Standweitsprung verbessern: Technik, Richtwerte im Polizei-Sporttest und ein 6-Wochen-Plan

Kurze Antwort: Der Standweitsprung ist ein beidbeiniger Sprung aus dem parallelen Stand ohne Anlauf. Gemessen wird von der Vorderkante der Absprunglinie bis zum Abdruck der Ferse des hinteren Fußes, es zählt in der Regel der weiteste von drei Versuchen. Wie weit du springen musst, hängt von der Behörde ab: Die Polizei Rheinland-Pfalz verlangt 1,90 m für Männer und 1,60 m für Frauen. Viele Landespolizeien prüfen den Standweitsprung gar nicht, sondern Pendellauf, Kasten-Bumerang-Test oder Sprunghöhe. Bei Spezialeinheiten kursieren höhere Werte, überwiegend ohne Behördenbeleg. Trainierbar ist der Test schnell, weil ein großer Teil der Weite in der Technik steckt: Der Armeinsatz allein macht in Laborstudien rund 20 Prozent Unterschied aus.
Zwei Meter klingen machbar, bis man ohne Anlauf an der Linie steht. Was der Standweitsprung misst, steht in unserem Glossar-Eintrag zum Standweitsprung. Hier geht es um die beiden Fragen, die Bewerber tatsächlich stellen: Welcher Wert ist gut, und wie hole ich in wenigen Wochen die Zentimeter, die zwischen knapp und sicher liegen.
Wo der Standweitsprung wirklich geprüft wird
Der Standweitsprung gilt als Klassiker des Polizei-Sporttests, ist es aber nicht mehr flächendeckend. Mehrere große Landespolizeien und die Bundespolizei prüfen die Schnellkraft der Beine über andere Formate. Die Tabelle zeigt, was wir am 7. September 2026 auf offiziellen Behördenseiten selbst nachlesen konnten.
| Behörde | Standweitsprung im Test? | Belegte Angabe | Quelle |
|---|---|---|---|
| Polizei Rheinland-Pfalz | Ja | Frauen 1,60 m, Männer 1,90 m; drei Versuche, der weiteste zählt | Testbeschreibung Sporttest, Stand 18.06.2026 |
| Polizei Hessen | Nein | Fünfer-Sprunglauf: Frauen 8,73 bis 11,50 m, Männer 9,90 bis 14,01 m | Karriereportal Polizei Hessen |
| Bundespolizei | Nein | Koordinationstest, Pendellauf, 12-Minuten-Lauf | komm-zur-bundespolizei.de |
| Polizei Brandenburg | Nein | 12-Minuten-Lauf plus körperlicher Eignungstest | polizei.brandenburg.de |
| Bayerische Polizei | Nein | Kleinbank-Springen, Bankdrücken, Pendellauf, Cooper-Test. Ein Sprung aus dem Stand nur im Vortest zur Mindestgröße | team.polizei.bayern.de |
| Polizei Sachsen | Nein | Kasten-Bumerang-Test, Liegestütze, 12-Minuten-Lauf | polizei.sachsen.de |
Für alle übrigen Bundesländer gilt: variiert je nach Land, verbindlich ist allein das jeweilige Karriereportal. Unsere Länderprofile stehen unter Anforderungen nach Bundesland. Ein Hinweis in eigener Sache: Ältere Übersichten führen Hessen und Niedersachsen teils weiterhin mit einem Standweitsprung. Auf den aktuellen Behördenseiten steht davon nichts: Hessen prüft den Fünfer-Sprunglauf, Niedersachsen einen 3.000-Meter-Lauf plus Hallenparcours mit Farmers Walk, Personenrettung und Waffenhandhabung.
Bei Spezialeinheiten taucht der Standweitsprung häufiger auf, die Werte sind aber überwiegend nicht offiziell publiziert. Für das GSG-9-Auswahlverfahren kursiert seit Jahren die Zahl 2,40 m, auch in unserer Aufbereitung zur GSG 9; ein abrufbarer Behördenbeleg lag uns nicht vor. Für das WEGA-Verfahren in Wien haben wir aus eigener Recherche 2,10 m als Mindestwert und 2,40 m für volle Punkte dokumentiert, Stand Herbst 2025. Für SEK-Einheiten gibt es keine veröffentlichte Behördennorm.
Das Regelwerk: Was am Testtag zählt
Das ausführlichste öffentlich verfügbare Regelwerk sind die Ausführungsbestimmungen der Polizei Rheinland-Pfalz. Andere Behörden weichen im Detail ab, die Logik ist dieselbe.
