Was ist das KSM?
Das KSM hat seinen Standort in Eckernförde am Marinestützpunkt der Deutschen Marine in Schleswig-Holstein. Kampfschwimmer sind auf maritime Spezialoperationen spezialisiert: Aufklärung an Küsten und in Häfen, Sabotage unter Wasser, Geiselbefreiung auf See, Kampftauchen und Aufklärung hinter feindlichen Linien. Das dreistufige Potenzialfeststellungsverfahren (PFV) selektiert über mehrere Monate hinweg, nur ein Bruchteil der Bewerber besteht alle Phasen. Die Kampfschwimmerausbildung dauert anschließend drei Jahre und ist eine der anspruchsvollsten militärischen Ausbildungen weltweit.
Kampfschwimmer der Deutschen Marine existieren seit den 1950er Jahren und gehören zu den ältesten Spezialoperationskräften der Bundeswehr. Das KSM kooperiert eng mit den Kampftauchern der Marine sowie mit alliierten Spezialeinheiten wie den britischen SBS (Special Boat Service) und den US Navy SEALs. Bei multinationalen Operationen der NATO und EU ist das KSM ein geschätzter Partner.
Die Kombination aus Kampftauchen, Fallschirmspringen, Überlebenstechniken und direkter Aktion macht Kampfschwimmer zu den vielseitigsten Spezialoperationskräften der deutschen Streitkräfte. Anders als das KSK (Heer) liegt der operative Schwerpunkt in maritimen und amphibischen Umgebungen, Küstenregionen, Häfen, Offshore-Infrastruktur und Schiffe.
Standorte
Eckernförde (Marinestützpunkt)
Heimat des Kampfschwimmerkommandos und des KSM. Direkte Lage an der Ostsee ermöglicht maritime Ausbildung unter realen Bedingungen das gesamte Jahr über.
Anforderungen & Voraussetzungen
- Bundesbürgerin oder Bundesbürger ab 17 Jahren; der Zugang steht laut bundeswehr.de Soldaten und Zivilbewerbern offen
- Eignung für die Unteroffizier- oder Offizierlaufbahn
- Verpflichtungszeit: Zeitsoldaten brauchen nach Ausbildungsende noch 7 Jahre Restdienstzeit, Zivilbewerber verpflichten sich für mindestens 15 Jahre
- Taucher-, U-Boot- und Kampfschwimmerverwendungsfähigkeit (TUKV), festgestellt im Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine in Kiel
- Sporttest mit allen sechs Mindestnormen bestanden (PFV I)
- Schwimmtaucherlehrgang Modul 1 und 2 als Eingangsvoraussetzung für das PFV II
- Erweiterte Sicherheitsüberprüfung; laut Bundeswehr gesucht: willensstark, psychisch stabil, körperlich belastbar, teamfähig
KSM Selektion: die Eckdaten
| 5.000-m-Lauf | unter 22:00 minMindestnorm, kein Cooper-Test im Verfahren |
|---|---|
| 1.000-m-Schwimmen | maximal 24:00 min |
| Zeittauchen | mindestens 60 Sekunden |
| Streckentauchen | 30 m |
| Klimmzüge | mindestens 8im Ristgriff |
| Bankdrücken | mindestens 15 × 50 kg |
| Mindestalter | ab 17 JahrenZugang für Soldaten und Zivilbewerber |
| Auswahlprozess | ca. 6 MonatePFV I (Sporttest + TUKV-Untersuchung Kiel), Schwimmtaucherlehrgang Modul 1+2, PFV II (6 Wochen Sport + Infanterie), PFV III (Tauchausbildung Halle) |
| Ausbildung | 3 Jahre in 4 PhasenPhase I Potenzialfeststellung, danach Grundlagenausbildung (Jahr 1, inkl. 30-km-Schwimmen Ostsee), Erweiterte Fähigkeiten (Jahr 2), Taktische Einsatzausbildung (Jahr 3) |
| Verpflichtungszeit | 7 Jahre Restdienstzeit (SaZ) · mind. 15 Jahre (Zivilbewerber) |
| Bestehensquote | 6–13 %über alle Phasen, Erfahrungswert — keine amtliche Statistik |
KSM EAV: Prüfungsbestandteile
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Ablauf des KSM Auswahlverfahrens im Detail
PFV I: Sporttest und Taucherverwendungsfähigkeit
Der Einstieg besteht aus zwei Teilen: dem Sporttest mit den sechs veröffentlichten Mindestnormen und der ärztlichen Untersuchung im Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine in Kiel. Dort wird die Taucher-, U-Boot- und Kampfschwimmerverwendungsfähigkeit (TUKV) festgestellt: Druckausgleich, Trommelfell, Lungenfunktion, Herz-Kreislauf. Körperliche Leistung ersetzt keine medizinische Verwendungsfähigkeit, deshalb gehört die HNO-Abklärung an den Anfang der Vorbereitung, nicht ans Ende.
