit. Prüfe deshalb immer die Regelung des Landes, in dem du dich bewerben willst.

Soll ich mich gleichzeitig bei Polizei und Bundeswehr bewerben?

Das ist grundsätzlich möglich und in manchen Konstellationen sinnvoll, kostet aber Struktur. Die Verfahren liegen zeitlich unterschiedlich, verlangen unterschiedliche Nachweise und unterschiedliche sportliche Profile. Wer beides parallel verfolgt, sollte eine klare Priorität festlegen und die Termine gegeneinander legen, statt beide Vorbereitungen zu vermischen. Wie du das praktisch aufsetzt, haben wir im Artikel zur Doppelbewerbung bei Polizei und Bundeswehr beschrieben.

Wie lange dauert die Ausbildung nach dem bestandenen Auswahlverfahren?

Beim KSK folgt laut Bundeswehr-Karriereportal eine zweijährige Basisausbildung zum Kommandosoldaten. Bei der GSG 9 nennt das Karriereportal der Bundespolizei eine zehnmonatige Basis- und Spezialausbildung. Beim SEK regelt jedes Bundesland die Dauer selbst; die Polizei Berlin nennt für ihre Einheit eine sechsmonatige Zusatzausbildung und weist darauf hin, dass verletzungsbedingte Fehltage nicht nachgeholt werden können. Der Übergang ins Team dauert in allen drei Fällen länger als die reine Lehrgangszeit.

Niklas Voss

Niklas Voss

Gründer PPF Germany · Ehemaliger Soldat

Niklas ist ehemaliger Soldat und Gründer von PPF Germany. Seit 2017 hat er mit seinem Team aus aktiven Spezialeinheitsangehörigen über 738 Athleten erfolgreich durch militärische und polizeiliche Auswahlverfahren begleitet.

Experte für Auswahlverfahren seit 2017Autor-Profil →Alle Trainer

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