- Ausgangsposition: paralleler Stand, Fußspitzen an der Absprunglinie. Den Absprungzeitpunkt bestimmst du selbst.
- Der Absprung muss beidbeinig erfolgen. Schwungholen mit den Armen und Beugen der Knie ist ausdrücklich erlaubt.
- Die Landung erfolgt auf beiden Füßen. Ein Schritt nach vorn oder das Aufsetzen der Hände nach vorn ist zulässig.
- Gemessen wird bis zum Abdruck der Ferse des hinteren Fußes, in Zentimetern.
- Drei Versuche, der weiteste zählt.
- Untergrund: fest und rutschfest, in der Regel Hallenboden. Für den Sprung nennt das Dokument keine Ausrüstungsbeschränkung.
Zwei Punkte daraus sind trainingsrelevant. Weil der hinterste Landepunkt zählt, kostet dich jedes Zurückfallen mit dem Gesäß die Weite, die du in der Luft erarbeitet hattest. Und weil du nach vorn abrollen und die Hände aufsetzen darfst, ist die Landung eine trainierbare Technik und kein Sicherheitsrisiko.
Technik: Wo die Zentimeter tatsächlich liegen
Der Standweitsprung ist die technikanfälligste Disziplin im Sporttest und deshalb die dankbarste. Die Biomechanik ist gut untersucht.
| Technikfaktor | Belegter Effekt | Woher |
|---|---|---|
| Armschwung | Mit freiem Armeinsatz sprangen die Probanden im Mittel 2,09 m, mit fixierten Armen 1,72 m. Das sind 21,2 Prozent mehr Weite, überwiegend über eine höhere Absprunggeschwindigkeit des Körperschwerpunkts. | Ashby und Heegaard, Journal of Biomechanics 2002, drei Probanden |
| Absprungwinkel | Der rechnerisch optimale Absprungwinkel lag bei 19 bis 27 Grad, die Probanden bevorzugten spontan 31 bis 39 Grad. | Wakai und Linthorne, Human Movement Science 2005, fünf Probanden |
| Geschwindigkeit statt Winkel | Bei einem Probanden veränderten Winkelschwankungen die Weite um etwa 5 cm, Schwankungen der Absprunggeschwindigkeit dagegen um etwa 25 cm. | Wakai und Linthorne, 2005 |
Der 45-Grad-Irrtum. In vielen Anleitungen steht, du müssest im 45-Grad-Winkel abspringen. Das stammt aus der Schulphysik und gilt nur, wenn die Absprunggeschwindigkeit unabhängig vom Winkel wäre. Beim Menschen ist sie das nicht: Je steiler du abspringst, desto mehr Kraft geht allein dafür drauf, dein Körpergewicht anzuheben. Der Optimalwinkel liegt deshalb deutlich unter 45 Grad, und wer bewusst höher springt, springt in aller Regel kürzer.
Wichtiger ist die zweite Konsequenz. Wenn die Geschwindigkeit fünfmal so stark auf die Weite durchschlägt wie der Winkel, ist der Standweitsprung vor allem ein Kraft- und Ansteuerungsproblem. Der Ablauf: Arme weit nach hinten schwingen, Knie beugen, bis die Oberschenkel fast parallel zum Boden sind, dann aus beiden Beinen gleichzeitig nach vorn oben abdrücken und Arme und Knie nach vorn ziehen. Blick nach vorn, Landung auf dem Ballen, Oberkörper über die Füße. Trainiere in flachen Schuhen mit griffiger Sohle.
Welcher Wert ist gut?
Eine bundesweite Norm gibt es nicht. Wir trennen deshalb strikt: Behördenwerte oben, unsere eigenen Richtwerte darunter, klar als solche markiert.
| Einordnung | Männer | Frauen | Status |
|---|---|---|---|
| Mindestwert Polizei Rheinland-Pfalz | 1,90 m | 1,60 m | Behördenwert, Stand 18.06.2026 |
| Genannter Mindestwert GSG-9-Sporttest | 2,40 m | keine Angabe bekannt | nicht behördlich belegt |
| WEGA Wien, Sechser-Test | 2,10 m Minimum, 2,40 m für volle Punkte | keine Angabe bekannt | eigene Recherche, Stand Herbst 2025 |
| Unser Richtwert für SEK-Ambitionen | ab 2,30 m | ab 1,90 m | PPF-Erfahrungswert, keine Behördennorm |
| Unser Richtwert für komfortablen Puffer | Mindestwert plus 20 cm | Mindestwert plus 15 cm | PPF-Erfahrungswert |
Die Puffer-Zeile ist die wichtigste. Nach unserer Erfahrung springen Bewerber am Testtag selten weiter als im Training: Sie sind nervös, stehen in fremden Hallenschuhen, und der Sprung kommt fast nie ausgeruht. Wer sein Trainingsmaximum exakt auf dem Mindestwert hat, hat keine Reserve. Wie sich die Belastung über den Testtag aufbaut, steht im Guide zur Polizei-Sporttest-Vorbereitung und im Vergleich NRW gegen Bayern. Alle Normwerte findest du auf unserer Seite zum Polizei-Sporttest.