Schwimmtaucherlehrgang Modul 1 und 2
Vor dem Auswahllehrgang steht die Ausbildung zum Schwimmtaucher. Laut Bundeswehr sind PFV I und der Schwimmtaucherlehrgang Modul 1 und 2 die Eingangsvoraussetzungen für das PFV II. Hier zeigt sich zum ersten Mal, ob Wassertechnik und Tauchen auch unter Anleitung und über mehrere Tage hintereinander tragen.
PFV II: Sechswöchiger Auswahllehrgang
Sechs Wochen Sport und infanteristische Anteile. Das ist der Teil, für den die Normen nur die Zulassung sind: Die Leistung wird nicht einmal abgefragt, sondern täglich, meist ohne vollständige Erholung. Wer die 24 Minuten auf 1.000 m nur ausgeruht schwimmt, schwimmt sie hier nicht mehr. Ein Bootsmann des Kommandos nennt auf bundeswehr.de das Laufen als den Bereich, an dem viele scheitern.
PFV III: Tauchausbildung in der Schwimmhalle
Die dritte Stufe ist die Tauchausbildung in der Halle. Danach beginnt die dreijährige Kampfschwimmerausbildung in vier Phasen. Über den gesamten Auswahlprozess rechnet die Bundeswehr mit etwa einem halben Jahr.
→Vertiefung: Kampfschwimmer-Vorbereitung richtig priorisieren
Warum die Mindestnorm nur der Einstieg ist, welche sechs Bereiche deine Vorbereitung tragen, die fünf teuersten Fehlprioritäten und ein 12-Wochen-Rahmenplan. Dazu der Guide zum Ablauf des Verfahrens und die Disziplin-Seiten mit Trainingshinweisen.
Ausbildung nach bestandenem EAV
Die Kampfschwimmerausbildung nach bestandenem Auswahlverfahren dauert drei Jahre und findet in Eckernförde statt. Die Bundeswehr gliedert sie in vier Phasen: Phase I ist die Potenzialfeststellung, Phase II die Grundlagenausbildung im ersten Ausbildungsjahr mit einer Hallenphase (Langstreckenschwimmen, Zeit- und Streckentauchen, Apnoe) und einer Freiwasserphase, die mit einem 30-Kilometer-Schwimmen mit Ausrüstung durch die Ostsee endet. Phase III (2. Ausbildungsjahr) vermittelt erweiterte Fähigkeiten in externen Lehrgängen, Phase IV (3. Ausbildungsjahr) die taktische Einsatzausbildung. Wer eine Phase nicht besteht, wird zurückversetzt.
Ausbildungsmodule im Detail
Kampftauchen
Kreislaufgerättauchen (geschlossenes Atemkreislaufsystem ohne Blasen), Tieftauchen, Orientierung unter Wasser, Sabotageoperationen an Schiffsrümpfen und Unterwasserinfrastruktur. Nacht- und Schlechtwettertauchen.
