Was ist das USK?
Das USK ist eine Besonderheit der Bayerischen Polizei. Während andere Bundesländer für vergleichbare Aufgaben BFE-Einheiten innerhalb der Bereitschaftspolizei einsetzen, hat Bayern eigene Unterstützungskommandos aufgestellt. Es gibt zwei Varianten: das Stadt-USK München (Polizeipräsidium München, 3-monatiger Grundlehrgang) und das BEPO-USK der Bayerischen Bereitschaftspolizei (6-monatiger Grundlehrgang). Beide Varianten haben ein anspruchsvolles Auswahlverfahren.
Die USK-Einheiten operieren im Bereich zwischen den regulären Einsatzhundertschaften und dem SEK. Sie übernehmen qualifizierte Zugriffe, bei denen die normalen Einsatzkräfte an ihre Grenzen stoßen, die Lage aber nicht das Eingreifen des SEK erfordert. Typische Einsätze: Drogenrazzien in Diskotheken und Wohnungen, Festnahmen gefährlicher Straftäter, Absicherung von Hochrisiko-Fußballspielen (z. B. rund 100 USK-Beamte bei einem einzigen Spiel in der Allianz Arena) und Sicherung politischer Großereignisse wie G7-Gipfel.
Das USK wurde am 6. November 1987 in München als Pilotprojekt gegründet, nur vier Tage nach den tödlichen Schüssen an der Startbahn West, bei denen ein Demonstrant zwei Polizeibeamte erschoss. Es füllt die taktische Lücke zwischen regulärem Einzeldienst plus Standard-Bereitschaftspolizei und dem SEK. Im Föderalvergleich nimmt das bayerische USK damit weitgehend die Aufgaben wahr, die in anderen Bundesländern durch Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) abgedeckt werden.
Organisationsstrukturell verfolgt die Bayerische Polizei ein duales Konzept. Die BEPO-USK-Einheiten sind direkt an die Bayerische Bereitschaftspolizei angegliedert, während das Stadt-USK München als spezialisiertes Element den Polizeipräsidien München und Mittelfranken untersteht. Unabhängig von der hierarchischen Anbindung sind die Einheiten als geschlossene Hundertschaften organisiert: Ein Hundertschaftsführer mit Stellvertreter leitet mehrere Einsatzzüge unter Zugführern, die wiederum in Beweissicherungs- und Zugriffsgruppen unterteilt sind. Ein Hundertschaftstrupp gewährleistet administrative und materielle Versorgung.
Die Beamten tragen im Einsatz bis zu 30 kg Ausrüstung: ballistische Schutzweste mit Polyethylenplatten (Schutzklasse II/III) und integriertem Stichschutz, flammhemmender Overall aus Aramid in Pariser Blau, Helm mit Visier, Protektoren, Tonfa, Pfefferspray und Dienstpistole. Bewaffnung umfasst die SFP9-Dienstpistole, die MP5-Maschinenpistole für den Nahbereich (5-50 m), die FN SCAR-L als Mitteldistanzwaffe (25-150 m, Bekämpfung schwer bewaffneter Täter) sowie Distanz-Elektroimpulsgeräte (Taser). Die BEPO-USK-Fahrzeuge sind zentral auf das Präsidium der Bereitschaftspolizei in Bamberg zugelassen und führen das Kennzeichen BA.
Die Ausbildung ist bewusst extrem gehalten. Nicht jeder Anwärter besteht den Grundlehrgang; ein Teil scheitert oder bricht ab. Frauen sind im USK die Ausnahme. Die Ausbildung beinhaltet 185 Stockwerke am Olympiaturm München, 30-Kilometer-Märsche unter voller Einsatzbelastung, wochenlange Waffen- und Nahkampfausbildung sowie taktische Einsatzmedizin nach dem cABCDE-Schema. USK-Beamte verschießen rund 2.500 Patronen pro Jahr, reguläre Polizisten kommen auf etwa 50.
USK EAV: Prüfungsbestandteile
01Klimmzüge: 8 Wiederholungen im strikten Obergriff (Minimum, kein Kipping)
02Leistungsparcours: Neuer Hindernisparcours der Bayerischen Polizei, wird VOR Bankdrücken und Rückenübung absolviert (laktazide Vorermüdung)
03Bankdrücken: 70% des Körpergewichts, 8 Wiederholungen (direkt nach dem Parcours, ohne Pause)
04USK-Rückenübung direkt nach dem Bankdrücken (Wiederholungszahl nicht veröffentlicht, uns aus der Kandidatenbegleitung bekannt)
053000-Meter-Lauf: Maximalzeit 13 Minuten 30 Sekunden, nach Vorermüdung aus Kombi-Block
06Auswahlgespräch: Strukturiertes Interview vor einer 5-köpfigen Kommission
Ausbildung nach bestandenem EAV
Der USK-Grundlehrgang dauert 6 Monate (BEPO) und gehört zu den härtesten Polizeiausbildungen in Deutschland. Nicht alle Anwärter bestehen. Die Ausbildung umfasst extremes körperliches Training (185 Stockwerke am Olympiaturm, 30-km-Märsche), erweiterte Schießausbildung, CQB (Close Quarter Battle), taktische Einsatzmedizin (TECC), Messerabwehr und Strafserien bei Fehlern. Die Beamten lernen, unter bis zu 30 kg Ausrüstung zu operieren.
Analysegespräch zur USK-Vorbereitung
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