Die Kraftbasis: Kniebeuge, Hüftstreckung, Plyometrie
Technik holt die ersten Zentimeter, danach entscheidet die Kraft, die du in der kurzen Bodenkontaktzeit erzeugst. Vier Bausteine, in dieser Reihenfolge.
- Kniebeuge. Sie baut die Streckkraft von Hüfte, Knie und Sprunggelenk auf, also die Kette, die den Sprung antreibt. Ausführung im Glossar unter Kniebeugen. Arbeite bei 5 bis 8 Wiederholungen.
- Hüftstreckung. Rumänisches Kreuzheben, Hip Thrust oder Kreuzheben trainieren die hintere Kette. Warum schwere Grundübungen mehr bringen als noch ein Laufkilometer, steht in Maximalkraft für Polizei und Bundeswehr.
- Plyometrie. Squat Jump, Countermovement Jump, Drop Jump und der Standweitsprung selbst. Die Kombination mehrerer Sprungformen war in der Meta-Analyse von Sáez de Villarreal und Kollegen wirksamer als eine einzelne Form, Zusatzgewichte brachten keinen weiteren Nutzen.
- Beweglichkeit in Sprunggelenk und Hüfte. Wer nicht tief in die Ausholbewegung kommt, verschenkt Weg und Beschleunigung. Mehr dazu in Mobility-Training für Einsatzkräfte.
Die Regenerationsregel: Plyometrie gehört nie an zwei aufeinanderfolgende Tage, zwischen zwei Sprungeinheiten liegen mindestens 48 Stunden. Diese Spanne ist Standard in der Trainingslehre, ein studienbelegter Grenzwert ist sie nicht. Wofür es Daten gibt: In der Frequenzstudie von Sáez-Sáez de Villarreal, González-Badillo und Izquierdo aus dem Jahr 2008 erzielten zwei Einheiten pro Woche mit 840 Sprüngen ähnliche Zuwächse wie vier Einheiten pro Woche mit 1.680 Sprüngen; mehr Umfang war dort kein Vorteil. Sprungeinheiten gehören außerdem an den Anfang des Trainings, weil Schnellkraft ein frisches Nervensystem verlangt.
Der 6-Wochen-Plan im Überblick
Sechs Wochen sind kurz. Die Meta-Analyse von 2009 zeigt die größten Zuwächse bei Programmen über zehn Wochen mit mehr als zwanzig Einheiten. Ein Sechs-Wochen-Block holt vor allem Technik und Ansteuerung, nicht die volle Kraftanpassung. Beim Sprung ist das oft der größere Hebel. Hier die Struktur auf einen Blick, die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht im Plan-Modul.
| Woche | Sprungeinheit 1 | Sprungeinheit 2 | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| 1 | Test, drei Versuche, Video | 5 bis 6 Sätze × 3 submaximale Sprünge | Ausgangswert und Ablauf |
| 2 | 5 bis 6 Sätze × 3 Sprünge | Technik plus Kniebeuge und Hüftstreckung | Technik vor Belastung |
| 3 | Squat Jump, Countermovement Jump, Standweitsprung | gleiche Kombination, 40 bis 60 Bodenkontakte | Sprungvarianten kombinieren |
| 4 | wie Woche 3 | Zwischenmessung mit Video | Zwischenstand prüfen |
| 5 | 6 bis 8 Sätze × 2 maximale Sprünge | wie Einheit 1 | höchste Intensität, volle Pausen |
| 6 | Umfang minus 40 bis 50 Prozent | Testtag, drei Versuche | Entlastung und Ergebnis |
Zwischen den beiden Sprungeinheiten einer Woche liegen mindestens zwei Tage. Trainierst du parallel für den Lauf, kommt die Sprungeinheit vor dem Lauf oder an einem eigenen Tag. Zwickt es im Sprunggelenk, in der Achillessehne oder im Knie, wird die Einheit gestrichen. Warum in den letzten Vorbereitungswochen die meisten Verletzungen passieren, steht in Verletzungen vor dem EAV vermeiden.