Fallschirmspringen
Vom Freifall (HAHO/HALO-Verfahren) bis zum statischen Leinensprung. Kampfschwimmer werden für amphibische Operationen ausgebildet, bei denen der Einsatz per Luftlandung ins Operationsgebiet erfolgt.
Maritime Infanterietaktik
Entern und Durchsuchen von Schiffen (Visit Board Search and Seizure), Küstenaufklärung, Härtungsoperationen in Hafenanlagen, Geiselbefreiung auf See in Kooperation mit GSG 9 und alliierten Einheiten.
Sprengstoff und Demolition
Handhabung von Unterwassersprengstoffen, Zerstörung von Infrastruktur unter Wasser, Kampfmittelräumung. Eine der gefährlichsten Phasen der Ausbildung.
Überleben, Ausweichen, Widerstand, Entkommen (SERE)
Überleben in feindlichem Gebiet, Evasion-Techniken, Verhalten bei Gefangennahme, Widerstandsfähigkeit gegen Verhörtechniken. Ziel: Sicherstellung der operativen Geheimhaltung auch unter extremen Bedingungen.
Besoldung & Vergütung
Grundgehalt nach Bundesbesoldung (je nach Dienstgrad und -grad A7–A13 oder entsprechende Soldatenlaufbahn). Kampfschwimmerzulage: 1.125 €/Monat (nach Abschluss der Ausbildung, für aktive Kampfschwimmer). Fallschirmspringerzulage und weitere einsatzbezogene Zulagen. Im Auslandseinsatz zusätzlicher Auslandsverwendungszuschlag.
KSM Vorbereitung: Tipps
- →Laufen nicht liegen lassen: Das maritime Ziel zieht den Blick aufs Wasser, genau deshalb scheitern laut einem Bootsmann des Kommandos viele am 5.000-m-Lauf. Ziel ist 21:00 im Frischzustand, damit 22:00 auch nach Vorbelastung steht. Den 5.000er immer wieder zu testen, verbessert ihn nicht; Grundlagenausdauer plus eine Tempoeinheit pro Woche tun es.
- →Schwimmen technikorientiert trainieren: 1.000 m in maximal 24 Minuten verlieren die meisten Bewerber technisch, nicht konditionell. Zwei Technikeinheiten pro Woche mit Fremdkorrektur (Wasserlage, Atmung, Zugfrequenz) verändern die Zeit stärker als zusätzliche Kraftausdauer. Wassertechnik lässt sich nicht aus einem Trainingsplan beurteilen, sie muss von außen gesehen werden, besonders wenn du müde bist.
- →Tauchen in Etappen aufbauen: Streckentauchen von 11 über 15, 20 und 25 auf 30 Meter, Zeittauchen über CO₂-Toleranz statt Lungenvolumen. Niemals allein, niemals nach Hyperventilation, nur unter Aufsicht.
- →Kraft, die sich überträgt: Beine und Rumpf entscheiden, was nach Lauf, Last und Wasserarbeit noch übrig ist. Klimmzüge auf 12 bis 15 frisch steigern, Bankdrücken mit 50 kg kontrolliert in Serie statt maximal. Klimmzüge und harte Schwimmeinheiten nie am selben Tag.
- →Abrufbarkeit trainieren: Alle sechs Normen alle zwei bis drei Wochen an einem Tag hintereinander abrufen und Reihenfolgen tauschen (Klimmzüge nach dem Lauf, Schwimmen nach der Krafteinheit). Kenne pro Disziplin drei Zahlen: Bestwert, zuverlässig abrufbare Leistung, Zeit bis du wieder planmäßig belastbar bist.
- →Erholung steuern: Es entscheiden mehrere gute Wochen hintereinander, nicht die härteste. Schlaf, wiederkehrende Beschwerden und Trainingslast wöchentlich notieren; bei sinkender Leistung über mehrere Einheiten, dauerhaft verändertem Ruhepuls oder derselben schmerzenden Stelle nach jeder harten Einheit Belastung anpassen und Beschwerden ärztlich abklären.
