MEK BKA Auswahlverfahren
Mobiles Einsatzkommando des BKA
Das Mobile Einsatzkommando (MEK) des Bundeskriminalamts ist das primäre Instrument des BKA für verdeckte operative Maßnahmen. Als Gruppe OE 3 in der Abteilung Operative Einsatz- und Ermittlungsunterstützung agiert das MEK dort, wo konventionelle Polizeimittel an Grenzen stoßen: verdeckte Langzeitobservation, verdeckte Zugriffe, Zeugenschutz in Hochrisikolagen und Terrorismusbekämpfung mit bundesweiter sowie internationaler Zuständigkeit.
Was ist das MEK BKA?
Das MEK BKA ist organisatorisch als Gruppe OE 3 in die Abteilung OE (Operative Einsatz- und Ermittlungsunterstützung) eingebettet und verfügt über Standorte in Wiesbaden (Hauptsitz, OE 31), Meckenheim (OE 32) und Berlin (OE 34). Das Referat OE 33 verantwortet operativtechnische Unterstützung (Peil- und Übertragungstechnik, verdeckte Kamerasysteme). Die bundesweite Zuständigkeit und die Möglichkeit zu Auslandsoperationen unterscheiden das BKA MEK fundamental von den Mobilen Einsatzkommandos der Landespolizeien. Die genaue Personalstärke unterliegt der Geheimhaltung.
Das Aufgabenspektrum umfasst die verdeckte Langzeitobservation von Schwerstkriminellen und Terrorverdächtigen, verdeckte Zugriffe und Festnahmen im Einzelfall (insbesondere bei hoher Gefährdungslage oder wenn eine laufende Observation unmittelbar in eine Festnahme überführt wird), den physischen Schutz gefährdeter Zeugen in Hochrisikolagen sowie die Erkundung von Tatorten und Treffpunkten terroristischer Strukturen.
Innerhalb des BKA arbeitet das MEK eng mit dem Technisch-Operativen Service (OE 1), der operativen Fallanalyse (OE 45) und dem Zeugenschutz (OE 44) zusammen. Außerdem ist das MEK in die Bearbeitung von Entführungsfällen deutscher Staatsangehöriger im Ausland eingebunden (Referat OE 41). In der modernen Kriminalitätsbekämpfung ist das MEK das unverzichtbare Bindeglied zwischen hochmoderner Analyse und dem konkreten polizeilichen Zugriff.
Standorte
Wiesbaden (OE 31, Hauptsitz)
Zentrale Einsatzunterstützung, Koordination, Grundsatzfragen und Logistik. Hier sitzt auch die Leitung der Gruppe OE 3.
Meckenheim (OE 32)
Taktische Gruppen West. Zugang zum bevölkerungsreichen Rhein-Ruhr-Gebiet und Nordrhein-Westfalen.
Berlin (OE 34)
Taktische Gruppen Berlin. Operative Präsenz in der Hauptstadt — Konzentration von Verfassungsorganen und potenziellen Zielen politisch motivierter Kriminalität.
Anforderungen & Voraussetzungen
- Ausgebildeter Polizeivollzugsbeamter (Kriminalpolizei, mittlerer oder gehobener Dienst)
- Mindestens 2–3 Jahre Berufserfahrung im Wach- und Wechseldienst oder in einer Einsatzhundertschaft
- Ideales Einstiegsalter: 22–40 Jahre
- Bestehen der erweiterten Sicherheitsüberprüfung (SÜ 3) zwingend erforderlich
- Ausgeprägte psychische Stabilität und Besonnenheit in lebensgefährlichen Situationen
- Unbedingte Teamorientierung (Einzelgänger sind in der Observation ein Sicherheitsrisiko)
- Bereitschaft zur hohen Flexibilität: Einsatzzeiten sind oft unvorhersehbar, Privatleben muss zurückstehen
MEK BKA EAV: Prüfungsbestandteile
Ablauf des MEK BKA Auswahlverfahrens im Detail
Phase 1: Psychodiagnostischer PC-Test
Computergestützte Tests zu allgemeinem Denkvermögen (verbal, numerisch, figural), Konzentrationsfähigkeit unter Zeitdruck und Rechtschreibsicherheit. Besondere Bedeutung kommt der Merkfähigkeit zu: MEK-Beamte müssen sich während Observationen über Stunden hinweg kleinste Details ohne schriftliche Notizen einprägen können.
Phase 2: Physical Fitness Test
Liniensprint (maximale Schnelligkeit und Agilität für Verfolgungsszenarien), Klimmhang (Halten über einen Zeitraum — Kraftausdauer des Oberkörpers), Bankdrücken (Wiederholungen mit Gewicht für Zugriffsszenarien), Kasten-Bumerang-Test (Hindernisparcours für Koordination unter Zeitdruck), Fahrrad-Ergometer-Stufentest (aerobe Ausdauer für Langzeitbelastungen bei 12-Stunden-Observationen).