Typische Fehler, die Zentimeter kosten
- Die Arme bleiben vorn. Der häufigste und teuerste Fehler. Wer die Arme nicht weit nach hinten führt, verzichtet auf einen zweistelligen Prozentanteil der Weite.
- Zu hoch springen. Der Versuch, den vermeintlichen 45-Grad-Winkel zu treffen, kostet Absprunggeschwindigkeit.
- Zurückfallen bei der Landung. Gemessen wird der hinterste Landepunkt. Wer mit dem Gesäß aufkommt, verschenkt oft 15 bis 25 Zentimeter. Die Hände nach vorn aufzusetzen ist ausdrücklich erlaubt.
- Zu tiefe Ausholbewegung. Wer bis fast auf den Boden geht, verliert Zeit und Vorspannung. Oberschenkel etwa parallel zum Boden reicht.
- Sprünge am Ende der Einheit oder an zwei Tagen in Folge. Nach Kraft oder Lauf ist das Nervensystem müde, die Weiten fallen ab. Zwei Sprungtage in Folge bringen keinen Reiz, belasten aber Sehnen und Gelenke.
- Nur ausgeruht und nur auf Rasen üben. Der Test findet auf festem Boden statt und selten als erste Disziplin. Trainiere wöchentlich einmal unter Testbedingungen und simuliere die Vorermüdung.
Wenn du wissen willst, wo du stehst, filme drei Versuche von der Seite und schau dir die Zeitlupe an. Nach unserer Erfahrung erkennst du den größten Fehler meist selbst. Schwerer zu beantworten ist, ob der Sprung überhaupt dein limitierender Faktor ist oder nur die Disziplin, die sich am leichtesten messen lässt.
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Stand: September 2026. Dieser Artikel ist eine redaktionelle Aufbereitung von PPF Germany und keine offizielle Veröffentlichung einer Polizeibehörde. Er ersetzt keinen individuellen Trainingsplan, keine medizinische und keine rechtliche Beratung. Anforderungen ändern sich; verbindlich ist immer das Karriereportal der Behörde, bei der du dich bewirbst. Alle Werte, die nicht aus einer Behördenquelle stammen, sind als PPF-Erfahrungswert oder eigene Recherche gekennzeichnet.
- Polizei Rheinland-Pfalz: Testbeschreibung Sporttest im Bewerberauswahlverfahren, Stand 18.06.2026. Ausführung, Messung, drei Versuche, Mindestwerte.
- Polizei Hessen: Körperlich und geistig in Topform? Das Eignungsauswahlverfahren, abgerufen am 07.09.2026. Fünfer-Sprunglauf statt Standweitsprung.
- Polizeiakademie Niedersachsen: Auswahlverfahren, abgerufen am 08.09.2026. 3.000-Meter-Lauf und Hallenparcours, kein Standweitsprung.
- Bundespolizei: Auswahlverfahren, abgerufen am 07.09.2026. Koordinationstest, Pendellauf, 12-Minuten-Lauf.
- Polizei Brandenburg: Das Auswahlverfahren, abgerufen am 07.09.2026. 12-Minuten-Lauf und körperlicher Eignungstest.
- Bayerische Polizei: Deine Einstellungsprüfung, abgerufen am 07.09.2026. Kleinbank-Springen, Bankdrücken, Pendellauf, Cooper-Test.
- Polizei Sachsen: Trainingstipps zum Sporttest, abgerufen am 07.09.2026. Kasten-Bumerang-Test und 12-Minuten-Lauf.
- Wakai, M. und Linthorne, N. P.: Optimum take-off angle in the standing long jump, Human Movement Science 24(1), 2005, S. 81 bis 96. Fünf Probanden, Optimalwinkel 19 bis 27 Grad, bevorzugte Winkel 31 bis 39 Grad.
- Ashby, B. M. und Heegaard, J. H.: Role of arm motion in the standing long jump, Journal of Biomechanics 35, 2002, S. 1631 bis 1637. Drei Probanden, 21,2 Prozent mehr Weite mit freiem Armeinsatz.
- Sáez de Villarreal, E., Kellis, E., Kraemer, W. J. und Izquierdo, M.: Determining variables of plyometric training for improving vertical jump height performance: a meta-analysis, Journal of Strength and Conditioning Research 23(2), 2009. 56 Studien, 225 Effektstärken; Befunde zu Programmdauer und Kombination von Sprungformen.