- →Medizinische Verwendungsfähigkeit früh abklären: Trommelfell, Druckausgleich und Lungenfunktion beim HNO-Arzt testen lassen, bevor du Monate in Training investierst. Probleme beim Druckausgleich sind ein häufiger Ausschlussgrund in Kiel.
- →Teamverhalten mittrainieren: Über sechs Wochen PFV II sieht das Team deutlicher als du, ob du Feedback annimmst oder verteidigst und ob man sich bei Müdigkeit auf dich verlassen kann. Das entsteht nicht durch Lesen, sondern durch Vereins- und Wettkampfsport und Training in der Gruppe.
Was Bewerber uns entgegenhalten
„Ich treffe die Normen, also bin ich bereit.“
Die Normen sind die Zulassung zum Verfahren, nicht das Ziel. Nach dem PFV kommen sechs Wochen Selektionslehrgang und drei Jahre Ausbildung. Wer die 24 Minuten auf 1.000 m gerade so schwimmt, schwimmt sie nach einer Nacht mit vier Stunden Schlaf nicht mehr. Der Puffer über der Norm ist die eigentliche Vorbereitung.
„Tauchen liegt mir einfach nicht.“
Tauchen ist die trainierbarste Disziplin im ganzen Verfahren und die, die am häufigsten aufgegeben wird, bevor sie ernsthaft trainiert wurde. Streckentauchen baut sich in Etappen auf: 11 Meter, 15, 20, 25, 30. Was fehlt, ist selten Lungenvolumen, sondern CO₂-Toleranz und ein Trainingsplan, der nicht aus Luftanhalten auf der Couch besteht.
„Schwimmen lerne ich nicht mehr in dem Alter.“
Schwimmtechnik ist die Disziplin mit dem größten Hebel pro investierter Stunde, weil die meisten Bewerber sie technisch und nicht konditionell verlieren. Wer aus dem Laufsport kommt, kompensiert im Wasser mit Kraft und verbrennt Sauerstoff. Zwei technikorientierte Einheiten pro Woche verändern die 1.000-m-Zeit stärker als drei zusätzliche Kraftausdauer-Einheiten.
„Ich melde mich, sobald ich fit genug bin.“
Das ist der teuerste Satz im Verfahren. Vorbereitung fühlt sich produktiv an, solange sie nicht gemessen wird. Setz ein Datum, teste alle sechs Normen an einem Tag hintereinander und plane rückwärts. Ohne Termin wird aus Vorbereitung ein Dauerzustand.
„Meine Bestwerte liegen alle über der Norm.“
Dein Bestwert ist nicht dein Leistungsniveau. Der Sporttest zeigt, was an einem guten Tag geht. Die sechs Wochen PFV II zeigen, was du müde, unter Zeitdruck und nach Vorbelastung noch abrufst. Kenne pro Disziplin drei Zahlen: Bestwert, zuverlässig abrufbare Leistung und die Zeit, bis du wieder planmäßig belastbar bist. Ist der Abstand zwischen den ersten beiden groß, trainierst du auf einen Tag, nicht auf den Weg.
„Ich komme aus dem Schwimmen, das Laufen kommt schon von allein.“
Genau das ist der Bereich, den ein Bootsmann des Kommandos auf bundeswehr.de als häufigsten Stolperstein nennt. Wer gut schwimmt, schwimmt gern noch mehr und trainiert damit seine Identität statt seinen Engpass. Der 5.000er wird nicht besser, indem du ihn immer wieder testest. Er wird besser durch Grundlagenausdauer und eine Tempoeinheit pro Woche, mit dem Ziel 21:00 frisch, damit 22:00 auch nach einem Wassertag steht.
Wie das KSM-Realität von Insidern geschildert wird
Auszüge aus öffentlich verfügbaren Interviews mit ehemaligen Operatoren — Rolle und Dienstzeit dokumentiert.