Phase 3: Schießprüfung
Geprüft werden nicht nur Treffsicherheit, sondern vor allem die sichere Waffenhandhabung unter Stress und körperlicher Erschöpfung. Schießen nach Belastung, taktische Schussabgabe und sicheres Handling in unübersichtlichen Lagen sind Prüfungsinhalte.
Phase 4: Fahrtest
Mobile Observationen erfordern außergewöhnliche fahrerische Fähigkeiten: Hochgeschwindigkeitsfahrten bei gleichzeitiger Funkführung, präzises Manövrieren in engen urbanen Räumen, Verhalten bei Verdacht auf Entdeckung durch die Zielperson.
Phase 5: Psychologisches Assessment
Tiefeninterviews mit Psychologen und erfahrenen MEK-Führungskräften zur Persönlichkeitsdiagnostik. Für Bewerber auf Positionen im höheren Dienst: zweitägiges Assessment Center mit simulierten Mitarbeitergesprächen und Krisensituationen zur Bewertung von Führungspotenzial.
Ausbildung nach bestandenem EAV
Nach bestandenem Auswahlverfahren und Versetzung zum MEK folgt die Einführungsfortbildung (EFB) von ca. fünf Monaten. Sie findet teils an zentralen Standorten, teils in realen urbanen Umgebungen statt. Anschließend läuft eine Probezeit mit Bewährung im realen Einsatz. Jedes MEK-Mitglied ist zur Teilnahme am jährlichen Leistungscheck verpflichtet — wer die sportlichen oder fachlichen Mindestanforderungen nicht mehr erfüllt, wird in andere BKA-Bereiche versetzt.
Ausbildungsmodule im Detail
Observationstaktik
Taktisches Verhalten zu Fuß und im Fahrzeug, Funkdisziplin, Nutzung von Tarnungen und Legenden, Erkennen von Gegenüberwachung, Langzeitobservation unter verschiedenen Witterungs- und Lichtbedingungen.
Operative Technik
Installation und Nutzung von Peil- und GPS-Ortungssystemen, verdeckte Videoüberwachung, technische Mittel der Telekommunikationsüberwachung im operativen Kontext.
Eingriffstechniken
Verdeckte Festnahmen aus der Observation, Selbstverteidigung und Festnahmetechnik, taktisches Eindringen in Gebäude unter verdeckten Aspekten. Fokus: Überraschungseffekt nutzen und Risiko für Unbeteiligte minimieren.
Einsatzrechtliche Vertiefung
Eingriffsrechte nach BKAG und StPO im Kontext von Spezialeinheiten, verdeckten Ermittlungen und Zeugenschutz. Gerichtsverwertbarkeit von Observationsprotokollen, Video- und Audiomaterial.
Werte und Ethik
Aufgrund der Arbeit im Verborgenen ist eine starke moralische Verankerung essenziell. Reflexion der eigenen Rolle, Umgang mit Grausituationen, Prävention von Fehlentwicklungen bei dauerhafter Arbeit außerhalb der Öffentlichkeit.
Besoldung & Vergütung
Bundesbeamte nach BBesO: gehobener Dienst A9–A13 (Kriminalkommissar bis Erster Kriminalhauptkommissar), höherer Dienst A13–A16 für Führungspositionen. Zusätzlich: allgemeine BKA-Stellenzulage (oberste Bundesbehörde), Polizeizulage (Vollzugsaufgaben), Erschwerniszulage nach §22 EZulV (Spezialeinheiten), Dienst-zu-ungünstigen-Zeiten-Zuschlag (DuZ, ca. 6,31 €/Stunde an Sonntagen) für Nacht- und Feiertagsobservationen.
MEK BKA Vorbereitung: Tipps
- →Merkfähigkeit gezielt trainieren: MEK-Beamte müssen Kennzeichen, Personenbeschreibungen und Bewegungsmuster stundenlang ohne Notizen einbehalten. Apps wie Dual N-Back oder Memory-Trainings täglich 15–20 Minuten.
- →Ausdauer aufbauen: Der Ergometer-Stufentest bewertet aerobe Grundlagenausdauer. Ziel: VO2max-Wert über 50 ml/kg/min. 3–4 Laufeinheiten pro Woche, davon eine lange Einheit.
- →Klimmzüge und Oberkörperkraft systematisch steigern: Klimmhang (Halten) und Bankdrücken sind direkte Testinhalte.
- →Fahrkompetenz einschätzen: Wer keine Erfahrung mit dynamischen Fahrmanövern hat, sollte an Fahrsicherheitskursen teilnehmen.
- →Konzentration unter Ablenkung üben: Kognitive Tests werden unter Zeitdruck und bewusster Störung durchgeführt. Meditation und Fokusübungen helfen.
- →Psychische Robustheit entwickeln: Das MEK sucht keine Rambos, sondern stabile, reflektierte Beamte. Klare Selbsteinschätzung und Teamorientierung sind im Interview entscheidend.
- →Schießtraining nicht vernachlässigen: Waffenhandhabung unter körperlicher Erschöpfung ist Pflichtinhalt — regelmäßiges Training auf dem Schießstand.
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