- Sáez-Sáez de Villarreal, E., González-Badillo, J. J. und Izquierdo, M.: Low and moderate plyometric training frequency produces greater jumping and sprinting gains compared with high frequency, Journal of Strength and Conditioning Research 22(3), 2008, S. 715 bis 725. Grundlage für den Frequenzvergleich (840 gegenüber 1.680 Sprüngen).
Häufige Fragen
Wie weit muss man beim Standweitsprung springen?
Das hängt vollständig von der Behörde ab, eine bundesweite Norm gibt es nicht. Belegt ist der Wert der Polizei Rheinland-Pfalz: 1,90 Meter für Männer und 1,60 Meter für Frauen, Stand Juni 2026. Viele andere Landespolizeien prüfen den Standweitsprung gar nicht, sondern Pendellauf, Kasten-Bumerang-Test oder einen Sprung in die Höhe. Für Spezialeinheiten kursieren höhere Werte um 2,40 Meter, die aber überwiegend nicht behördlich veröffentlicht sind. Maßgeblich ist immer das Karriereportal der Behörde, bei der du dich bewirbst.
Wie wird der Standweitsprung gemessen?
Gemessen wird von der Vorderkante der Absprunglinie bis zum Abdruck der Ferse des hinteren Fußes nach der Landung, angegeben in Zentimetern. Entscheidend ist also der hinterste Landepunkt, nicht der vorderste. Wer nach der Landung mit dem Gesäß zurückfällt, verliert genau diese Zentimeter. In Rheinland-Pfalz hast du drei Versuche, der weiteste zählt. Der Absprung muss beidbeinig erfolgen, Armschwung und Kniebeugung sind ausdrücklich erlaubt.
In welchem Winkel springt man beim Standweitsprung am weitesten?
Deutlich flacher als die oft genannten 45 Grad. In der Untersuchung von Wakai und Linthorne aus dem Jahr 2005 lagen die rechnerisch optimalen Absprungwinkel bei 19 bis 27 Grad, während die Probanden spontan 31 bis 39 Grad wählten. Der Grund: Je steiler du abspringst, desto mehr Kraft geht dafür drauf, das eigene Körpergewicht anzuheben, und desto langsamer wird der Absprung. Wichtiger als der Winkel ist ohnehin die Geschwindigkeit. Bei einem Probanden veränderten Winkelschwankungen die Weite um etwa 5 Zentimeter, Geschwindigkeitsschwankungen dagegen um etwa 25 Zentimeter.
Wie viel bringt der Armschwung beim Standweitsprung?
Sehr viel. In der Studie von Ashby und Heegaard aus dem Jahr 2002 sprangen die Probanden mit freiem Armeinsatz im Mittel 2,09 Meter, mit fixierten Armen nur 1,72 Meter. Das sind 21,2 Prozent Unterschied, und 71 Prozent dieses Zugewinns gingen auf eine um 12,7 Prozent höhere Absprunggeschwindigkeit des Körperschwerpunkts zurück. Praktisch heißt das: Die Arme weit nach hinten schwingen, dann gleichzeitig mit der Beinstreckung kraftvoll nach vorn oben führen. Wer die Arme vorn lässt, verschenkt den größten einzelnen Technikhebel im gesamten Test.
Wie oft pro Woche sollte ich Sprungtraining machen?
Zwei Einheiten pro Woche mit mindestens 48 Stunden Abstand reichen aus. In der Frequenzstudie von Sáez-Sáez de Villarreal, González-Badillo und Izquierdo aus dem Jahr 2008 erzielten zwei Einheiten pro Woche mit 840 Sprüngen ähnliche Zuwächse wie vier Einheiten pro Woche mit 1.680 Sprüngen, bei deutlich besserer Trainingseffizienz. Plyometrie gehört nie an zwei aufeinanderfolgende Tage, weil die Erholung von Sehnen und Nervensystem länger dauert als der Muskelkater. Setze die Sprünge außerdem an den Anfang der Einheit, vor Kraft und Ausdauer.
Kann ich meinen Standweitsprung in sechs Wochen deutlich verbessern?
Technisch ja, kraftmäßig nur begrenzt. Sechs Wochen reichen, um Armeinsatz, Absprungwinkel und Landung zu korrigieren, und genau dort liegt bei den meisten Bewerbern der größte ungenutzte Anteil. Die dauerhafte Kraftanpassung braucht länger: In der Meta-Analyse von 2009 zeigten Programme über zehn Wochen mit mehr als zwanzig Einheiten die größten Zuwächse. Wir geben deshalb keine Zentimeter-Prognose ab. Wer noch mehr als 20 Zentimeter vom Zielwert entfernt ist, sollte mit einem längeren Zeitraum planen.
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