„Bei den sportlichen Voraussetzungen scheitern viele am Laufen. Das hatte ich anfangs auch unterschätzt.“
„Lieber ein Jahr später kommen und dann nochmal vernünftig vorbereitet sein, als zu jung dazustehen und zu versagen. Wer nach dem Versagen vielleicht nicht wieder anfängt, hat sich selbst geschadet. Reife ist wichtiger als Tempo.“
„50 Kilo Bank, 15 Mal, das haben wir als 16-Jährige zum Aufwärmen gemacht. Im KSM wächst du mit den Aufgaben, und dadurch wächst auch die mentale Stärke. Aber die Basis muss schon stehen, wenn du anfängst.“
„Nur weil ich irgendwo mal ein Buch lese, bin ich nicht in drei Wochen mental stark. Wettkampfsport gibt sehr, sehr viel mit. Mehrfach im Jahr unter Wettkampf-Druck zu bestehen, das hat einen guten Teil dazu beigetragen, dass ich beim Kampfschwimmer durchgehalten habe.“
„Stationäres Tauchen, die zwei Minuten plus an der Leiter einfach auszuharren, das ist mir immer schwer gefallen. Streckentauchen war einfacher. Aber ab dem Moment, wo du nicht aktiv bist, sondern still hältst, wird es eine andere Liga.“
„5.000 Meter unter 22 Minuten, 1.000 Meter Schwimmen unter 24 Minuten, Streckentauchen, Zeittauchen, plus 70 Prozent Körpergewicht beim Bankdrücken, 15 Wiederholungen. Wer da auf blauen Dunst hingeht, hat keine Chance. Ich habe mich drei Monate intensiv vorbereitet. Beim ersten Selbsttest schaffte ich 1.000 Meter in 27 Minuten, beim Eingangstest dann in 18.“
„Mein Trick war ungewöhnlich. Ich habe mich unter Wasser auf den Boden des Schwimmbeckens gesetzt, 30 Sekunden Atem angehalten und einfach beobachtet, wie die Leistungsschwimmer über mir schwimmen. Welche Technik, welche Atmung. Von ganz unten gelernt, ohne dass ich Vereinsmitglied war. Drei Monate später war ich neun Minuten schneller.“
„Tauchen war für mich der Brocken. Luft anhalten, uh, gehen wir weg. Aber ich habe Streckentauchen trainiert, gestartet bei elf Metern. Nach ein paar Wochen habe ich gemerkt: ach krass, jetzt kann ich eine ganze Bahn tauchen. Das war der Schalter. Tauchen lässt sich wirklich trainieren, was viele Bewerber gar nicht glauben, bevor sie es probiert haben.“
Häufig gestellte Fragen zum KSM Auswahlverfahren
Was ist das Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM)?
Das KSM ist die Spezialeinheit der Deutschen Marine, Nachfolger der Kampfschwimmerkompanie. Standort Eckernförde (Schleswig-Holstein). Aufgaben: Spezialaufklärung vom Wasser aus, Sabotage-Einsätze, Geiselbefreiung maritim, Unterstützung des KSK bei amphibischen Operationen. Die Kampfschwimmer sind Deutschlands älteste Spezialeinheit.
Wie werde ich Kampfschwimmer beim KSM?
Laut bundeswehr.de steht der Zugang allen Bundesbürgern ab 17 Jahren offen, Soldaten wie Zivilbewerbern, mit Eignung für die Unteroffizier- oder Offizierlaufbahn. Der Weg: PFV I mit Sporttest und ärztlicher Untersuchung der Taucherverwendungsfähigkeit in Kiel, Schwimmtaucherlehrgang Modul 1 und 2, sechswöchiges PFV II mit Sport und infanteristischen Anteilen, PFV III mit Tauchausbildung in der Halle, danach drei Jahre Ausbildung. Der Auswahlprozess dauert etwa ein halbes Jahr. Die Bestehensquote liegt erfahrungsgemäß bei 6–13 %.
Wie hoch ist die Bestehensquote beim KSM?
Die KSM-Bestehensquote liegt erfahrungsgemäß bei 6–13 % über alle Phasen und ist damit die niedrigste unter den deutschen Spezialeinheiten; eine amtliche Statistik gibt es nicht. Viele scheitern nicht an einer einzelnen Norm, sondern daran, dass ihre Leistung im sechswöchigen PFV II unter Dauerbelastung nicht mehr steht. Ein Bootsmann des Kommandos nennt auf bundeswehr.de ausdrücklich das Laufen als häufig unterschätzten Bereich.
Wie lange dauert das Kampfschwimmer-Auswahlverfahren?
Die Bundeswehr spricht von einem halbjährigen Auswahlprozess: PFV I (Sporttest und Untersuchung in Kiel), Schwimmtaucherlehrgang Modul 1 und 2, sechswöchiges PFV II und PFV III (Tauchausbildung in der Halle). Erst danach beginnt die dreijährige Ausbildung. Wer sich vorbereitet, plant also nicht auf einen Testtag, sondern auf rund dreieinhalb Jahre.
Was bedeutet TUKV bei den Kampfschwimmern?
TUKV steht für Taucher-, U-Boot- und Kampfschwimmerverwendungsfähigkeit. Sie wird im PFV I durch eine ärztliche Untersuchung im Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine in Kiel festgestellt, unter anderem Druckausgleich, Trommelfell, Lungenfunktion und Herz-Kreislauf. Körperliche Leistung ersetzt diese medizinische Verwendungsfähigkeit nicht. Probleme beim Druckausgleich sollten deshalb vor dem ersten Trainingsblock beim HNO-Arzt abgeklärt werden.
Woran scheitern die meisten Bewerber beim KSM-Sporttest?
Auf bundeswehr.de sagt ein Bootsmann des Kommandos wörtlich, dass bei den sportlichen Voraussetzungen viele am Laufen scheitern und er das anfangs selbst unterschätzt habe. Bewerber mit Wasser-Hintergrund trainieren ihre Stärke weiter und lassen den 5.000-m-Lauf liegen. Zweiter häufiger Punkt: Wassertechnik, die unter Müdigkeit zusammenbricht, weil sie nie von außen korrigiert wurde. Unser Rat: Trainiere den Engpass, nicht die Identität.
Welche Anforderungen gelten für Kampfschwimmer?
Kampfschwimmer-Anforderungen (Marine-PFV, kein Cooper-Test): 5.000-m-Lauf unter 22 Minuten, 1.000 m Kraulschwimmen unter 24 Minuten, mindestens 60 Sekunden Zeittauchen und 30 m Streckentauchen, mindestens 8 Klimmzüge im Ristgriff, Bankdrücken (50 kg), medizinische Tauglichkeit für Drucktauchen. Dazu kommen Kampfsport-Grundlagen und mentale Belastbarkeit unter extremer Kälte.
Was verdient ein Kampfschwimmer?
Zusätzlich zum Grundsold der Besoldungsgruppe (je nach Dienstgrad) gibt es eine Kampfschwimmer-Zulage von 1.125 € brutto monatlich. Dazu kommen Einsatzzulagen, Tauchzulagen und weitere spezielle Zulagen je nach Einsatzart.
Wo ist das KSM stationiert?
Das Kommando Spezialkräfte der Marine ist in Eckernförde an der Ostsee in Schleswig-Holstein stationiert, am Marinestützpunkt der Deutschen Marine. Der Standort ermöglicht direkten Zugang zu maritimen Trainingsgebieten in der Ost- und Nordsee.
Was sind die Aufgaben der Kampfschwimmer?
Kampfschwimmer sind spezialisiert auf maritime Spezialoperationen: verdeckte Aufklärung an Küsten und in Häfen, Sabotage von Schiffen und Hafenanlagen unter Wasser, Geiselbefreiung auf See, Kampftauchen, Sprungeinsätze (auch HALO/HAHO) und Aufklärung hinter feindlichen Linien. Sie operieren häufig im Verbund mit dem KSK und internationalen Partnerkräften wie den US Navy SEALs.
Wie lange dauert die Kampfschwimmer-Ausbildung?
Nach bestandenem Potenzialfeststellungsverfahren dauert die eigentliche Kampfschwimmerausbildung etwa drei Jahre. Sie umfasst Tauchausbildung (Sauerstoff-Kreislaufgeräte), Fallschirmsprungausbildung (Statik, HALO, HAHO), Nahkampf, Schießausbildung, Sprengstoffe sowie Aufklärungs- und Kommandotechniken.
Wie alt darf ich beim KSM sein?
Das Höchstalter für die Kampfschwimmer-Bewerbung liegt je nach Werdegang (Mannschaft, Unteroffizier, Offizier) bei rund 27 bis 32 Jahren. Bewerber müssen körperlich und gesundheitlich besonders belastbar sein, strenge Tauglichkeitsuntersuchung inklusive Lungenfunktion, Druckkammertest und Augenprüfung.
Was unterscheidet das KSM vom KSK?
Das KSM ist die maritime Spezialeinheit der Marine, das KSK die Landspezialeinheit des Heeres. KSM-Kampfschwimmer operieren primär im und am Wasser (Hafenaufklärung, Sabotage, Küstenoperationen), KSK-Operatoren primär an Land (Aufklärung, Spezialaufträge, Evakuierung). Beide sind eigenständige Spezialkräfte der Bundeswehr (das KSM unter der Einsatzflottille 1 der Marine, das KSK als Kommando des Heeres) und arbeiten regelmäßig zusammen.
Können Frauen Kampfschwimmer werden?
Ja, seit Öffnung der Bundeswehr für Frauen in allen Verwendungen können sich auch Frauen für das Kampfschwimmer-Auswahlverfahren bewerben. Die körperlichen Anforderungen sind für alle Bewerber identisch und werden nicht reduziert. Der Frauenanteil ist aufgrund der extremen Anforderungen sehr gering.
Wie sieht das dreistufige PFV genau aus?
PFV I: Sporttest mit den sechs Mindestnormen (5.000-m-Lauf unter 22 Minuten, 1.000 m Schwimmen in maximal 24 Minuten, 60 Sekunden Zeittauchen, 30 m Streckentauchen, mindestens 8 Klimmzüge im Ristgriff, 15 × 50 kg Bankdrücken) plus ärztliche Untersuchung der Taucherverwendungsfähigkeit in Kiel; einen Cooper-Test gibt es nicht. Dazwischen der Schwimmtaucherlehrgang Modul 1 und 2 als Eingangsvoraussetzung für PFV II. PFV II: sechswöchiger Auswahllehrgang mit Sport und infanteristischen Anteilen. PFV III: Tauchausbildung in der Schwimmhalle. Nur 6–13 % aller Bewerber bestehen erfahrungsgemäß alle Stufen.
Was ist der Unterschied zwischen Bestwert und Leistungsniveau in der Kampfschwimmer-Vorbereitung?
Der Bestwert ist, was an einem sehr guten Tag möglich ist. Das Leistungsniveau ist, was du auch an durchschnittlichen Tagen, müde und nach Vorbelastung abrufst, plus die Zeit, bis du wieder planmäßig belastbar bist. Der Sporttest im PFV I prüft den Bestwert. Die sechs Wochen PFV II und die drei Jahre Ausbildung prüfen das Niveau. Zwei Bewerber mit derselben Testzeit können deshalb ein völlig anderes Risiko haben: Wer die Norm nur ausgeruht schafft und danach für Tage nicht belastbar ist, läuft auf Kante.
Weitere Spezialeinheiten
KSK
Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr
BundeswehrEGB
Spezialisierte Kräfte des Heeres mit Erweiterter Grundbefähigung
BundeswehrFernspäher
Fernspähkräfte des Heeres
PolizeiSEK
Spezialeinsatzkommando
BundespolizeiGSG 9
Grenzschutzgruppe 9 der Bundespolizei
ZollZUZ
Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll
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7 Fragen, die deinen blinden Fleck zeigen
Wenn du eine dieser Fragen nicht mit einer Zahl beantworten kannst, ist genau dort deine Lücke. Unsicher zählt nicht als Ja.
- 01Wie viele Sekunden Puffer hast du auf die 24 Minuten über 1.000 m — gemessen, nicht geschätzt?
- 02Hast du alle sechs Normen schon einmal an einem einzigen Tag hintereinander abgerufen, und was konntest du am Tag danach noch leisten?
- 03Kennst du für jede Disziplin den Abstand zwischen deinem Bestwert und der Leistung, die du an einem normalen Tag zuverlässig abrufst?
- 04Wann bist du den 5.000er zuletzt innerhalb einer normalen Trainingswoche gelaufen, nicht ausgeruht am Wochenende?
- 05Wann wurde deine Wassertechnik zuletzt von außen beurteilt, besonders als du bereits müde warst?
- 06Sind wiederkehrende Beschwerden abgeklärt und in deiner Trainingssteuerung berücksichtigt?
- 07Steht ein konkretes Datum für deine Bewerbung — oder bereitest du dich auf unbestimmte Zeit vor?
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In einem kostenlosen 30-Minuten-Gespräch analysieren wir deinen aktuellen Stand, zeigen die kritischen Lücken zum Kommando Spezialkräfte der Marine-Auswahlverfahren auf und sagen dir konkret, was du in den nächsten Wochen anders machen solltest. Keine Verkaufsshow, keine Verpflichtung.
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Offizielle Quellen und Primärbelege
Behörden-Quellen, auf denen die Angaben dieser Seite basieren — zuletzt geprüft am 07.09.2026.
- Karriere als Kampfschwimmerin oder Kampfschwimmer — Bundeswehr
Amtliche Quelle für die sechs Mindestnormen, PFV I bis III, Schwimmtaucherlehrgang, den halbjährigen Auswahlprozess, die vier Ausbildungsphasen, den Zugang für Zivilbewerber und die Verpflichtungszeiten. Stand 14.04.2025.
- Kampfschwimmer: Der Weg in die älteste Elitetruppe der Bundeswehr — Bundeswehr
Hallen- und Freiwasserphase im ersten Ausbildungsjahr, 30-km-Schwimmen durch die Ostsee, Lehrgänge im zweiten und dritten Jahr. Stand 12.03.2024; die dort genannte Beschränkung auf aktive Soldaten ist durch die Karriereseite 2025 überholt.
- Kampfschwimmerin / Kampfschwimmer — Bundeswehr Karriere
Einstiegsvoraussetzungen, Schulabschluss und Bewerbungsweg.
- Kampfschwimmer oder Marinetaucher — wo ist der Unterschied? (Deutsche Marine)
Abgrenzung der beiden Verwendungen, häufigste Verwechslung bei Bewerbern.
Diese Seite ist eine redaktionelle Aufbereitung von PPF Germany und keine offizielle Veröffentlichung des Kommandos Spezialkräfte der Marine oder der Bundeswehr. Es besteht keine Kooperation und keine Freigabe. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben deines Karriereberatungsbüros. Wir beurteilen keine dienstliche Eignung und geben keine Bestehensprognose ab. Tauchtraining, insbesondere Streckentauchen und Zeittauchen, gehört aus Sicherheitsgründen niemals allein ins Wasser und niemals nach Hyperventilation; trainiere nur unter Aufsicht.
Niklas Voss
PPF Germany coacht seit 2022 Bewerber auf Polizei- und Bundeswehr-Auswahlverfahren im DACH-Raum — strukturierte 1:1-Programme mit dokumentierten Erfolgsquoten weit über dem Schnitt. Diese Page wird laufend mit aktuellen Verfahrens-Daten, Insider-Material und PPF-Coaching-Erkenntnissen gepflegt.




